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Alemannia: Punktgewinn kommt von der Einwechselbank

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
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Nach einer bescheidenen ersten Halbzeit dominierte Alemannia die zweite - und am Ende stand ein sogenanntes gerechtes Unentschieden, 1:1. Foto: Jerome Gras

Leverkusen. Zur Pause bejammerte ein Ordner im Haberland-Stadion das Ergebnis. „Dat gibbet doch net. Muss 4:0 für uns stehen.“ Vielleicht kam die Einschätzung ein bisschen durch die aktuelle Vereinsbrille zustande, in der Tendenz hatte der gute Man durchaus recht. Eine Halbzeit lang dominierte Leverkusens Zweitvertretung Alemannia Aachens Erstbesetzung.

Heraus kam dabei nur ein Treffer. Es folgte dann doch ein weiterer Durchgang, und die Gäste kamen mit Verspätung mächtig auf. Sie hätten die Partie – ohne Vereinsbrille – noch für sich entscheiden können. Am Ende stand ein 1:1, ein Ergebnis, mit dem sich beide Teams schnell anfreundeten.

Alemannias Umschwung kam diesmal von der Bank, was bislang noch keine Spezialität dieser Mannschaft war. Der Punktgewinn wurde eingewechselt. „Ich habe ein Team, das am Ende mit unheimlich viel Leidenschaft und Laufbereitschaft den Sieg erzwingen wollte“, war Aachens Trainer Peter Schubert noch versöhnt.

Der erste Durchgang ging allerdings deutlich an die Hausherren. Die Leverkusener Spieler können in jeder Partie ein Bewerbungsschreiben an die vielen Scouts abgeben. Zu unsicher ist die Zukunft der Reserve, die vielleicht aus der Regionalliga zurückgezogen wird. Folglich stellte Bayer das hungrigere Team. Die Hausherren dominierten die Partie, Chancen stellten sich in festem Rhythmus ein, und vorerst verhinderte nur Aachens Keeper Frederic Löhe einen frühen Rückstand. Er besaß auch das Glück des Tüchtigen, als ein Fernschuss von Khaled Narey nur die Latte touchierte (16.).

„Wir waren sehr damit beschäftigt, auf Leverkusens Spiel zu reagieren“, beobachtete Schubert sein zahmes Team. Die eigene Kreativität lag brach im Mittelfeld, das Team war ziemlich ungefährlich unterwegs. Die Aachener hatten zwar ausreichend Gelegenheiten, nach eigenem Ballgewinn auf dem kleinen Platz umzuschalten. Aber das Spiel war zu statisch, ohne große Tiefe. Und es war leicht zu dechiffrieren, denn die Angriffe initiierten die Gäste fast ausschließlich über ihre rechte Seite. So erlebte Leverkusens Abwehr um den Ex-Aachener Mirko Casper vorerst einen entspannten Frühlingsabend.

Die Führung der spielstarken Gastgeber fiel in einer Phase, als Aachen sie endlich mal ein bisschen fern aus der roten Zone halten konnte. Hoffmann riss im Strafraum Bouhaddouz um, die Proteste hielten sich in Grenzen, und der Marokkaner erzielte seinen 17. Saisontreffer vom Elfmeterpunkt aus (39.).

Schubert reagierte, tauschte den wirkungslosen Einzelkämpfer Moslehe gegen Drevina zur Pause aus und sortierte das Mittelfeld mit den vielen „Sechsern“ neu. Mit Verspätung entdeckte Alemannia die gegnerische Hälfte, und mit Drevina gewann die Partie an Intensität. Alemannia wurde endlich eine agierende Mannschaft, die Tatendrang entwickelte. Marquet, der in die Spitze rückte, stellte nach einem Rückpass von Dowidat Niklas Lomb die erste kniffligere Aufgabe (64.).

Alemannia erhöhte die Schlagzahl, und das lag erheblich am eingewechselten Abedin Krasniqi. Der Torjäger kam abenteuerlustig wie Lukas der Lokomotivführer an Bord. „Wenn ich den Ball sehe, bekomme ich sofort Lust.“ Fortan war Krasniqi ein sehr überzeugender Vorbereiter. Er schickte Neppe auf die Reise, und dessen präzise Flanke köpfte Tim Lünenbach ein, der 300 Sekunden vorher eingewechselt worden war, weil Hoffmann dicht vor dem Platzverweis stand.

Es war ein emotionaler Abend für den Abwehrspieler, der erstmals in diesem Jahr zum Einsatz kam. „Das war schon eine schwere Zeit“, stellte er nach seinem ersten Treffer in der 4. Liga fest. Lünenbach begann in der Offensive, kehrte am Ende des Tages wieder in die Abwehr zurück. Von da aus musste er beobachten, wie Lejan (84.) und Dowidat (86.) in den nächsten Minuten Chancen der allerersten Kategorie vergaben, jeweils eingefädelt von Krasniqi. Freistehend. Wenige Meter vor dem Tor verdaddelten sie den nächsten Auswärtssieg – am Tag der Einwechselspieler.

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