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Alemannia plant Umzug nach Jülich

Von: pa
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Das Karl-Knipprath-Stadion in Jülich. Foto: Helmut Schiffer
Karl-Knipprath-Stadion
Der SC Jülich hatte Alemannia spontan Hilfe angeboten. Der Klub trägt seine Heimspiele im Karl-Knipprath-Stadion, dem ehemaligen Rurstadion, aus. Etwa 5500 Zuschauer finden in der stark renovierungsbedürftigen „Arena“ Platz. Foto: Helmut Schiffer
Tivoli
Alemannia Aachen will ab der nächsten Saison in Jülich spielen. Foto: dpa

Aachen. Mittwochnachmittag um 17 Uhr inspiziert eine Delegation von Alemannia Aachen das Karl-Knipprath-Stadion in Jülich. Geprüft wird ein Umzug des Traditionsvereins. Das klingt ein bisschen wie eine Provinzposse, hat aber einen ziemlich realen Hintergrund. Der Drittligist droht mit einem Auszug aus dem Tivoli. Die Spielstätte könnte bald verwahrlost oder sogar abgerissen sein.

Denn der einzige Mieter muss ausziehen, sagt er. Es ist kein beliebter Mieter, denn er kann auf absehbare Zeit seinen Kapitaldienst – jährlich eine Million Euro – nicht mehr bedienen. Die Alemannia kann nur die Betriebskosten an den Spieltagen und die Pflege der Sportplätze aus eigener Kraft stemmen. Ein Weggang des einzigen Mieters hat aber auch für die Stadt als großen Gläubiger wenig Sinn, denn schon der reine Werterhalt des Tivolis wird mit monatlich etwa 60.000 Euro veranschlagt.

Die Sanierung des insolventen Klubs jedenfalls ist stark gefährdet. Der Verein kann für die Meisterschaftsspiele in der nächsten Saison aktuell weder für die dritte noch die vierte Liga ein Stadion nachweisen. „Ohne Spielstätte kein Spielbetrieb, ohne Spielbetrieb keine Alemannia mehr“, sagt Sachwalter Rolf Dieter Mönning.

Zum 1. März muss der Drittligist einen Lizenzantrag beim DFB einreichen. Es fehlt die Zusage der Hauptgläubiger der insolventen Stadion GmbH, allen voran die Stadt Aachen und das Land NRW, die über die Zukunft der Spielstätte zu entscheiden haben.  Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp forderte vom Klub umfassende Zahlen. „Natürlich ist unsere Bereitschaft da, die Verluste nicht noch größer werden zu lassen“, sagte er am Dienstag auf Anfrage.

Die Betriebskosten des Stadions liegen bei jährlich 1,8 Millionen Euro, der Verein selbst hat angeboten, die Betriebskosten an Spieltagen zu tragen. „Mehr können wir nicht stemmen“, sagt Geschäftsführer Michael Mönig. Unter Zeitdruck wird jetzt eine neue Arena gesucht. Die Stadt Jülich wolle dem Verein in Not helfen, sagt der Sanierer.

„Wir prüfen das derzeit.“ Auch ein Ausweichen nach Kerkrade sei ein Thema. Mönning überlegt laut, ob man den Verein wegen fehlender Perspektive nicht liquidieren müsse.  „Kann man die Reorganisation des Klubs so angehen?“ Die Antwort steht aus. Die beiden Sanierer hoffen immer noch, „dass die Vernunft einzieht“.

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