Aachen - Alemannia holt nicht zum K.o.-Schlag aus

Alemannia holt nicht zum K.o.-Schlag aus

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
Alemannia Aachen - Energie Cottbus
Aachens Tobias Feisthammel und Nils Petersen (links) aus Cottbus versuchen an den Ball zu kommen. Foto: dpa

Aachen. Die erste schlechte Nachricht kam vom Stadionsprecher: Nur 15.386 Zuschauer pilgerten am Freitagabend an den Tivoli. Minusrekord. Zum kalkulierten Schnitt fehlen 5000 Zuschauer, so wird ein wuchtiges Loch in sechsstelliger Höhe in den kleinen Etat gerissen.

Die schlechteste Nachricht stand am Ende des Abends fest: Alemannia verlor 2:3 gegen Energie Cottbus, und das reißt ein unfeines Loch in die Punktetabelle. Zwei Zähler aus vier Partien sind eine magere Ausbeute für die junge Mannschaft, die sich viel Mühe gibt, der es aber auch erkennbar an Durchschlagskraft fehlt. „Spielerisch war das Team gut”, urteilte Trainer Peter Hyballa am späten Abend, „aber ich bin es leid, immer dasselbe zu erzählen”.

Rangelei im Spielertunnel

Die aufregendste Szene der ersten Halbzeit fand im Verborgenen, nämlich im Spielertunnel statt. Cottbus´ Jula und Alemannias Olajengbesi führten das harte Duell auch fort, als eigentlich Pause befohlen war. Die Herren kamen sich deutlich näher, als Friedensengel machte sich Alemannias Sportdirektor Erik Meijer verdient. Der Ruhm verflog schnell, kurz vor Spielende wurde er reklamierend vom Schiedsrichter auf die Tribüne verbannt. Es war viel passiert im zweiten Durchgang....

Die erste Halbzeit dagegen war nicht sonderlich aufregend, Hyballa hatte die identische Formation wie am Sonntag in Fürth aufgeboten. Die Gruppe wich zurück, war nicht wie eine selbstbewusste Heimmannschaft unterwegs.

Stiebers Kunstschuss

Aachen bekam aber die schönste Kombination der ersten Halbzeit hin. Stieber und Junglas dribbelten sich durch, Cottbus-Keeper Kirschbaum kratzte den Heber noch neben das Tor. Das ergab eine von vielen gefahrlosen Ecken für die Gastgeber. Wesentlich gefährlicher waren die Aachener später beim ersten Eckball der Cottbuser. Es entwickelte sich ein feiner Konter über Höger, der Stieber freispielte. Der Neuzugang lief vom rechten Flügel ein, um gekonnt den Ball mit dem linken Fuß in den lange Ecke zu schlenzen (42.). Der Ungar jubelte ausgelassen, schwenkte wie ein Torero sein Trikot und bekam postwendend von Schiedsrichter Michael Weiner die Gelbe Karte gezeigt.

Dieser unverhoffte Treffer hätte beruhigend wirken können, aber auch beim zweiten Heimspiel blieb die Mannschaft nicht cool genug. Timo Achenbach verursachte unnötig den zweiten Eckball der Gäste. Auch dieser ruhende Ball führte zum Erfolg. Cottbus glich per Kopf durch Petersen mit dem Halbzeitpfiff aus.

Die Pausenansprache wirkte, Aachen stellte den Tempomat höher an. Höger traf nach 38 Sekunden in der zweiten Halbzeit zum 2:1. Es folgte die beste Phase der Hausherren, das Team zeigte, wozu es in der Lage ist, es demonstrierte aber auch, wozu es nicht in der Lage ist. Der letzte Punch fehlt dieser Mannschaft. „Wir hatten Cottbus soweit, dass wir sie hätten K.o. schlagen können. Wir machen es nicht, das ist dann auch fehlende Qualität”, urteilte Hyballa. Exemplarisch dient zum Beleg die 57. Minute. Erst schafft es Gueye aus zwei Metern Entfernung nicht, eine Junglas-Flanke einzuschieben, Sekunden später köpft Stehle an den Innenpfosten. Benny Auer kam dazu, aber der Kapitän half auch nicht weiter.

Am Ende hingen die Gesichtszüge auf Halbmast. Cottbus schüttelte sich, schlug zurück, erst vollendete Petersen eine schöne Kombination zum 2:2 (77.), dann zimmerte Shao aus 30 Metern einen Freistoß in die Torwartecke zum 2:3 (79.). Die Aachener reklamierten, dass der Freistoß irregulär verhängt wurde, Sekunden vor Schluss forderten sie nach einem Zweikampf von Tolgay Arslan mit Markus Brzenska Elfmeter. „Da hatte der Schiedsrichter keinen A... in der Hose”, wütete Meijer. Das weise Schlusswort kam von Manuel Junglas. „Wenn wir unsere Chancen nutzen, brauchen wir nicht über den Schiedsrichter zu sprechen.”

Am Montag beginnt der Vorverkauf für Alemannias Pokalspiel am 27. Oktober gegen Mainz 05 (19 Uhr). Der Clou: In allen Vorverkaufsstellen des Zeitungsverlags gibt es ab dann rabattierte Karten für die Tabac Tribüne. In diesem Bereich sind alle Tickets fünf Euro günstiger für den Pokalhit.
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