Aachen - Alemannia: Abedin Krasniqi „braucht einfach ein bisschen Zeit“

Alemannia: Abedin Krasniqi „braucht einfach ein bisschen Zeit“

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
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2. Spieltag Regionalliga West Alemannia Aachen - SC Verl im Bild (Alemannia in schwarz/ gelb): Foto: Alemannia in schwarz/ gelb):

Aachen. In der 68. Minute des Nachholspiels gegen Fortuna Köln am 25. Januar wurde Abedin Krasniqi ausgewechselt, danach verlor sich seine Spur. Der Stürmer wurde im Sommer als Chef der Abteilung „Attacke“ geholt, aber die Ausbeute ist mickrig: zwei Treffer, drei Vorlagen.

Zuletzt war nicht mal ein Plätzchen im Alemannia-Kader für ihn reserviert. Es ist keine gute Zeit für Stürmer im Allgemeinen und für Abedin Krasniqi im Besonderen.

Die Mannschaft ist seit zwei Monaten eine nahezu „geschlossene Gesellschaft“. Sie hat das perfektioniert, was sie am besten kann: konzen-triert verteidigen. Das macht sie außerordentlich erfolgreich, spätestens seitdem Marcus Hoffmann im Januar verpflichtet wurde, dessen Sicherheit ansteckend ist. Alemannia lässt dem Gegner nicht mehr viele Möglichkeiten, die Mannschaft wirkt seit Monaten durchaus stabil, und der absehbare „Einbau“ von Aimen Demai wird die defensive Balance noch weiter verbessern.

Auf der anderen Seite strahlt das Team noch wenig Torgefahr aus – 30 Treffer sind ein eindeutiger Beleg hierfür. Der nächste Entwicklungsschritt, das schnelle Umschalten, das Kreieren von Torchancen, steht noch aus. Im Moment arbeitet die Gruppe meistens Fußball. Und es ist aus Trainersicht nur folgerichtig, dass einer der „Vorarbeiter“ im Sturm steht. Domagoj Duspara ist als Torschütze noch nicht auffällig geworden, kein Angreifer, der für viele Treffer steht, aber ein Angreifer, der permanent dem Gegner wehtut und attackiert.

Völlig neue Erfahrung

Das ist die Entwicklung der letzten Wochen, und Abedin Krasniqi hat sie nur aus der Ferne mitbekommen. „So eine Situation habe ich noch nicht kennengelernt“, sagt er. Überall war er gesetzt, überall hat er seine Tore geschossen. Erklärungen findet er nicht. Vor ein paar Wochen habe er das Gespräch mit Peter Schubert gesucht, aber keine Ansätze gefunden. „Ich bekomme kein Feedback. Also trainiere ich so weiter wie bisher und hoffe, dass sich das Blatt wendet.“ Der 28-Jährige sagt, dass er seine gute Laune nicht verloren habe. Aber einer, der immer nur spielen will und immer gespielt hat, kann mit der Entscheidung nur schwer umgehen. Er ist in seinem Stolz gekränkt, weil die Trainer zuletzt nicht auf seine Qualitäten zurückgegriffen haben. Krasniqi – da lässt er keine Zweifel aufkommen – würde sich immer aufstellen. Eine kleine Pause hätte er akzeptiert, aber jetzt brodelt es. Zu lange ist er in der Warteschleife, und er kann nicht erkennen, warum das so ist.

„Es ist eine ungewohnte Situation für ihn, er war immer gesetzt“, sagt Schubert. „Das ist kein Scheitern, er braucht einfach ein bisschen Zeit.“ So kann man die Dinge sehen, aber der Mann aus dem Kosovo ist kein Nachwuchsstürmer mehr. Vor ein paar Wochen ist er 28 Jahre alt geworden. Er ist schon herumgekommen, geliefert hat er immer: Tore. „Abedin hat seine Treffsicherheit über mehrere Jahre unter Beweis gestellt und wird unser Angriffsspiel beleben“, freute sich Schubert im Sommer, als die Neuverpflichtung feststand.

Unbestritten gilt der Mittelstürmer als bester Fußballer im Kader, der Ball ist ein ganz enger Freund, aber bislang bekommt er die PS nur selten auf den Platz. Die Situation ist auch eine Herausforderung für den Trainer, denn Krasniqi ist kein einfacher Spieler, zumindest nicht, wenn er keinen Marschbefehl erhält. „Wir sind bestrebt, seine Qualität zu nutzen, aber auch er ist nur ein Teil der Gruppe ohne Sonderstatus“, sagt Schubert.

Stürmer brauchen gerade in Zeiten anhaltender Baisse das Vertrauen des Trainers wie Bergwanderer festes Schuhwerk. Aber irgendwann gerät jeder Trainer auch innerhalb der Gruppe in Erklärungsnöte, wenn die Währung, in der der Spieler zurückzahlt, nicht mehr stimmt. In Aachen hat Krasniqi noch einen Vertrag bis 2015. Bislang hat er alle seine Verträge eingehalten, ist nirgendwo vorzeitig geflüchtet. „Mir gefällt der Verein, die Region, mir gefällt nur nicht, dass ich nicht spiele.“

Daran wird sich heute gegen Siegen zunächst nichts ändern. Krasniqi wird nicht in der Startformation erwartet, aber er bekommt einen Kaderplatz. „Vielleicht hilft es ihm auf seinem weiteren Weg, wenn er eine solche Situation bewältigt hat“, sagt Schubert.

Mögliche Aufstellung: Löhe - Schumacher, Hackenberg, Hoffmann, Stevens - Garcia, Neppe, Lejan, Strujic - Marquet, Duspara

Schiedsrichter: Florian Heien (Xanten)

Bilanz gegen Siegen: 13 Spiele - 5 Siege, 4 Remis, 4 Niederlagen

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