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Van Eck: „Worüber soll ich mich beschweren?“

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Bildnummer: 11809225 Datum: 02.11.2012 Copyright: imago/Eibner 3 Bundesligaliga 1.FC Heidenheim 1846 vs. Alemannia Aachen 02.11.2012 Voith Arena Trainer Rene van ECK ( Alemannia Aachen ) ; GER 2013 xns x0x 2012 quadrat Fussball / 3 Liga / Maenner / Saison 2012/2013 Image number 11809225 date 02 11 2012 Copyright imago Eibner 3 1 FC Heidenheim 1846 vs Alemannia Aachen 02 11 2012 Voith Arena team manager René van Eck Alemannia Aachen ger 2013 xns x0x 2012 Square Football 3 League Men Season 2012 2013 Foto: imago/Eibner

Aachen. Seit Jahrzehnten sind Alemannia und der VfL Osnabrück alte Klassenkameraden. Die Wege haben sich oft gekreuzt. Auch am 30. September 1980 zum Beispiel kam Osnabrück als Spitzenreiter der 2. Liga zum Tivoli – und bezog eine denkwürdige Niederlage vor 25500 Zuschauern. Der Tabellenzweite zog mit einem satten 5:0 vorbei. Geschichten aus dem letzten Jahrhundert. Aktuell ist die Lage beim Insolvenzklub Aachen nur noch trist. Vor der Partie heute, wieder gegen den Spitzenreiter, unterhielt sich unser Redakteur Christoph Pauli mit Trainer René van Eck.

 

Haben Sie sich schon bei Nürnbergs Trainer Dieter Hecking beschwert, der Ihnen Alemannia vor nicht einmal zehn Wochen so ans Herz gelegt hat?

Van Eck: Nein, ich habe gelesen, dass er sich öffentlich via Zeitung entschuldigt hat. Aber worüber soll ich mich beschweren? Ich habe mich bei vollem Bewusstsein für Alemannia entschieden.

Sie sind unter eklatant anderen Voraussetzungen in den Wilden Westen gekommen.

Van Eck: Natürlich, wer konnte mit dieser Situation rechnen? Niemand. Sicher werde ich mich bei Dieter Hecking nicht beschweren. Er bleibt für mich ein hervorragender Mensch.

Kommt diese extreme Situation gerade Ihrem kämpferischen Naturell entgegen?

Van Eck: Es gibt viel schlimmere Dinge im Leben. Ich glaube, bei einigen fehlen die Relationen. Das wünsche ich natürlich keinem. Aber die Spieler hier haben immer noch die Möglichkeit, ihrem Hobby nachzugehen: Sie können Fußball spielen.

Ändert sich Ihre Herangehensweise oder Ihre Ansprache an die Mannschaft?

Van Eck: Nein, wir bleiben Wettkampfsportler und müssen so arbeiten. Für uns stehen keine Freundschaftsspiele an. Natürlich ist die Situation sportlich und finanziell sehr schwierig. Aber wir müssen stehen bleiben und uns wehren. Solche Phasen zu überstehen, wird dir im weiteren Leben helfen.

Wie geht das Team mit dem drohenden Untergang des Klubs um?

Van Eck: Man merkt, dass es die Spieler unheimlich beschäftigt. Dafür habe ich großes Verständnis. Aber wer wechseln will, muss Gas geben. Jeder kann Werbung in eigener Sache machen.

Gehen die Gedanken über das finanziell gesicherte Jahr hinaus, gibt es erste Überlegungen, wie so ein neues Team aussehen könnte?

Van Eck: Alles ist in der Schwebe, weil keine Zahlen bekannt sind.

Sie schnüren regelmäßig die Laufschuhe, Torwarttrainer Stephan Straub wirkt ziemlich fit. Ist ein Comeback der Trainer denkbar?

Van Eck: Das tue ich mir und dem Publikum nicht mehr an. Die Idee gibt es auch bei Stephan nicht, wir sollten auf die Jüngeren setzen.

Schmerzt es nicht, dass auch die Strukturen im Nachwuchsbereich zerstört werden?

Van Eck: Das ist ein wunder Punkt. Und es geht nicht nur um den Sport. Mich beschäftigt auch, was aus den Mitarbeitern wird. Da geht es um Existenzen. Hier gibt es sehr viele Leute, die diesen Verein leben. Die verlieren ihre Heimat. Als wir zuletzt in Stuttgart gespielt haben, habe ich unter den Fans heulende Männer in meinem Alter gesehen. Nach außen wirke ich hart, aber solche Sachen gehen mir unglaublich nahe.

Wie reagieren Sie sich ab?

Van Eck: Ich breche die Rekorde im Kraftraum, oder ich gehe ein bisschen mit meinem Hund. Und wenn ich die Stimmen meiner Kinder am Telefon höre, ist sowieso wieder alles gut für mich.

Sind Sie nicht enttäuscht, dass Sie von Leuten getäuscht worden sind?

Van Eck: Solche Gedanken habe ich nicht. Um mich geht es auch nicht. Ich habe zwei Hände, bin gesund, finde immer etwas. Wir können die Vergangenheit nicht ändern, aber die Zukunft beeinflussen. Wie der Trainer von Alemannia heißt, ist nicht wichtig. Aber eine Stadt ohne Alemannia wäre ein unglaublicher Verlust.

Mögliche Aufstellung: Melka - Wilschrey, Olajengbesi, Herröder, Baumgärtel - Schwertfeger, Streit, Drevina - Müller, Heller, Leipertz Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Ergolding) Bilanz: 39 Spiele (19 Siege, 9, Remis, 11 Niederlagen/63:52 Tore)

TV: ab 16.50 WDR Sport im Westen, ab 18.00 Uhr ARD-Sportschau

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