Aachen - Alemannia hat „eine Menge Spaß” beim 4:0 gegen Augsburg

Alemannia hat „eine Menge Spaß” beim 4:0 gegen Augsburg

Von: Klaus Schmidt
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Alemannia Aachen - FC Augsburg
Aachens Torschütze Nico Herzig (links) bejubelt mit Seyi Olajengbesi sein Tor zum 3:0. Foto: dpa

Aachen. Auf Anhieb konnte sich auch Erik Meijer nicht erinnern. Selbst nach einigem Nachdenken nicht. „Wann haben wir uns das letzte Mal in der 80. Minute so entspannt zurückgelehnt und gesagt: Das Spiel haben wir in der Tasche?”

Alemannia Aachens Geschäftsführer Sport fragte eher rhetorisch, wo doch die Fans „in dieser Saison genug leiden mussten”, wie Trainer Michael Krüger noch einmal feststellte, in einer Saison, „die von Anfang an verkorkst war”. Da fiel dieser Sonntagmittag in die Kategorie „Versöhnung”, rund 20.000 Zuschauer feierten und tanzten und sangen. 4:0, das war mal eine deutliche Ansage, sie ereilte den Gegner wie ein formidabler Schwinger. Mit dieser Niederlage hatte Jos Luhukay, Chefcoach des bis dato Tabellenzweiten FC Augsburg, „nicht gerechnet”, vor allem nicht „mit dieser Höhe”.

Alemannia nahm den Pokal-Halbfinalisten wie auf dem Seziertisch auseinander. „Das war ein sehr guter Tag, wir hatten eine Menge Spaß”, dieser Spaß stand Benny Auer noch Minuten nach der „Welle” vor der Südtribüne ins Gesicht geschrieben. „Vielleicht die beste Saisonleistung”, fasste der wie aufgedreht spielende Daniel Adlung zusammen. „Nach vorne gut agiert, hinten gut gestanden, taktisch sehr gut eingestellt und die Chancen eiskalt genutzt”, kompakter konnte man diesen Auftritt nicht zusammenfassen.

Wieder war die Startelf unverändert geblieben, Erik Meijer sah sich am Ende des Tages bestätigt. „Der Plan, wie wir spielen wollen, funktioniert”, und das sei auch der Maßnahme zu verdanken, den Trainerstab um Eric van der Luer und seine Sicht der Dinge erweitert zu haben. Den ersten Beitrag zum Torfestival schrieb jedoch einer, der den Tivoli nach vier Jahren verlassen wird: Szilard Nemeth vollendete mit links, einem feinen Kunstschuss (23.). Kein Blick zurück im Zorn: „Sicher war die letzte Zeit nicht einfach für mich. Aber ich habe hier sehr schöne Jahre erlebt.”

Ob der zweite Torschütze ein Aachener bleiben wird, ist ungewiss und vom VfL Wolfsburg abhängig. „Ich stehe dort noch ein Jahr unter Vertrag. Aber ich fühle mich hier wohl in der Mannschaft, von daher spräche nichts dagegen, bei Alemannia zu bleiben”, sagte Daniel Adlung, der aus kurzer Distanz erhöhte. In dieser 35. Minute hatte Benny Auer seinen zweiten Scorerpunkt verdient, „das ist auch nicht schlimm. Vielleicht konzentrieren sich die nächsten Gegner dann nicht mehr so sehr auf mich, und ich bekomme wieder mehr Freiräume.” Vom Kapitän und seinem Berater erwartet Erik Meijer bis zum 1. April eine Rückmeldung, ob man auf Basis des Angebots in Verhandlungen einsteigen will.

Augsburg, vom Pokalspiel in Bremen sicher noch gezeichnet und ohne Torjäger Thurk unterwegs, verschluderte seine Chancen (Brinkmann, Rafael, Baier, de Roeck) und leistete sich in der Defensive die entscheidenden Fehler zu viel, die Alemannia weiter mit gnadenloser Konsequenz nutzte. Adlung flankte auf Nico Herzig, Kopfball, 3:0 nach einer guten Stunde. In der Nachspielzeit servierte Thorsten Burkhardt für Timo Achenbach, beide früher Fürth, beide eingewechselt, der „Aki” nahm volley das volle Risiko und gewann.

„Viele Spiele in dieser Saison sind sehr zäh verlaufen, aber heute, das war ein Highlight”, sagte Benny Auer. Im Ergebnis „zu hoch, es spiegelt nicht den wahren Leistungsstand wider”, wie Michael Krüger betonte, „aber wir waren heute die bessere Mannschaft”. Nach sieben Punkten aus den letzten drei Spielen ist Alemannia auf Rang zehn gekrabbelt, es soll noch „den einen oder anderen Platz weiter nach oben” gehen. Auch der Fernsehgelder wegen, die sie gut gebrauchen können an der Krefelder Straße.
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