Alemannia Aachen kassiert mit 0:2 erste Saison-Niederlage

Von: Klaus Schmidt
Letzte Aktualisierung:
alemannia lippstadt
Auftakt zur ersten Alemannia-Niederlage:Lippstadts Edmund Riemer überwindet Torhüter Frederic Löhe zum 1:0.

Lippstadt. Diese Liga der Traditions- und Kleinstadtklubs und Reservemannschaften ist für Alemannia Aachen eine Reise zu den Extremen. Nächsten Monat wird, so hat es der Verband angesetzt, in der Mönchengladbacher 54.000-Mann-Arena Borussia-Park gespielt.

Den Gegenentwurf lernte das Team von Peter Schubert am Montagabend kennen: das Stadion Am Waldschlösschen, die Heimat des Regionalliga-Aufsteigers SV Lippstadt, die 3700 Zuschauer fasst und den Charme einer Bezirkssport-Anlage versprüht.

Am Ende des Ausflugs in die vermeintliche Beschaulichkeit hatte Alemannia das Tagesziel deutlich verpasst. Mit 0:2 setzte es die erste Niederlage, dazu kassierten Abedin Krasniqi und Kapitän Peter Hackenberg die Rote Karte. „Tut mir leid für unsere Fans“, sagte Chefcoach Peter Schubert. „Wir wollten hier mindestens einen Punkt mitnehmen. Aber wir haben uns zu dämlich angestellt.“

Zuletzt gegen den SC Verl waren Schubert das schnelle Spiel nach vorne und das Defensivverhalten nach dem Führungstreffer als verbesserungswürdig erschienen – Schwerpunkte in der folgenden Trainingswoche. Den Lernerfolg sollte in Lippstadt (berühmteste Söhne: die Rummenigge-Brüder) eine erstmals veränderte Startelf nachweisen. Für Tim Lünenbach gab Hackenberg in der Innenverteidigung sein Saisondebüt, Florian Abel übernahm den rechten Flügel von Nazim Sangare.

Neues Lernziel

Schon nach knapp zehn Minuten konnte der Chefcoach ein neues Lernziel ausgeben: Wie komme ich nach einem Rückstand zurück ins Spiel? „Wir haben zu Beginn überhaupt keine Einstellung zum Spiel gefunden“, monierte der 47-Jährige. Zum ersten Mal lag die „neue“ Alemannia hinten, und Geburtstagskind Freddi Löhe (25) sah dabei etwas unglücklich aus. Polder schlug einen Freistoß in den Sechzehner, Fritz köpfte ins Zentrum, und Aachens Keeper servierte den Ball auf den Fuß von Riemer. „Wohin soll ich den Ball denn abwehren?“, fragte Löhe eher rhetorisch – die Zuteilung vor ihm hatte schlicht und einfach nicht gestimmt.

Die Gäste bekamen keine Struktur ins Spiel, geschweige denn das Heft des Handelns in die Hand. Der Aufbau, speziell aus der Zen-trale heraus, verlief äußerst schleppend, neben Tempo fehlte auch die überraschende und sauber umgesetzte Idee. Die Offensivreihe rannte sich immer wieder in Lippstadts Abwehr fest. Den ersten Torschuss setzte Abel an, bezeichnender Weise aus der Distanz, da war schon eine halbe Stunde gespielt.

Gegen einen zwar leidenschaftlichen, aber hausbackenen Neuling fehlte nicht viel, da wäre Alemannia Sekunden nach Wiederanpfiff einem Zwei-Tore-Rückstand hinterhergerannt, wieder stand Riemer blank vor Löhe. Man konnte das als Weckruf deuten, jedenfalls wurden die Schwarz-Gelben jetzt in der Offensive munterer. Dennis Dowidat verzog knapp, Lippstadt verlegte sich aufs Kontern. Und dann schwächte sich Aachen selbst und innerhalb von zehn Minuten doppelt: Abedin Krasniqi deutete gegen Barton eine Tätlichkeit an, so sah es Schiedsrichter Maibaum und als Grund genug, Rot zu zeigen (60.). Der Sünder gab zu Protokoll: „Im Fallen treffe ich ihn, Gelb hätte gereicht.“ Im Kollegenkreis stieß der Stürmer auf wenig Verständnis. Löhe: „So eine bescheuerte Rote Karte.“ Hackenberg folgte in die Kabine nach einer Notbremse an Maier, „es war kritisch, ich hätte das nicht entscheiden wollen“. Der unglückliche Debütant: „Wir bekommen zur falschen Zeit Rot, und die machen zur richtigen Zeit ihre Tore.“

Neun Minuten vor Schluss köpfte Jevric nach Flanke von Traufetter zum 2:0 ein. „Keine echte Torchance, das war mager“, sagte Löhe. Peter Schubert hofft, seine Mannschaft möge nach diesem Abend dann Folgendes lernen: „Dass uns nichts geschenkt wird, nur weil wir Alemannia Aachen heißen.“

Der Liveticker zum Nachlesen auf unserem Lokalsport-Portal FuPa.net.

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