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Alemannia Aachen ist wieder schuldenfrei

Von: pa/red
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Alemannia
Alle vier Gläubigergruppen (Bürgschaftsnehmer, Kleingläubiger bis 750 Euro, Anleihegläubiger und Sonstige) stimmten einstimmig bzw. mit deutlicher Mehrheit für die Annahme des Insolvenzplans. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Am Ende des Verfahrens gab es Beifall, wohl weil das Verfahren endlich am Ende ist: Alemannia Aachen ist entschuldet und saniert. Bei der Gläubigerversammlung am Dienstag im Eurogress stimmten mehr als 99 Prozent der Gläubiger dem Insolvenzplan zu, den der Insolvenzverwalter Rolf-Dieter Mönning vorher erläutert hatte.

Die Gläubiger verzichten damit auf etwa 68 Millionen Euro. Das Amtsgericht Aachen kann den bestätigten Plan in Kürze aufheben, wenn die Beschwerdefrist verstrichen ist.

Von den etwa 10.500 hatten lediglich 1800 Gläubiger ihre Ansprüche angemeldet. Bei der finalen Versammlung konnten nur noch 550.000 Euro verteilt werden. Die Gruppe der drei Bürgschaftsnehmer – Volumen: 45,79 Millionen Euro – musste sich mit der Mini-Quote von 0,5 Prozent zufrieden geben. Möglicherweise wird bei den Quoten noch etwas nachgebessert in den nächsten Jahren, sofern Haftungs- und Anfechtungsansprüche geltend gemacht werden können. Solche Ansprüche wurden in eine eigens gegründete Zweckgesellschaft ausgegliedert, damit das Verfahren bereits schnell beendet werden konnte.

Mönning bezeichnete den Tag als „Auftakt zur Wende“. In den nächsten Wochen müssen nun die Gremien beim Verein neu besetzt werden. „Es hat sich ein Kern von Persönlichkeiten gebildet, die bereit sind, Funktionen zu übernehmen und sich auch finanziell zu beteiligen, kündigte Sanierungs-Geschäftsführer Michael Mönig an.

Von finanziellen Altlasten befreit und mit dem Tivoli als Spielstätte habe die Alemannia laut Mönning gute Voraussetzungen für sportlich höhere Ziele. „Voraussetzung aber muss sein, dass hier künftig seriös und wirtschaftlich realistisch gearbeitet wird.“

Hauptauslöser für die Finanzmisere war das im Sommer 2009 eröffnete 50 Millionen teure Tivoli-Stadion. Hohe Rückzahlungen hatten dem Klub zu schaffen gemacht. Nach einer Umschuldung hatten externe Prüfer weitere Finanzlöcher entdeckt.

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