Alemannia: Ein schlanker Löhe und sein Hunger auf Erfolg

Von: Christoph Pauli
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Die Wette gilt: Frederic Löhe will in dieser Saison weniger Gegentore als Spiele erleben. Foto: sport/team 2

Aachen. Der kleine Autogrammjäger stutzte, schaute noch einmal nach in seinem Vereinsheft und hatte dann Gewissheit: tatsächlich Frederic Löhe. Alemannias Torwart hatte sich ein bisschen verändert in der fußballlosen Zeit.

Die Phase ohne Wettkampf ist geeignet, ein bisschen zu sündigen nach den Strapazen der letzten Monate. Löhe hatte eine andere Idee. Er kündigte den Trainern an, dass er quasi durcharbeiten werde in diesem Sommer. Löhe lief und lief und lief. „Ich habe sehr viel im Ausdauerbereich gemacht“, sagt er. Die Löhe-Diät schlug an, erschlankt und muskulöser den je nahm er im Juli wieder die Arbeit auf.

Präziser will der 25-Jährige nicht werden, nur so viel: „Mir fehlen noch ein, zwei Kilo, dann habe ich das niedrigste Gewicht meiner gesamten Profi-Karriere erreicht.“Vor der Saison war ein offenes Rennen zwischen den Torhütern angekündigt. Der kleine Wettkampf war nach ein paar Tagen schon wieder beendet, Löhe und Kengo Fukudome gingen als Nummer 1 und 2 ins Ziel. Die Fronten sind bis auf weiteres geklärt.

Der Torwart hat gerade gute Laune, denn seine Mannschaft hat in den letzten Wochen durchaus erfolgreich eine Gegentor-Diät angefangen. Erst zwei Treffer hat Löhe in dieser Saison gefangen (darunter ein Elfmeter in Kerkrade), auch den Auftakt überstand das Team unbeschadet in Wattenscheid. Freitagabend (20 Uhr) steht gegen Hennef die Flutlichtpremiere an.

Löhe will die Null festhalten, aber es gibt noch einen anderen Aspekt. „In den letzten Jahren haben sich die Gegner häufig auf das Spiel am Tivoli gefreut, das müssen wir ändern: Sie sollen wieder Bammel vor der Kulisse haben.“ Mehr als 7000 Zuschauer werden am Freitag erwartet, wenn das Licht angeknipst wird. „Die Fans haben am meisten gelitten in den letzten Jahren, während die Profis weitergezogen sind“, sagt Löhe. Der Keeper hat in den Ferien ein spezielles „Wiedergutmachungs-Programm“ aufgelegt. Er teilte via Facebook seinen Aufenthaltsort auf Mallorca mit und versprach jedem Anhänger, der vorbeischaute, ein Bier unter Palmen...

Der Figur hat das nicht geschadet, statt Masse ist ein bisschen Klasse dazugekommen. Löhe führt das vor allem auf die Arbeit mit dem neuen Torwarttrainer Ralf Westig zurück. „Das Training hat sehr gehobenes Niveau“, sagt Löhe, „damit müsste er sich auch nicht bei einem Bundesligisten verstecken“, sagt der Keeper, der zu anderen Zeiten bei Borussia Mönchengladbach unter Uwe Kamps („Mein Ziehvater“) trainierte. „Frederic nimmt viele neue Dinge an, er ruht sich nicht aus, er ist explosiver geworden“, gibt es ein dickes Lob von Cheftrainer Peter Schubert.

Mit seinem Torwarttrainer hat Löhe eine kleine Wette laufen. Er will deutlich weniger Gegentore als Spiele (34) erleben. Der Einsatz ist ein Essen, und Löhe ist zuversichtlich, dass Westig die Kreditkarte im nächsten Juni zücken muss. „Unsere Abwehr ist eingespielt. Jeder einzelne Neuzugang verbessert die Qualität im Kader. Und ein Mittelfeld mit Jerat, Demai und Dowidat hat mindestens Dritte-Liga-Niveau.“

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