Düren/Aachen - Alemannia lebt, aber „Vize“ Kutsch geht

Alemannia lebt, aber „Vize“ Kutsch geht

Von: Stephan Mohne
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Die Gläubiger mussten vor dem Einlass in die Kreis Düren Arena an der Sicherheitsschleuse vorbei. Foto: Steindl

Düren/Aachen. Alemannia Aachen darf weiterleben. Die Gläubigerversammlung der insolventen Alemannia GmbH hat am Dienstag in der Dürener Kreisarena einstimmig für eine Fortführung gestimmt. Damit ist der Weg frei für einen Sanierungsplan, den Übergangsgeschäftsführer Michael Mönig erarbeitet. Das Ziel lautet nun, 2020 wieder in der zweiten Fußball-Bundesliga zu spielen.

Zwar waren von 2000 Gläubigern, die Forderungen von fast 65 Millionen Euro angemeldet haben, nur rund 150 gekommen. Diese allerdings hörten einen bemerkenswerten Bericht des Insolvenzverwalters Rolf-Dieter Mönning – gespickt mit haarsträubenden Details. So sei mittlerweile davon auszugehen, dass der Klub schon im Januar 2012 pleite war.

Die Insolvenz war erst im November angemeldet worden. Die Gründe für das „Desaster“ (Mönning) seien „Führungsfehler“ gewesen. Wobei schon das Stadion mit Baukosten von 65 Millionen Euro inklusive Parkhaus völlig überdimensioniert und dazu noch als „monofunktional“ fehlgeplant worden sei. Für die kommende Saison in Liga 4 sind die Verantwortlichen optimistisch, eine Finanzierung mit drastisch abgespeckten Ausgaben hinzubekommen.

Allerdings gebe es für die Zukunft einige Risikofaktoren. Der Aufstieg in die dritte und dann in die zweite Liga sei für die wirtschaftliche Gesundung „zwingend“ hieß es.

Mit Sorgen blicke man zudem in Richtung der Mutter der GmbH, dem über 9000 Mitglieder starken TSV Alemannia Aachen. Dort seien die Führungsgremien „heillos zerstritten“, der Verein sei „führungslos“ und ebenfalls insolvenzgefährdet. Letztlich könnte sogar die Mutter die Tochter in einen Abgrund ziehen. Nahrung bekommen diese Befürchtungen dadurch, dass Alemannia-Vizepräsident Helmut Kutsch von diesem Posten wie auch seinem Amt im Aufsichtsrat der Alemannia GmbH zurückgetreten ist.

Dies sei allerdings nicht mit Querelen begründet, so Kutsch. Das Rest-Präsidium, dem nun nur noch drei Personen angehören, wies den Vorwurf der Führungslosigkeit zurück. Allerdings sind nach Informationen unserer Zeitung auch drei Verwaltungsratmitglieder von Bord gegangen.

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