Bremen/Aachen - WM in Bremen: Aachener Lateinformation auf Platz 4

WM in Bremen: Aachener Lateinformation auf Platz 4

Von: Von Helga Raue
Letzte Aktualisierung:
4601367.jpg
Golden sind nur die wunderschönen Kleider: Die Lateinformation Aachen/Düsseldorf wird bei der WM in Bremen für eine tolle Leistung mit „Prince of Persia“ als Vierte nicht belohnt. Foto: Jürgen Karl

Bremen/Aachen. „Letztlich läuft die WM auf das Duell dieser vier Teams hinaus. Also haben wir verloren, wir sind Vierter geworden.“ Nüchtern zog Torben Bölk dieses Fazit, doch man spürte den Schmerz, die Enttäuschung und auch eine gehörige Portion Wut, die in den Worten des FG-Kapitäns lag. In der eigenen Wahrnehmung und der des Publikums, die sich in einem Pfeifkonzert zeigte, hatte die Lateinformation der FG Tanzsportzentrum Aachen/TD TSC Düsseldorf Rot-Weiß erneut eine Medaille bei der Weltmeisterschaft in Bremen verdient gehabt.

Gold ging – verdient – an Gastgeber Grün-Gold-Club Bremen, Silber und Bronze an Klaipeda Zuvedra aus Litauen bzw. Vera Tyumen aus Russland.

„Wir haben uns von Runde zu Runde gesteigert. Meine Mannschaft hat alles abgerufen, was sie kann, und sehr kompakt getanzt“, freute sich GGC-Coach Robert Albanese, der 2011 bei der WM in Litauen noch den undankbaren vierten Platz hinter Aachen/Düsseldorf belegt hatte. Vier der Wertungsrichter zogen für “The Final Countdown“ die Platzziffer eins, drei die drei – einer mehr, und Bremen wäre auf der Heim-WM nur Dritter geworden.

Entthront wurde Weltmeister Litauen, dessen neues Programm „Rio“ für Erstaunen gesorgt hatte. Denn die neue Choreographie zur Musik des gleichnamigen Films ist bei weitem nicht so anspruchsvoll wie die vorherigen Erfolgschoreographien. Zumal sich wie auch bei den sonst so korrekten Russen einige Patzer und ungewohnt unsynchrone Bilder eingeschlichen hatten. Im Finale spulte Tyumen seine schon bekannte Choreographie „Around the world“ routiniert und sicher, aber unterkühlt runter, doch der Funke sprang nicht wirklich über.

Ganz anders bei der FG Aachen/Düsseldorf, die ein Feuerwerk an Emotionen auf dem Parkett abbrannte. „Wir haben ein sehr gutes Turnier getanzt, mit einem sehr guten Finale“, lobte FG-Cheftrainer Oliver Seefeldt sein Team. „Mit dem Ergebnis bin ich allerdings nicht einverstanden, wir hatten ein anderes Gefühl. Aber wir sind eins der neueren Teams, und da ist es schwer, dieses vor einen Welt- oder Vize-Weltmeister zu setzen.“

Ein Sturz im Finale hatte es für die Richter einfacher gemacht, auch wenn der eigentlich nicht gewertet werden darf. Eigentlich – doch angesichts des Duells auf Augenhöhe dürfte Aachen/Düsseldorf das Punkte gekostet haben. So war das Ergebnis am Ende überraschend – und schmerzhaft deutlich: Je ein Richter sah das FG-Team auf Platz zwei bzw. drei, fünf zogen die Platzziffer vier. Platz vier unter 18 Teams aus elf Nationen, darunter sogar eine mongolische Formation, das ist hervorragend und trotzdem eine Niederlage, die nicht jeder versteht.

Zwei Mitglieder der polnischen Delegation, die Oliver Seefeldt begeistert zu seiner fantastischen Choreographie beglückwünschten, brachten es tröstend auf den Punkt: „Zwei deutsche Teams auf Platz eins und zwei wollen sie halt nicht haben. Politik ist Politik.“ Dem bleibt nichts hinzuzufügen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert