Aachen - Alemannia: Ein Sieg, der schmeichelt

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Alemannia: Ein Sieg, der schmeichelt

Von: Klaus Schmidt
Letzte Aktualisierung:
Alemannia Marco Neppe
Sein großer Moment: Anfang Mai erzielte Marco Neppe das 1:0 gegen den KFC Uerdingen. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Mit einer schönen Nachricht wartete der Verein auf, bevor am Abend seine Hauptdarsteller wieder in Aktion traten: Alemannia Aachen hat den Vertrag mit dem Haupt- und Trikotsponsor DocMorris für die nächste Saison verlängert. Am Ende des Tages verbuchte der Fußball-Regionalligist, im neuen, schwarzen Heim-Gewand, auch einen sportlichen Erfolg – berauschend war‘s allerdings nicht.

Mit 1:0 wurde der KFC Uerdingen vor 5800 Zuschauern bezwungen, der damit sportlich gleich wieder abgestiegen ist und den Klassenerhalt nur noch durch die Hintertür schaffen kann. Am Vorjahres-Aufsteiger hat der zuständige Regionalliga-Sender einen Narren gefressen. Sechs Spiele der Krefelder Fußballer werden bis Saisonende live übertragen worden sein, sportliche Klasse dient wohl kaum als Entscheidungsgrundlage.

Das schlechteste Team der Rückrunde hatte auf dem Tivoli keine andere Wahl als zu gewinnen, um die minimalen Rettungschancen zu wahren, und Trainer Murat Salar schickte die Botschaft, die Feuerlöscher bereitzuhalten: „Ich brenne regelrecht auf den ersten Sieg.“

Keine langen Vorreden

Der Kollege Peter Schubert nahm vier Änderungen in der Startelf vor – zwei erzwungene (Opper verletzt, Demai gesperrt) und zwei nach Gefühl (Drevina und Duspara mussten auf die Bank). Neu ins Team rückten Thackray, Stevens, Marquet und Moslehe. Beide Teams hielten sich nicht lange mit Vorreden auf, die Partie kam schnell auf Temperatur und verhieß durchaus gute Unterhaltung mit alles andere als verschüchterten Gästen. Dabei entwickelte Alemannia zunächst mehr Zug zum Tor, allein: Es fehlte die Präzision beim Pass in die Tiefe.

Eine Viertelstunde ging das so, doch statt mehr Entschlossenheit bei den Offensiv-Aktionen aufzubauen, entschied sich Aachen für unkonzentrierte Arbeit und technische Fehler in der Defensive. Und machte damit die Bälle für Uerdingen erst richtig scharf. Bis kurz vor der Pause wurden 4:1 Chancen gezählt, die erste, nachdem Keeper Löhe einen Ausflug unternommen hatte, Schulz den Ball hereingab und Uzun verpasste (18.). Nahezu im Minutentakt nutzten die Gäste den Freiraum und sorgten für Schnappatmung bei den Alemannia-Fans, die sich fragten, wer hier eigentlich die Heimmannschaft war.

Marquet trifft das Außennetz

Lamidi bediente Schulz, der setzte einen Kopfball vorbei. Schulz zielte drüber, der Ex-Aachener Schattner neben den Pfosten. Dazwischen: nur ein Lebenszeichen der Gastgeber, als Moslehe nach Uerdinger Ecke Marquet bediente, der nur das Außennetz traf (28.). Ein 0:0 zur Halbzeit hätte Aachen geschmeichelt, das 1:0 tat es noch viel mehr. Marquet hatte auf dem rechten Flügel den Blick und den Fuß für eine Vorlage auf Neppe, der „Sechser“ knallte den Ball mit einem spektakulären Seitfallzieher aus 17 Metern ins lange Eck (45.).

Das übertünchte eine Leistung, die Peter Schubert nicht zufriedenstellte. Die Konsequenz folgte auf dem Fuße, Dowidat und Moslehe mussten das Feld für Strujic und Abel räumen, der sich mit einem kernigen Schuss knapp am Winkel vorbei einführte. Alemannia bekam die Unordnung im hinteren Teil der Veranstaltung wieder in den Griff und erspielte sich die nächste Chance, vorbereitet von Garcia, vereitelt von Touré, der Abels Schuss blockte (63.).

Löhes Dienste waren erst in der 71. Minute wieder gefordert, der eingewechselte Kaplan versuchte sich aus der Distanz. Aachens letzte Instanz hielt die Null, als er aus dem Tor stürmte und vor Lamidi klärte. Uerdingen lief die Zeit davon, Schubert verstärkte die Defensive (Lünenbach für Garcia), um den Sieg über die Runden zu bringen. Den Marquet fast noch auf 2:0 geschraubt hätte.

„Der Sieg war aufgrund der ersten Halbzeit etwas glücklich“, fasste Marco Neppe den Abend zusammen. „Das hatten wir uns sicher anders vorgestellt.“ Immerhin hatte die Partie ein Highlight, für das er zuständig war.

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