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Viktoria Köln gegen Alemannia: „Es ist ein Gradmesser“

Von: Klaus Schmidt
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Bei der Arbeit: Alemannias Defensivverbund mit Peter Hackenberg (von rechts), Tim Lünenbach, Dominik Ernst, dem derzeit gesperrten Kevin Behrens, Aimen Demai und Marcus Hoffmann im Spiel gegen den FC Kray. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Die nackte Zahl könnte zu dem Schluss führen, dass sich da einer zur Mitte seiner Karriere plötzlich zum Rüpel entwickelt. Ligaweit bringt es nur der Wattenscheider Burak Kaplan auf mehr Gelbe Karten, deren sechs und damit eine weniger hat Peter Hackenberg bislang eingesammelt.

„Sechs Karten, die habe ich im Normalfall in zwei Saisons. Und eine Gelbsperre hatte ich noch nie“, sagt Alemannia Aachens Vizekapitän. Schon nach neun Partien musste Hackenberg diesmal aussetzen, nicht wegen eines neuen persönlichen Stils. „Wir verteidigen jetzt offensiver. Da muss man manchmal zu taktischen Fouls greifen.“ Vier Mal wurde der Innenverteidiger deswegen verwarnt, dazu je ein Mal für ein rüdes Foul und Trikotziehen.

Peter Hackenberg ist Mitglied eines Verbunds, der die zweitbeste Defensive der Regionalliga West stellt. Freitagabend (19.30 Uhr) wartet die auf dem Papier größte Herausforderung, Viktoria Köln mit der stärksten Offensive. Mit einem Sieg kann Alemannia zum Spitzenreiter aufschließen, als Reifeprüfung sieht Hackenberg das Top-Spiel jedoch nicht. „Es ist ein Gradmesser, um zu sehen: Was muss man leisten, um oben mitspielen zu können?“ Ob da auf Strecke was geht für die Schwarz-Gelben, „das sollte man allerdings nicht an diesem einen Spiel festmachen“.

„Über den eigenen Erwartungen“

Vermutlich muss auch Viktoria dicke Bretter bohren, um einen Konkurrenten, der „sehr gut dasteht“ und „über den eigenen Erwartungen liegt“ (Hackenberg), mindestens auf Distanz zu halten. Aachen lässt bemerkenswert wenige Chancen für die Gegner zu – Ergebnis einer Entwicklung, die mit dem Zugang von Marcus Hoffmann in der vergangenen Winterpause begann. „Michael Lejan war dann schnell auf der linken Außenposition eine Bank, im Sommer haben wir Dominik Ernst für die rechte Seite dazubekommen, und Freddy Löhe ist für mich der beste Torhüter der Liga“, sagt Peter Hackenberg. „Das sind vier Leute in der Abwehr, die mein Unvermögen auffangen können . . .“

Peter Schubert macht die Stabilität an weiteren Faktoren fest. „Die Jungs kennen sich jetzt besser, die Abstimmung ist besser“, stellt der Cheftrainer fest. „Wir haben mehr Erfahrung auf dem Feld, und die Verantwortlichkeiten verteilen sich auf mehr Schultern.“ Defensivstärke ist immer auch das Produkt des großen Ganzen. „Wenn die vorne einen guten Job machen, haben es die hinten einfacher.“ Außerdem, sagt Peter Hackenberg: „Wir haben in dieser Saison deutlich mehr Ballbesitz. So kommt weniger Druck auf die Hintermannschaft.“

Wille und Gier

Natürlich „geht es schon ein bisschen um was“ in Köln. Schubert erwartet „sicher ein intensives Spiel. Viktoria steckt in einer Ergebniskrise und ist zum Siegen verdammt, wir wollen nach den beiden Niederlagen in der letzten Saison punkten.“ Peter Hackenberg verspricht: „Wir werden mit unseren Fans im Rücken“ – bis zu 3000 laut Prognosen – „alles tun, um mit drei Punkten nach Hause zu fahren. Wir können uns jetzt oben festsetzen.“ Von mehr will Hackenberg nicht sprechen. „Wir sind immer noch in einem Entwicklungsprozess. Aber Wille und Gier sind groß.“

Mögliche Aufstellung: Löhe - Ernst, Hackenberg, Hoffmann, Lejan - Jerat, Lünenbach - Garcia, Demai, Dowidat - Dagistan

Schiedsrichter: Cetin Sevinc (Waltrop)

Bilanz gegen Viktoria Köln: 42 Spiele - 23 Siege, 9 Remis, 10 Niederlagen (92:64 Tore)

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