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TK Kurhaus verteilt die Höchststrafe

Von: Roman Sobierajski
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Erneut ein grandioser kämpferischer Einsatz: Simon Greul belohnte sich gegen Johannes Ager mit einem Zweisatz-Sieg. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die Spieler beschwerten sich unisono, Kurhaus-Spieler Philipp Kohlschreiber ermunterte sogar ein (leicht überfordertes) Ballkind: „Den kannst Du in die Tonne werfen“, und auch Oberschiedsrichter Jo Beckers hat im offiziellen Spielbericht die mangelnde Qualität der vorgeschriebenen Tennisbälle festgehalten.

Am Ergebnis änderte das Ärgernis – zu schnell abgespielt, zu weich, zu wenig „touch“ – jedoch wenig: Der TK Kurhaus schlug am dritten Spieltag der Tennis-Bundesliga den SV Wacker Burghausen mit 6:0 und geht mit den angestrebten drei Siegen aus drei Partien in die wichtige Begegnung bei Grün-Weiß Mannheim am kommenden Sonntag.

Auch wenn sich das Ergebnis eindeutig liest und die Burghausener nicht mit der besten Besetzung antraten (ohne die Topspieler Carlos Berloq und Guillermo Garcia-Lopez): Es war über weite Strecken vor 700 Zuschauern und bei sengender Sonne vor allem in den Einzeln ein hartes Stück Arbeit für die Spieler des Deutschen Meisters. Zumal die Mannschaft auch ohne Florian Mayer auskommen musste, der am Samstag das mit 150.000 Euro dotierte Challenger in Braunschweig gewonnen hatte und sich ausgepowert fühlte.

Recht klare Angelegenheiten waren die Partien auf den hinteren Positionen. Dominik Meffert ließ dem 6:3 im zweiten Satz die Höchststrafe folgen, als der Österreicher Christian Magg kaum noch einen bundesligareifen Aufschlag übers Netz brachte. Ein härteres Stück Arbeit hatte Simon Greul zu absolvieren, der auf den früheren europäischen Top-Juniorspieler Johannes Ager traf. Greul konnte den Österreicher zwar früh breaken, büßte die 3:0-Führung allerdings wieder ein, weil Ager hart fightete. Mit einem schönen Return sicherte sich der 32-Jährige dann doch den ersten Durchgang ebenso mit 6:4 wie den zweiten.

Auf des Messers Schneide stand erneut die Partie von Philipp Kohlschreiber gegen Philipp Oswald. Kohlschreiber ging im ersten Satz mit 1:6 ein – und haderte mit den Bällen, den Ballkindern, dem Platz. Anschließend kam der 21. der Weltrangliste besser in die Partie, gewann den Tiebreak – und gestaltete den Champions Tiebreak zum echten Krimi. So ließ Kohlschreiber beim Stand von 8:9 einen Ball ungespielt, weil er ihn im Aus gesehen hatte, fand aber keine Marke.

Der Schiedsrichter schloss sich seiner Meinung an – und der 29-Jährige brachte die Partie mit 11:9 nach Hause. „Mein Gegner hat unheimlich stark gespielt“, analysierte Kohlschreiber anschließend. „Das war eines dieser typischen Matches, in denen es darauf ankommt, bis zum letzten Ball zu spielen.“ Und ein spezielles Lob gab es auch von Trainer Carsten Arriens: „Den Gegner vom Platz hauen, das kann jeder. Kohli hat gezeigt, dass er auch solche engen Matches gewinnen kann.“

Enge Matches gewinnen, das kann auch Daniel Brands, der ebenso in den Champions Tiebreak musste, den er nach Tiebreak-Sieg im ersten Satz ebenfalls mit 10:7 für sich entschied und damit den Sieg klarmachte.

Die anschließenden Doppel waren nicht mehr entscheidend, die Zuschauer sahen aber den ersten Einsatz von Philipp Petzschner nach seiner viermonatigen Verletzungspause in der Bundesliga. „Ich habe in Wimbledon gespielt und trainiere jeden Tag“, erklärte Petzschner nach seiner Schultereckgelenksprengung. „Ich bin fit.“

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