Aachen - Alemannia: Glücklicher Sieg nach glanzlosem Spiel

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Alemannia: Glücklicher Sieg nach glanzlosem Spiel

Von: Roman Sobierajski
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Ingolstadts Matthias Wittek kann es (noch) nicht fassen, Aachens Zoltan Stieber feiert dagegen schon sein Traumtor zum Sieg über den Aufsteiger. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Die Familie ist im fernen Ungarn, und so muss Zoltan Stieber seinen 22. Geburtstag vom Samstag notgedrungen alleine nachfeiern. „Ich werde wohl im Restaurant Gulasch essen”, verriet der nun nicht mehr ganz so junge „Vater” des 2:1-Siegs über den FC Ingolstadt seine Pläne für den Sonntagabend.

An Pfeffer und Paprika hat es Stieber auch beim Auftritt auf dem Tivoli nicht gemangelt, und das Lob kam postwendend von Mannschaftskapitän Benny Auer: „Zoltan hat die Fähigkeit, so ein enges Spiel zu entscheiden, da geht es auch um die individuelle Klasse.”

Der 29-Jährige hatte selbst davon bereits nach fünf Minuten profitiert und seinem ersten Treffer gegen den FC Ingolstadt im September 2008 nun den zweiten, wenn auch kuriosen, folgen lassen. „Ich nehme den Ball an, und auf einmal ist der Torwart weg”, schilderte Auer die Entstehung der Führung nach der Vorarbeit von Stieber.

FCI-Torwart Sascha Kirschstein hatte offenkundig mit dem (berechtigten) Abseitspfiff von Schiedsrichter Tobias Christ gerechnet - doch der blieb aus, und Auer konnte mit links unbedrängt zu seinem 50. Tor im Fußball-Unterhaus einschieben.

„Eigentlich hätte wir danach befreit aufspielen können, doch das Gegenteil war der Fall”, schüttelte Florian Müller nach der Partie immer noch ein wenig ratlos den Kopf. Der FC Ingolstadt sortierte sich besser, stellte die Räume zu - und der Aachener Hochgeschwindigkeits-Express kam nicht auf Touren. „Die Raute hat nicht gut funktioniert, wir haben uns im Aufbau zu viele Ballverluste geleistet und standen zu weit auseinander”, beschrieb Trainer Peter Hyballa die Ursachen.

So bekamen die 16.867 Zuschauer im ersten Durchgang nicht den Ausbau der Führung zu sehen, und auch nach dem Wechsel machte sich zunächst der Eindruck breit, dass die Hausherren das Angriffsspiel weitgehend eingestellt hatten und die Gäste höflich einluden, mehr für ihr eigenes Torverhältnis zu tun.

Die Mannschaft von Michael Wiesinger ließ sich nicht lange bitten. „Der Gegner hat uns gut angepresst, und wir hatten kein Rezept dagegen”, sah Hyballa das Geschehen von der Trainerbank aus. Während David Hohs noch den Schuss von Matthias Wittek parieren konnte, trug sich Moritz Hartmann kurz Zeit später als Schütze des ersten Treffers des FC Ingolstadt gegen Alemannia Aachen ein: „Der Ball rutscht durch, und ich schlage eine Kerze”, nahm Florian Müller einen Teil der Schuld für die Entwicklung auf sich, die durch den verlorenen Luftkampf von David Hohs im Ausgleich endete (68.).

„Anschließend haben wir nur noch gekämpft, aber nicht mehr gespielt”, betrieb Hyballa nach dem Abpfiff Spielanalyse. Dass unter dem Strich trotzdem drei Punkte für Schwarz-Gelb notiert sind, ist der entschlossenen Einzelaktion von Stieber zu verdanken: Der Linksfuß bekam an der Nahtstelle zwischen Außen- und Innenverteidiger den Ball, zog Richtung Zentrum und versenkte den Ball in Arjen-Robben-Manier aus gut 23 Metern in den Maschen (80.) und schraubte sein Konto auf vier Treffer und drei Vorlagen hoch.

„Im Training macht er das häufiger”, verwies Aachens Trainer darauf, dass der glückliche Siegtreffer nicht unbedingt ein Glücksschuss war. „Wenn Messi den so schießt, kann man das zehn Millionen Mal im Internet sehen.”

Einige Galavorstellungen abgeliefert und nicht belohnt worden, jetzt kaum geglänzt, aber als Sieger vom Platz gegangen: „Wir können es besser machen und sind selbst nicht zufrieden mit unserer Leistung”, räumte Flo Müller selbstkritisch ein. „Wir werden wenige solcher Begegnungen abliefern”, versprach Tobias Feisthammel mit Blick auf die anstehenden Aufgaben in der Liga in Bochum und im Pokal gegen Mainz.

Der einordnende Blick zurück blieb Kapitän Benny Auer vorbehalten: „In der letzten Saison hätten wir so ein Spiel verloren.”
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