Aachen - Aachen holt den Pfeffer raus

Aachen holt den Pfeffer raus

Von: Roman Sobierajski
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Thorsten Stuckmann
Aachens Torwart Thorsten Stuckmann in Aktion. Foto: dpa

Aachen. Vier Jahre ist es her, dass der Fußballer Erik Meijer gegen den Karlsruher SC zum letzten Mal die Schuhe schnürte. Die Mannschaft leistete sich in der Aufstiegssaison einen pomadigen Auftritt, der Spieler Meijer fiel durch einen arroganten Rückpass auf Torwart Kristian Nicht auf, die Partie ging 1:2 verloren.

Zum Auftakt der Rückrunde hatte sich der Sportdirektor Erik Meijer zu den 19.225 Zuschauern auf die Tribüne in die zweite Reihe gesetzt, um die Darbietung des aktuellen Kaders gegen den KSC zu begutachten. Sein Sitz dürfte noch kalt gewesen sein, als der 40-Jährige zum ersten Mal wieder hochsprang: Die Rückrunde war gerade 42 Sekunden alt, als Babacar Gueye ein präzises Zuspiel von der Grundlinie in den Strafraum brachte. Der Ball fand den gutplatzierten Daniel Adlung, der mit links an KSC-Torwart Markus Miller vorbei zu seinem ersten Treffer für die Alemannia einschob und sechs Finger streckte - als Gruß an die Nummer 6, Jerome Polenz, dem er diesen Treffer versprochen hatte. „Der Gegner ist verunsichert, wir kommen gut ins Spiel”, bewertete Adlung den Effekt.

Doch auch in der Folge hatte Erik Meijer genügend Gelegenheiten, von seinem Sitz aufzuspringen, denn die Alemannia erspielte sich (meist über links) Chancen fast im Minutentakt - und arbeitete verbissen daran, das Team mit der schlechtesten Chancenauswertung zu werden. Die drei Chancen von Benny Auer - ein Schuss neben den Pfosten (3.), der Kopfball über das Tor (9.) und sein von Miller abgewehrter Schuss (30.) - hätten in der vergangenen Saison vermutlich sogar fast für vier Treffer gereicht.

Doch es kam noch schlimmer: Nach einem Zuckerpass von Kevin Kratz auf Gueye rannte Miller den Senegalesen um, und Schiedsrichter Guido Winkmann zeigte auf den Elfmeterpunkt. Auer legte sich den Ball zurecht, signalisierte durch seine Haltung schon frühzeitig, wohin der Schuss gehen würde - und Miller konnte mit seiner Parade seinen Fehler wieder ausbügeln (32.).

„Eigentlich bin ich kein Chancentod, doch heute war es wie verhext”, rätselte der Stürmer über seine schwarze Serie. Es gelang kein weiteres Tor vor dem Pausentee, dafür dürften sich Meijers Sorgenfalten vertieft haben, als kurz vor dem Wechsel Manuel Junglas verletzt ausgewechselt werden musste. Erst am Montag wird sich klären, wie gravierend die Blessur ist. Zudem war Kapitän Cristian Fiel mit einem blockierten Halswirbel ausgefallen, hätte aber ohnehin nicht in der Startformation gestanden.

Im zweiten Durchgang brauchte die Alemannia wieder weniger als vier Minuten, um den Pfefferstreuer auszupacken: Milchraum tauchte nach grandiosem Zuspiel von Gueye allein mit Auer vor dem KSC-Torwart auf, legte quer auf Auer („Ich habe extra geschaut, ob kein Grashalm im Weg steht”), und diesmal nutzte der 29-Jährige seine Chance zum 2:0 (65.). „Wir hätten den Gegner kaputt spielen können, doch zumindest haben wir uns viele Chancen herausgearbeitet. Wir schließen nahtlos an, wo wir die Hinrunde beendet haben”, sagte Erik Meijer.

Die Gäste kamen nach Pfostenschuss von Lars Stindl (54.) und dem Treffer von Niklas Tarvajärvi (58.) zwar wieder ins Spiel, doch Dino Drpic erwies sich nach seinem Eigentor im Hinspiel erneut als einer der gefährlichsten Aachener Torschützen und stellte mit seinem Kopfball ins eigene Netz (65.) den alten Abstand wieder her. Der vierte Treffer wollte trotz bester Chancen durch Kratz (81.) und Gueye (82.) nicht fallen. „Was wir an Chancen verballert haben, da kann einem Angst und Bange werden”, freute sich Trainer Michael Krüger zwar über den Sieg - aber nicht über die neuen grauen Haare auf seinem Kopf aus den abgelaufenen 90 Minuten.
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