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Aachen unterliegt Essen nach zwei Standardtoren

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
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Diesmal hat Alemannia-Torhüter Frederic Löhe den Ball vor dem 1:0-Torschützen Christian Knappmann, Tim Lünenbach vertraut den Fangkünsten seines Keepers. Foto: Andreas Steindl

Essen. Frederic Löhe kam zornbebend vom Platz. „Innerhalb von fünf Minuten verlieren wir hier, das ist unfassbar.“ Alemannias Keeper war sauer. 2:0 hatte seine Mannschaft gerade bei Rot-Weiß Essen verloren. Sie hatte wieder zwei Tore nach Standards kassiert. Löhe hatte größeren Anteil daran, dass die Partie nicht höher endete, als seine Mannschaft am Ende ins Risiko gehen musste.

„Wir haben Lehrgeld gezahlt“, lieferte Peter Schubert die Überschrift des Tages. Der Trainer hatte seine Mannschaft stärker reformiert. Marco Neppe musste mit Knöchelproblemen passen, für ihn stand Nico Opper erstmals in der Startformation. Tobias Ahrens und Florian Abel ersetzten Rafael Garcia und Masato Yoshihara. Der Trainer setzte auf viele Positionswechsel rund um Mittelstürmer Dennis Dowidat. Soweit der Plan, der schon nach 150 Sekunden starke Schrammen bekam, als noch viele Aachener Fans vor dem Stadion warteten. Essen fiel über den Gast erwartungsgemäß her wie Dirty Harry über einen Bankräuber. Die Mannschaft von Waldemar Wrobel wollte schnell den Krisenpfad nach dem mickrigen Saisonstart verlassen.

Überflüssiges Foul, Kevin Pires-Rodgrigues schlug den ersten Freistoß vor das Tor, und Christian Knappmann verlängerte zum 1:0. Der bullige Stürmer, den Ex-Manager Uwe Scherr vor der Saison als seinen „absoluten Wunschspieler“ bezeichnet hatte, war Gegenspieler Kris Thackray entwischt. Der Brite hat erkennbar ein paar Anpassungsprobleme in seiner neuen Heimat. „Nach wenigen Minuten war wieder alles über den Haufen geworfen“, beobachtete nicht nur der Trainer am Spielfeldrand.

Alemannias Problem mit den Standards wird allmählich chronisch, bei vier von fünf Gegentoren ruhte der Ball vorher. „Das kann doch nicht sein, dass wir das nach jedem Spiel beklagen“, war Löhe bedient. Der Respekt der jungen Mannschaft wuchs unnötig, sie wurde zaghaft. „So ein schnelles Tor lähmt etwas“, meinte Schubert. Es entwickelte sich ein enorm fehlerhaftes Duell, das Schiedsrichter Florian Steuer zudem mit dutzenden Pfiffen unnötig zerhackte. Auch der Gastgeber fiel nicht mehr sehr gefährlich auf.

Übertölpelt von einem Einwurf

Alemannia beließ es bei ein paar zarten Andeutungen auf dem merkwürdig rutschigen Untergrund. Opper zielte aus 25 Metern knapp vorbei (34.), die übrigen Kombinationen strandeten schon im Mittelfeld. Halbzeit, nichts war entschieden, aber die Mannschaft verschlief auch den Neustart kollektiv. Essen übertölpelte Aachens Abwehr mit einem weiten Einwurf. Löhe rettete noch gegen Lemke, dann setzte Pires-Rodriguez den Ball an die Latte, ehe Konstantin Sawin unbehelligt zum 2:0 einschieben durfte (47.).

Die Gäste hätten schnell verkürzen können, endlich einmal fanden sie eine Schneise. Sangares Rückpass drosch Abel aus kurzer Entfernung aufs Tor, fand aber in Keeper Daniel Schwabke seinen Meister (52.).

Schubert nutzte sein Auswechselkontingent auf einen Schlag. Thackray (umgeknickt), Abel, Opper raus, Ajani, Garcia, Moslehe rein (61.). Die Mannschaft setzte nach, Sangare oder Ahrens hätten noch einmal für Spannung vor 11.600 – darunter fast 3000 Aachener Anhänger – sorgen können. „Die Fans waren heute besser als wir“, sagte Löhe am Ende.

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