Alemannia kann wieder in den Norden der Tabelle schauen

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
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Wieder ein Sieg für die Alemannia. Die Aachener siegten 2:1 gegen Uerdingen. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Die Erleichterung war durchaus zu greifen am Ende des intensiven Nachmittags. Es war zwar erst der 8. Spieltag, aber diese Partie gibt ein bisschen den Sound für die nächsten Wochen vor. Alemannia besiegt den KFC Uerdingen mit 2:1 und kann wieder in den Norden der Tabelle schauen.

„Es war ein Sieg des Willens“, urteilte Peter Schubert. Im Verbund mit den  Fans wurden die Gäste nieder gerungen. Nur 6500 Zuschauer hielten es für eine gute Idee, den sonnigen Nachmittag am Tivoli zu verbringen – Resultat der letzten Resultate. Aachens Trainer hatte die Aufstellung verändert nach der Pleite von Wiedenbrück.

In der neuen Formation tauchten Bastian Müller, Tim Lünenbach und dann doch der angeschlagene Kevin Behrens wieder auf. Neben den Patienten Aimen Demai und Dennis Dowidat, landete auch  Sahin Dagistan in der Warteschleife. Dort auf der Ersatzbank waren auch nach langer Pause wieder Taku Ito (Fußbruch) und der A-Jugendkeeper Tim Stienemann zu finden, dessen Kollegen Fukudome und Jonas Emres angeschlagen sind. 

Aachen begann entschlossener. „Wir wollten eine Reaktion nach dem letzten schwachen Spiel zeigen“, sagte Tim Jerat. Nach fünf Minuten bekam Alemannia die erste Ecke zugeteilt, vor einer Woche brauchten sie für die Übung weit über eine Stunde. Das Team hatte sich etwas vorgenommen. Doch sie spielten ihre Gelegenheiten nicht gut aus, mal ließ sich der enteilte Rafael Garcia noch aufhalten (6.), dann war ein Zuspiel von Graudenz zu unpräzise für den Spanier, der  als Mittelstürmer auflief (10.).

Die Qualität der Torchancen nahm deutlich zu, und der KFC hätte bei erstbester Gelegenheit in Führung gehen müssen. El Houcine Bougjdi hätte freistehend am Elfmeterpunkt den Rückpass sanft einschieben können, stattdessen schlug der Angreifer ein Luftloch in der Größe eines Gullydeckels (18.). Auch Alemannia bekam die große Chance zum 1:0, Garcia verlängerte eine präzise Lejan-Flanke übers Tor (25.).

Eine gute halbe Stunde war gespielt, und Schubert musste einen Wechsel wiederholen, der letzte Woche nicht geklappt hatte. Thackray ersetzte Lünenbach (Pferdekuss) im defensiven Mittelfeld (34.). Ansonsten saß als Defensivkraft nur der gänzlich unerfahrene Marvin Brauweiler auf der Ersatzbank. Aachen bekam an diesem stickigen Nachmittag eine ganze Reihe ruhender Bälle zugeteilt, die eines verband: sie waren harmlos und einfach zu verteidigen durch die Gäste. Die Halbzeit bekam noch den großen Aufreger. Der starke Fabian Graudenz wurde im Strafraum von Ioannis Alexiou umgerissen. Doch statt Roter Karte (Notbremse) und Elfmeter für die protestierenden Hausherren gab Schiedsrichter Sven Waschitzki – nichts (44.). Sekunden später war Halbzeit und Peter Schubert stürmte erzürnt auf den Platz und hielt dem Spielleiter seine Brille hin...

Waschitzki lehnte das Angebot ab, den richtigen Durchblick bekam er nicht mehr. Die Partie geriet unter seiner Führung ein wenig aus den Fugen. Uerdingen bekam noch eine prächtige zweifache Gelegenheit. Dominik Oehlers scheiterte an Löhe, den Nachschuss schob Tim Knetsch aus 15 Metern vorbei (54.). Danach ging den Gästen, die am Mittwoch dem Spitzenreiter Viktoria Köln zwei Punkte abgeluchst hatten, allmählich der Sprit aus. „Wir wollten mindestens einen Punkt hier mitnehmen, aber uns schwanden die Kräfte“, beobachtete KFC-Coach Murat Salar, der später noch auf die Tribüne geschickt wurde, als er dem Referee hämisch Beifall zollte.

Aachen spielte auf die Fankurve, die Mannschaft schüttelte die Unsicherheit aus den Trikots, nahm den KFC in den Schwitzkasten. Das Team attackierte früher, gewann mehr Zweikämpfe. Behrens wurde von Garcia und dem sehr agilen Dominik Ernst freigespielt, scheiterte aber freistehend an Keeper Robin Udegbe (61.). Wucht und Lautstärke nahmen zu, Hoffmann hätte einen Eckball alleingelassen in die Maschen lenken können (64.). Bei nächster Gelegenheit wurde Aachens Verteidiger von Ioannis Alexiou weggerissen: Gelbe Karte für den Sünder, und Elfmeter für das Opfer. Selten hat ein Strafstoß so lange auf die Ausführung warten müssen. Rudelbildung, der Ball wurde immer wieder vom Punkt geschubst, Gelbe Karten für Kofi Schulz und Tim Jerat. Der Aachener ließ sich von 150 Sekunden Wartezeit nicht aus dem Konzept bringen, schmetterte den Ball humorlos in die Maschen zum 1:0 (74.).

Aachen wollte mehr. Kevin Behrens, der längst auf dem Zahnfleisch unterwegs war, legte auf den rechten Flügel, um dann die Flanke von Ernst entschlossen einzuschieben zum 2:0 (84.). Die Partie war entschieden, auch wenn in der vorletzten Minute noch ein Freistoß von der Seite von Tim Knetsch an Freund und Feind vorbei zum 2:1 einschlug (89.).  

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