Alemannia: Eine Niederlage, die richtig weh tut

Von: Klaus Schmidt
Letzte Aktualisierung:
alemannia rostock
Als Alemannia dann endlich jubelte nach Borgs Kopfball ins Netz (88.), hatte der Linienrichter Einwände - Abseits. Foto: Andy Bünning

Rostock. Wenn es den Begriff des begossenen Pudels nicht schon gegeben hätte - seit Samstagnachmittag wäre er erfunden: Wie die Häuflein Elend verließen die Profis von Alemannia Aachen das Stadion an der Ostsee, 0:1 hatte das Team von Rene van Eck bei Hansa Rostock verloren.

Eine Niederlage, die richtig weh tat: Nach einem frühen Platzverweis mehr als 80 Minuten in Unterzahl, dennoch das bessere Team mit einer Fülle bester Torchancen - und hinten erneut ein Mal nicht aufgepasst.

„Die Moral stimmt, aber letztlich stehen wir wieder einmal ohne Punkte da”, quittierte der Chefcoach die Dienstreise. Die nach dem letzten Ligaspiel gegen Darmstadt 98 (1:1) unveränderte Startelf war schon frühzeitig nur noch eine "Zehn". Als Timmy Thiele - Bein voraus - in das Duell mit Ken Leemans ging, hatte sich der Aachener von der Partie abgemeldet: Schiedsrichter Manuel Gräfe zückte die Rote Karte (11.).

Doch es geschah, was man oft sieht: Die Mannschaft in Unterzahl wuchs über sich hinaus. Alemannia ließ Rostock keinen Raum für geordnete Angriffszüge, Hansa wurde zu Distanzschüssen gezwungen (Blum, Weilandt).

Und hatte Glück, dass die Schwarz-Gelben ihre vorzüglichen Chancen nicht nutzten: Oguzhan Kefkir (39.) scheiterte am Fuß von Keeper Kevin Müller, dann klärte Haas gegen Seyi Olajengbesi auf der Linie, der Nachschuss von Fabian Baumgärtel wurde zur Ecke abgefälscht (40.). Marcel Heller vergab frei vor Müller, und Timo Brauer (beide 44.) zielte etwas zu hoch.

Unglaublich, dass Rostock zur Halbzeit dennoch in Führung lag - und wie: In der Nachspielzeit schlug Holst den Ball Richtung Strafraum, Michael Melka verschätzte sich beim Rauslaufen, Ondrej Smetana köpfte ein. Ein kapitaler Bock des Alemannia-Keepers: „Ich war einen Tick zu spät, fertig. Alles andere zu behaupten wäre Blödsinn.”

Die Mannschaft kam „etwas hektisch” in die Pause, wie van Eck feststellte. Der Trainer eröffnete zwei Möglichkeiten: „Entweder lassen wir uns jetzt zerfleischen und die Hütte vollschießen, oder wir rücken noch enger zusammen. Ich empfehle die zweite Lösung.”

Und das Team setzte die überzeugende, disziplinierte, couragierte Leistung fort, kam zu weiteren Chancen: Kefkir zielte knapp vorbei (59.), dann bediente der Flügelspieler Kai Schwertfeger - Rostocks Kapitän Pelzer verhinderte in höchster Not den Ausgleich (66.). Christian Weber schlug einen Freistoß in den Strafraum - Thomas Stehle rutschte einen Tick zu spät für den Ball zum 1:1 (73.).

Zehn Minuten vor Schluss - Ex-Hansa-Stürmer Freddy Borg war bereits eingewechselt - gesellte sich noch Olajengbesi in der Spitze hinzu. Als Alemannia dann endlich jubelte nach Borgs Kopfball ins Netz (88.), hatte der Linienrichter Einwände - Abseits.

„Bitter”, sagte Manager Uwe Scherr. „Du bist mit zehn Mann die bessere Mannschaft - und schwächst dich durch individuelle Fehler wieder selbst.” Ein leidiges Dauerthema in dieser Saison.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert