Aachen - Traum-Debüt von Sasa Strujic, dem Robben-Dompteur

Traum-Debüt von Sasa Strujic, dem Robben-Dompteur

Von: Klaus Schmidt
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Keine Angst vor dem großen Namen: Sasa Strujic machte ein formidables Spiel gegen Arjen Robben.

Aachen. Man könnte die Geschichte dieses Spiels verkürzt so zusammenfassen: Als Sasa Strujic ging, flog der Laden auseinander, und der große Arjen Robben kam doch noch zu seinen Szenen. Strujic war solches Gedankengut natürlich so fremd wie noch am Freitag die Idee, zwei Nächte später gegen eine der größten Attraktionen des Fußballs zu spielen.

Der Alemanne lächelte nur bescheiden, bedankte sich für die Kritiken. Und musste dann doch zugeben: „So ein Debüt kann man sich nicht besser vorstellen. Unbeschreiblich.“

Alemannia hatte kurzfristig eine Vakanz auf der Position des Linksverteidigers. Fabian Baumgärtel (zu den Stuttgarter Kickers) und Kristoffer Andersen mochten das reduzierte Angebot nicht annehmen und standen am Sonntag schon nicht mehr im Kader. René van Eck stieß im Fundus schnell auf Strujic, Vizekapitän der U 23. Am Freitag trainierte der 21-jährige Bosnier, geboren in Sarajevo, ab dem siebten Lebensmonat im Grenzland aufgewachsen, zum ersten Mal mit den Profis, am Samstag erfuhr er, dass er im Aufgebot stehen würde. „Und eine Stunde vor dem Anpfiff wusste ich, dass ich spielen werde.“

Eigentlich sei er ja ein Mensch, der sich schon „oft Gedanken macht. Aber da blieb wenig Zeit zum Nachdenken, darüber, dass ich es mit Arjen Robben zu tun haben würde.“ Ein bisschen nervös sei er gewesen, das verflog schnell und war spätestens auf dem Platz vergessen. „Letzten Endes ist das ein Gegenspieler wie jeder andere, den man auszuschalten versucht. Auch wenn’s ein Weltklassespieler ist.“

Die unmittelbaren Nachbarn im Alemannia-Verbund, Sascha Herröder und Oguzhan Kefkir, besprachen mit Sasa Strujic den „Schlachtplan“. „Man weiß ja, dass Robben gerne nach innen zieht. Das versucht man zu unterbinden, wir haben ihn oft gedoppelt.“ Nach zweieinhalb Minuten hatte Strujic sein erstes Duell (mit dem Kopf) gewonnen und nach drei Minuten den Niederländer zum ersten Mal abgelaufen. Strujic zeigte zu keinem Zeitpunkt Anzeichen von Unsicherheit, er spielte technisch sauber, klärte auch in der Zentrale gegen Mario Gomez und leitete überlegt Gegenangriffe ein. „Man ist die ganze Zeit hochkonzentriert. Und wir haben bis zum 2:2 gezeigt, dass wir attraktiven Fußball spielen können.“

Bis Sonntag hatten sich die Berührungspunkte von Sasa Strujic mit den Profis auf insgesamt drei Trainingseinheiten und einen Testeinsatz gegen Eintracht Verlautenheide beschränkt. Nach 67 Minuten im „Retterspiel“ endete nun der Traum, den der Linksverteidiger nicht zu träumen gewagt hätte – ein Mal gegen den FC Bayern zu spielen und dabei Arjen Robben zu neutralisieren, ohne ein einziges Foulspiel. „Ich nehme es so, wie es kommt, und stelle keine Ansprüche“, sagt Strujic. Die hat er wortlos jedoch angemeldet. „Wir wussten, dass Sasa fußballspielen kann. Aber dass er das auf diesem Niveau gleich so hervorragend macht, war überraschend“, auch für René van Eck.

Der Chefcoach traf die nächste schnelle Entscheidung, eine konsequente. „Warum sollte man jetzt was anderes versuchen?“, am Samstag im ersten Ligaspiel des Jahres gegen Saarbrücken. „Das kann man gleich so stehen lassen.“ In der Viererkette links. Mit Sasa Strujic, dem Robben-Dompteur.

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