Alemannia: Fans attackieren Aufsichtsrats-Chef Linden

Von: Klaus Schmidt
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Sieht „die Zeit für einen Umbruch gekommen”: Dirk Heinhuis, Vorstandssprecher der Alemannia Fan-IG. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Eines stellt Dirk Heinhuis zu Beginn klar: Es gehe nicht um das Begleichen von Rechnungen auf persönlicher Ebene. Und „dass Jürgen Linden sehr wohl viel für den Verein getan hat”, stehe außer Zweifel.

Doch nun, sagt Heinhuis, „ist die Zeit für einen Umbruch gekommen”. Der Vorstandssprecher der Alemannia Fan-IG und seine Mitstreiter sind an die Öffentlichkeit gegangen, „irgendwann kann man nicht immer nur nicken, da muss man auch Stellung beziehen”. Jetzt „war es an der Zeit, nach diesem unglaublichen Interview”, wie Heinhuis das Gespräch mit Linden in unserer Ausgabe vom vergangenen Freitag bezeichnet. Was die Fan-IG besonders erzürnt: eine „bewusste Täuschung der Öffentlichkeit” durch den Aufsichtsratsvorsitzenden der Alemannia Aachen GmbH.

Linden hatte behauptet, „dass die Wahl von Mitgliedervertretern in den Aufsichtsrat zu der von vielen Seiten kritisierten Aufstockung des Gremiums geführt habe”. Dabei sei es Linden selbst gewesen, „der im Mai 2008 auf die Vergrößerung des Gremiums um zwei weitere Personen gedrängt hatte... Diesen Missstand jetzt den ,organisierten Fans´ zuzuschreiben ist eine Verdrehung der Tatsachen und ein Affront gegen die Mitgliederschaft als Souverän des Vereins.”

Die IG fordert nun eine grundsätzliche Neuausrichtung und umgehende Veränderung der Strukturen. „Wir sind der strikten Auffassung, tunlichst zu vermeiden, dass es in Zukunft zu Interessenkonflikten kommt”, sagt Heinhuis. Das beträfe die Aufsichtsräte Franz-Wilhelm Hilgers und Carlo Soiron, die als Vorstandschef bzw. Aufsichtsratsvorsitzender der Hausbank des Vereins verantwortlich sind; Hans-Peter Appel, Vorstandsvorsitzender der städtischen Gesellschaft, die für das umstrittene Parkhausprojekt mitverantwortlich zeichnete; und Jürgen Linden, der zu Zeiten des Stadionbaus als amtierender Oberbürgermeister den Baulandinhaber repräsentierte und als Aufsichtsratsvorsitzender der Alemannia GmbH zeitgleich oberster Vertreter des Baulandnutzers war. Die IG spricht von Verfilzungen als Grund für die Misere und fordert das Quartett auf, bei den kommenden Wahlen nicht mehr zu kandidieren.

Hilgers, Soiron, Appel gehen

Das Problem des Interessenkonflikts hatten Hilgers und Soiron indes schon vor Monaten erkannt und ihre Konsequenzen gezogen. Der Verwaltungsrat, in dem auch IG-Vorstand Klaus Offergeld sitzt, ist dem Vernehmen nach längst darüber informiert, dass die beiden am 12. Juni nicht mehr antreten werden. Gleiches gilt seit der Zusage einer städtischen Bürgschaft auch für Appel. Und was Linden betrifft: Da macht sich das Präsidium um Alfred Nachtsheim für eine erneute Kandidatur stark. In einer Stellungnahme weist der Vorstand den Vorwurf „unsäglicher Verfilzungen” in den Gremien zurück; man werde „nicht zulassen”, dass der Ruf der Männer-Riege beschädigt wird.

Laut Heinhuis könne es jedoch „nicht sein, dass der Verein kurz vor dem Abgrund steht und Herr Linden sagt: Alles halb so schlimm. Da muss er auch Verantwortung übernehmen, sie tragen, die Sache zu Ende bringen und dann nicht mehr kandidieren.” Aachens ehemaliger OB wollte die Ausführungen der IG nicht kommentieren: Er kenne sie nicht, keiner habe sie mit ihm besprochen, und es gäbe im Augenblick „andere Prioritäten, als sich mit einem Namens-Puzzle zu beschäftigen”. In den Wochen bis zur Jahreshauptversammlung habe man „alle Hände voll zu tun”, da diskutiere er nicht über „zweit- oder drittrangige Fragen”. Außerdem sei die angestoßene Diskussion vom Verwaltungsrat zu führen.

Lindens Reaktion „ist bezeichnend”, so Heinhuis, „und es ist genau das, was wir anmahnen: Wo und wann, wenn nicht in den letzten sechs Wochen vor der Wahl, sollen wir denn darüber sprechen?”
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