Aachen - Verdientes 2:1 gegen Siegen: Zwei Torpremieren am Tivoli

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Verdientes 2:1 gegen Siegen: Zwei Torpremieren am Tivoli

Von: Klaus Schmidt
Letzte Aktualisierung:
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Das Team von Peter Schubert gewann mit 2:1 gegen den Tabellenvorletzten aus dem Siegerland und zeigte dabei eine ansprechende Leistung. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Michael Boris kam schon zum zweiten Mal in dieser Saison am Tivoli vorbei, und neben dem Trainerkollegen des FC Kray wusste er, wie das ist, was Zählbares von der Krefelder Straße mitzunehmen. In Diensten der Sportfreunde Lotte hatte Boris ein 1:1 verbucht, nun reiste der neue alte Coach der Sportfreunde Siegen als „krasser Außenseiter“ und mit der Ahnung an, „dass wir Aachen sicher nicht an die Wand spielen werden“.

Die ganze Last dieses Spiels lag auf Alemannia-Schultern, blamieren konnte sich nur die seit neun Partien ungeschlagene Equipe mit der besten Defensive der Liga gegen den Vorletzten mit dem zweitschwächsten Angriff. Im Rennen um die Herbstmeisterschaft, der ersten seit der Bundesliga-Aufstiegssaison 2005/06, legte das Team von Peter Schubert vor und gewann 2:1. Sollte RW Essen am Samstag beim 1. FC Köln II nicht siegen, beendet Aachen die Hinrunde als Tabellenführer.

Kurzfristig musste Peter Hackenberg für Freitagabend absagen. Der Innenverteidiger hatte sich im Training einen Schlag aufs Knie eingehandelt, der einen Einsatz verhinderte. Kris Thackray rückte in die Viererkette, darüber hinaus gab es vier weitere Änderungen im Vergleich zum Pokalspiel gegen Hennef: Aimen Demai, Fabian Graudenz, Dennis Dowidat und Tobias Mohr übernahmen für Tim Lünenbach, Rafael Garcia, Bastian Müller und Sahin Dagistan.

Zur Pause mussten Dominik Poremba die Fäuste glühen. Eine halbe Stunde lang bekam Siegens Keeper vor 8500 Zuschauern praktisch nichts zu tun, Alemannia verzeichnete nur einen abgefälschten Schuss von Tim Jerat (22.) und hatte nach dominantem Beginn durchaus genug damit zu tun, die Gäste nicht zu frech werden zu lassen. Was dann folgte, war ein Chancenfestival, eröffnet durch Dowidat, der mit einem Volleyschuss nach Flanke von Dominik Ernst an Poremba scheiterte (34.). Dann legte Marcus Hoffmann per Kopf für Kevin Behrens auf, Siegens Schlussmann wehrte ab, Behrens staubte ab – und wurde von Schiedsrichter Benjamin Schäfer zurückgepfiffen, weil er den Ball mit der Hand mitgenommen hatte (35.). Fünf Minuten vor der Pause dann die Torpremiere von Kris Thackray: Der Ball rutschte nach Demais Freistoß über einen Siegener Kopf, der Brite stand unbehelligt auf der Rechten Seite und drückte zur Aachener Führung ein.

Drei Chancen in 180 Sekunden

Ohne Poremba wäre wohl schon in der ersten Halbzeit die Vorentscheidung gefallen. Innerhalb von 180 Sekunden verzweifelten Dowidat, Behrens (Kopfball) und Demai (Freistoß) am besten Mann der Gäste.

Eine scheinbar klare Angelegenheit auf der Holperwiese mündete dann nach der Pause in Tumulte. Schäfer ahndete nach einem Freistoß von Glowacz ein Handspiel von Dowidat mit dem Elfmeterpfiff, es folgten Aachener Proteste, eine Rudelbildung, Volina stieß Ernst um. Der Referee zeigte zunächst Keseroglu die Rote Karte, der wahre Sünder zeigte sich selbst an und verließ den Platz. Nach endlos erscheinender Unterbrechung trat Glowacz endlich zum Strafstoß an und verwandelte zum 1:1 (51.). „Das Handspiel war unser einziger Fehler heute“, urteilte Aimen Demai, „ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, die so viel Charakter gezeigt hat und nur auf ein Tor gespielt hat.“

So folgte die wohl intensivste halbe Stunde, die der Tivoli bislang in dieser Saison gesehen hat. Mit Sportfreunden als „sterbenden Schwänen“, einem Schiedsrichter, der nicht zur Beruhigung beitrug, und mit wütend angreifenden Alemannen. Mohr traute sich was und zog innerhalb einer Minute zwei Mal energisch ab, Hoffmann setzte nach Ecke einen Kopfball knapp neben das Tor (70.). Eine Viertelstunde vor Schluss erhielt Dagistan den Marschbefehl, kaum drin, hatte er die erneute Führung auf dem Fuß. Taku Ito kam, der Japaner stand frei – und schoss zu schwach. Und dann folgte Demais Eckball (84.), Ito zog ab ins Glück: erstes Spiel, erstes Tor, der Sieg. „Diese Kulisse hat uns beflügelt, das hat an alte Zeiten erinnert“, freute sich Demai am Abend.

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