Aachen - Aachens Angreifer bleiben anonym: 0:2 gegen Gladbach II

Aachens Angreifer bleiben anonym: 0:2 gegen Gladbach II

Von: Christoph Pauli
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Mittendrin statt nur dabei: Alemannias Michael Lejan (Mitte) gehörte zu den wenigen Profis, die keinem Zweikampf auswichen. Foto: Birkenstock

Aachen. Einige Male hüpfte Michael Lejan der Ball einfach davon, dem Belgier unterliefen leichte technische Fehler. Aber als die furchtbare Partie zu Ende gespielt war, gab es dennoch ein berechtigtes Sonderlob von Trainer Peter Schubert. „Er hat sich in die Partie gebissen, hat jeden Zweikampf gesucht. Wenn man sieht, wie unser ältester Spieler vorangeht, muss sich der eine oder andere fragen, ob er nicht mehr machen kann.“

Der Frust kehrte zurück zum Tivoli, nach fünf erfolgreichen Spielen in Serie gab es ein 0:2 gegen Mönchengladbachs Zweitbesetzung. Das Ergebnis gab nach Lage der Dinge den Spielverlauf durchaus korrekt wieder, die Gäste nutzten konsequent ihre handverlesenen Möglichkeiten.

Die Hausherren enttäuschten nahezu flächendeckend. Sie traten nicht auf wie eine Mannschaft, die nach fünf erfolgreichen Spielen vor Selbstvertrauen strotzt, eher im Gegenteil. Fast komplett lethargisch nahmen sie die Niederlage entgegen. „Wir waren nicht giftig, nicht aggressiv genug“, ärgerte sich Abwehrchef Marcus Hoffmann, auch diesmal einer der Besseren.

Sein Trainer vermutete, dass die Dienstag-Partie in Lotte viel Substanz gekostet habe. Die Spieler widersprachen. „Wir hatten vier Tage Zeit, um uns zu erholen, daran lag es nicht“, urteilte Dennis Dowidat. Gründe für diesen rätselhaften Auftritt ließen sich kaum finden. 6800 Zuschauer beobachteten eine seltsame Streuung bei Pässen selbst über wenige Meter.

Die Strafräume waren fast völlig verkehrsberuhigte Zonen, Chancen eine Rarität. Die Teams belauerten sich, minimierten das Risiko. Ballverluste gab es genug auf der Restwiese, aber das Umschaltspiel der Aachener war nicht gut. Das Spiel hatte kaum Tiefe, die Lauf- und Tempobereitschaft war unterrepräsentiert, alle Offensivkräfte machten aus ihren Fähigkeiten ein großes Geheimnis und blieben 90 Minuten nahezu völlig anonym. Kaum wurde mal ein Angreifer da gesichtet, wo es weh tun könnte.

Ein paar harmlose Fernschüsse waren die gesamte Ausbeute. Die einzige Szene, die zunächst in Erinnerung blieb, war ein Schuhwurf von Gladbachs Giuseppe Pisano, der die Arbeitsausrüstung von Michael Lejan reaktionsschnell vom Spielfeld schleuderte. Auch dafür gab es am Weltfrauentag von Schiedsrichterin Marija Kurtes als bleibende Erinnerung eine Gelbe Karte.

Da waren bereits 40 zähe Minuten gespielt. Fast unverhofft folgten dann doch noch Höhepunkte. Sascha Tobor entwischte auf der rechten Seite Aachens Linksverteidiger Jannik Stevens. Frederic Löhe hätte die Situation noch entschärfen können, doch der Keeper entschied sich, mit dem Fuß statt mit der Hand zu klären. So blieb der Ball im Spiel, und Mario Rodriguez konnte mühelos den Abpraller verwandeln (42.). „Da haben wir verteidigt wie eine Schülermannschaft“, wunderte sich Hoffmann. Die Parade reposte hätte es schon im Gegenzug geben könnte. Dennis Dowidat knallte eine Stevens-Flanke aus elf Metern vor die Fäuste von Gladbachs Torwart Janis Blaswich (44.).

Aachens Trainer stellte um, tauschte den formschwachen Marvin Ajani wieder gegen Rafael Garcia aus, ließ die Mannschaft höher agieren. Es blieb dennoch weitgehend trostlos. Hoffmann scheiterte mit einem wuchtigen Kopfball nach einer Ecke noch an Blaswich (58.). Mehr Aachener Möglichkeiten ergaben sich nicht, das Team tapste unbeholfen durchs Spiel. „Wir sind in der zweiten Halbzeit in Lethargie verfallen, haben uns einschläfern lassen“, räumte Dowidat am Ende ein.

Ein einstudierter Standard (!) brachte die Entscheidung. Die Linksecke nahm Ritter aus dem Hintergrund volley, Benjamin Barg veränderte per Kopf entscheidend die Flugbahn zum 0:2 (66.). Und damit war der Fall erledigt, die Aachener nahmen die Niederlage ohne große Gegenwehr entgegen. Vielmehr hätten die Gäste durch Kwame Yaboah in der Schlussphase das Ergebnis noch höher schrauben können. Alemannia hisste vorzeitig die weiße Fahne.

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