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Alemannia: Niederlage ist ein Spiegelbild der Hinrunde

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
Alemannia Osnabrück
Am Boden zerstört: Sascha Herröder (sitzend) und seine Teamkollegen belohnten sich wieder nicht für eine couragierte Leistung. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. „Ühr bruucht net bang ze süe, vür sind doch alle heij. Der öcher Krau an ouch de Hotvollee.“ Ein paar tröstende Zeilen hielt Alemannias Hymne „You never walk alleng“ vor dem Anpfiff bereit. Die Lage ist ziemlich aussichtslos, selbst der angestrebte Neustart in der 4. Liga ist für den ehemaligen Bundesligisten noch ziemlich fern. Und auch sportlich geht es bergab, gegen den Spitzenreiter VfL Osnabrück unterlag das Team überflüssigerweise mit 0:1.

Es war ein sehr sentimentaler, emotionaler Nachmittag. Die  12.000 Menschen im Stadion spürten, mit welchen Elan das Team noch einmal sportlich ablenken wollte  von der Tristesse. Die Mannschaft wurde trotz Niederlage bereits vor dem Abpfiff gefeiert.


In Stunden der größten Not stehen die Menschen zusammen. „Ich habe das Transparent Zusammenhalten im Stadion gesehen“ , sagte René van Eck später. „Darum geht es.“

 Der Abstieg steht schon jetzt fest, aber die Mannschaft wehrt sich.  „Dieses Spiel spiegelt den Verlauf der Hinrunde wieder“, urteilte Manager Uwe Scherr. „Der Mannschaft ist kein Vorwurf zu machen, sie bringt den Willen mit, aber sie belohnt sich einfach nicht.“

Das Team mit dem sehr präsenten Debütanten Armand Drevina bot dem turmhohen Favorit ziemlich resoluten Widerstand auf dem Restrasen. Das Spiel war eine Halbzeit lang ein spielerischer Flickenteppich aller Beteiligten.

Und doch hätten die Hausherren in Führung gehen können. Hellers gekonnter Slalomlauf endete ebenso mit einem Schuss ans Außennetz (37.) wie ein Kopfball von Robert Leipertz (39.).

In der zweiten Halbzeit wurde der Wellengang deutlich höher. Der offene Schlagabtausch setzte ein. Der Klassenprimus hatte Pech: Erst traf Simon Zoller per Fallrückzieher den Pfosten (71.), dann traf Grimaldi nach einem Sekundenschlaf von Olajengbesi nur die Latte (75.).

Dann brach die intensivste Phase an, es gab nur noch Stehränge. Zweimal hätte Schwertfeger der Fangemeinde Trost spenden können. Freistehend scheiterte er an Gästekeeper Manuel Riemann (76.), dann huschte sein Kopfballwischer knapp am Tor vorbei (78.). 

Aber es blieb wie fast immer in dieser Saison. „Wir sind gut im Spiel und kassieren einen leichten Gegentreffer“, legte van Eck die immergleiche Platte auf.

Vorbereitet wurde er auf Aachens anfälliger linker Seite. Die Flanke von Zoller schob der eingewechselte Glockner fröhlich aus vier Metern zum 0:1 ein (78.). „Das ist der rote Faden in dieser Saison: Wir halten spielerisch auch mit den besten Teams der Liga mit, aber wir sind mental der Situation nicht gewachsen. Wir machen uns zuviel Druck, sind zu anfällig“, analysierte Fabian Baumgärtel, der am Treffer nicht unbeteiligt war.

Freddy Borg hätte noch den nicht ganz unverdienten Ausgleich erzielen können. Der Schwede scheiterte nahezu vom Elfmeterpunkt aus (85.).  Die Niederlage ließ sich nicht mehr abwenden. Der Niedergang ist spürbar. Den Anhängern dieser leidgeprüften Klubs blieben am Ende noch ihre unzerstörbaren Lieder.

„Ühr bruucht net bang ze süe, vür sind doch alle heij. Der öcher Krau an ouch de Hotvollee.“

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