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Aachen wird in Hamburg eiskalt erwischt

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
FC St. Pauli - Alemania Aachen
Warm angezogen beobachtet ein junger Fan vom FC St. Pauli bei Temperaturen um Minus acht Grad das Spiel seiner Mannschaft. Foto: dpa

Hamburg. Als Schiedsrichter Felix Zwayer diese Karikatur eines Fußballspiels beendete, blieben nur unzufriedene Trainer zurück. Aachens Michael Krüger wurmte eine betont überflüssige 0:1-Niederlage. St. Paulis Cheftrainer Holger Stanislawski war völlig verdattert, wie seine ambitionierte Mannschaft im zweiten Durchgang völlig den Rhythmus verloren hatte.

„Wir haben mit sehr viel Glück und weniger mit Geschick diesen Sieg über die Runden geschaukelt”, urteilte der Paulianer.

Aachens Trainer Michael Krüger hatte den Plan Duisburg hervorgekramt. Dort siegte seine Mannschaft im 4-1-4-1-System. Wieder bildete er mit Babacar Gueye den Sturm. So musste der übliche Sturmführer Benjamin Auer erstmals in seiner Aachener Zeit mit langem Gesicht auf der Bank Platz nehmen.

Krügers Plan ging nicht auf, vermutlich lag es aber nicht am System, sondern an der Lethargie seiner Mannschaft. St. Paulis Mannschaft wirkte deutlich entschlossener im ersten Durchgang.

Zweimal rettete Thorsten Stuckmann brillant. Erst lenkte der Keeper einen Schuss von Carsten Rothenbach gekonnt an den Pfosten (6.), dann wischte er Rouwen Hennings in letzter Sekunde die Führung vom Scheitel (28.).

Die Hausherren waren die energischere Mannschaft mit deutlichen Vorteilen auf den Flügeln. Und doch war der Führungstreffer nicht sonderlich zwingend.

Cristian Fiel behakte den Ex-Aachener Florian Bruns, als auch noch Daniel Adlung und der fahrige Aimen Demai zur Hilfe herbeieilten. Bruns steckte durch für Max Kruse, der zum 1:0 vollendete. Die Gästen wurden eiskalt erwischt.

Das war nicht schwierig bei Außentemperaturen von minus 10 Grad, die sich noch heftiger anfühlten, weil ein sibirischer Ostwind durch die Baustelle pfiff. Selbst die Rasenheizung hatte kapituliert, so dass diese Partie streckenweise auf betonhartem Untergrund stattfand.

Die Hausherren freundeten sich besser mit solch unwirklichen Bedingungen an. Aachen war nicht mehr die selbstbewusste Expedition der letzten Wochen. Sie rückten nicht heraus, sie waren zaghaft in vielen Zweikämpfen.

Nur Daniel Adlung hatte eine Chance, fand bei seinem Schlenzer aber in Keeper Matthias Hain seinen Meister (27.). Aachen wirkte festgefroren. Das änderte sich erst nach einigen Hinweisen in der Pause.

Aachens Mittelfeld bekam die Partie mit 45-minütiger Verspätung in den Griff, angetrieben von dem quirligen Kevin Kratz und Cristian Fiel. Der Kapitän war wieder in die Startelf gerückt. Die Gäste drängten, drückten, bekamen ihre Möglichkeiten.

Ihr bester Angreifer war ein Verteidiger. Mirko Casper feierte ein vorzüglicher Comeback als linker Verteidiger. Als Torschütze wurde aber auch der Allrounder nicht auffällig.

Aachen sicherte sich die zweite Halbzeit deutlich nach Punkten, am Ergebnis änderte sich dadurch nichts mehr. Pauli gewann das Eislaufen. Diese Bedingungen berauben zwei attraktiven Teams alle ihre Möglichkeiten, das ist Zufallssport, war Aachens Manager Erik Meijer betont unzufrieden.

Sein Trainer Michael Krüger tröstete sich mit der zweiten Halbzeit: In dieser Phase haben wir die Leistung der letzten Wochen bestätigt. Aber weil es auch noch eine indiskutable erste Halbzeit gab, wurden die Gäste in Hamburg kalt erwischt. Eiskalt sogar.
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