Düren - Sven Anton: Hart arbeiten und Spaß haben

Sven Anton: Hart arbeiten und Spaß haben

Von: Franz Sistemich
Letzte Aktualisierung:
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Bleibt auch bei einer Erfolgsserie gelassen: Sven Anton, Trainer des Volleyball-Bundesligisten Evivo Düren. Foto: imago/mika

Düren. Neun Siege in Folge hat sich Volleyball-Bundesligist Evivo Düren in Meisterschaft und Pokal erspielt, erkämpft, erarbeitet. Morgen könnte der zehnte Sieg in Serie folgen: Aufsteiger TV Bühl tritt mit den Ex-Evivos Heriberto Quero und Vladimir Rakic am Mittwoch um 19.30 Uhr in der Kreis-Arena an.

Dürens Coach Sven Anton erklärt, warum für viele Experten seine Mannschaft das Team der Stunde ist.

Herr Anton, das Hinspiel hat Ihr Team 3:0 gewonnen, also dürfte das Rückspiel ähnlich ausgehen!?

Anton: Für mich zählt nur eins: der Sieg. Wie er ausfällt, ist mir egal. Wir wollen einfach unseren treuen Fans mit einem Erfolg wieder Spaß bereiten, auch wenn Quero und Rakic sich an alter Stätte gut präsentieren und einen Sieg verhindern wollen.

Evivo hat den SCC Berlin und Rekordmeister und -Pokalsieger Friedrichshafen aus dem Pokal geschmissen, Sonntag in der Hauptstadt gewonnen. Fällt es da schwer, sich auf einen Aufsteiger zu konzentrieren?

Anton: Nein, die Partie gegen Rottenburg hat gezeigt, dass du immer 100-prozentig konzentriert sein musst: Du gewinnst den ersten Satz deutlich und prompt verlierst du den zweiten. Gerade auch solche Partien lassen eine Mannschaft besser werden, wenn sie lernt, in diesen Begegnungen so zu agieren wie gegen den VfB Friedrichshafen.

Stichwort besser werden: Die drei Saisonniederlagen hat Evivo in den ersten sechs Spielen kassiert, jetzt ist Düren das Team der Stunde...

Anton: Ach, das ist doch nur ein Begriff. Wir arbeiten mit unserer neu formierten Mannschaft von Beginn an hart, haben aber auch viel Spaß. Und weil die Spieler sich schnell zu einer Einheit gefunden haben, erarbeiten sie sich auch diese Erfolge.

Apropos neu formiertes Team: Der Umbruch war radikal.

Anton: Ja, aber wir haben jetzt Spieler, die Volleyball leben und denken. Auch außerhalb von Training und Spiel. Die Jungs wollen was erreichen, die einzelnen Charaktere bilden ein Einheit. Da hat bei den Spielerverpflichtungen alles gepasst.

Jan Umlauft und Christian Dünnes waren ja als Rückkehrer gute alte Bekannte...

Anton: Ja, aber nehmen Sie nur als Neuzugang Renzo Verschuren. Wir kannten ihn aus seiner Moerser Zeit, waren von ihm volleyballerisch als auch menschlich angetan. Aber kann man in einen Kopf schauen? Aber Renzo hat uns bestätigt: Er ist auch in menschlicher Hinsicht ein Glücksfall für dieses Team.

Dieses Team trainiert oft nur mit acht oder neun Leuten, weil Spieler verletzt oder erkrankt sind. Das sind eigentlich keine guten Voraussetzungen für Siege.

Anton: Ich will überhaupt nicht mehr von unseren Personalproblemen reden. Das Team ist so gefestigt, das es als Einheit diese Probleme auffängt. Da setzt sich jeder für jeden ein. Da darf ein junger Spieler wie Nicolai Kracht Fehler machen, die anderen fangen ihn auf. Oder nehmen Sie das letzte Spiel in Berlin: Christian Dünnes war im ersten Satz praktisch nicht anwesend. Da sind die anderen halt in die Bresche gesprungen.

Aber irgendwann könnte doch die Kraft am Ende sein?

Anton: Natürlich heben die Siege die Moral, schmerzen die Wehwehchen nicht so sehr angesichts der Erfolge, verleihen Siege Flügel. Irgendwann werden wir auch wieder mal verlieren. Aber unser Vorteil ist auch: Wir wollen jedes Spiel gewinnen, wir müssen aber nicht in jeder Partie siegen.

Zumindest nicht am Samstag in Friedrichshafen!

Anton: Irgendwann wird auch das geschehen. Schließlich bin ich ein Mensch, der positiv denkt. Und so glaube ich, dass unsere Kraftreserven auch am Bodensee noch ausreichen werden; denn gegen Stelian Moculescu und seine Friedrichshafener läufst du praktisch von alleine.


Auch Christian Dünnes steht im All-Star-Team

Die letzten Plätze in den Allstar Teams sind vergeben. Und ein Profiteur kommt aus Düren: Der ehemalige Evivo-Coach Mirko Culic (Königs Wusterhausen), Trainer der Nord-Auswahl der Männer, hat seine Wildcard an Diagonal-Angreifer Christian Dünnes (Evivo Düren) „überreicht”. Jeweils elf Plätze in den Allstar Teams sind zuvor bereits durch das Online-Voting der Fans vergeben worden.

Damit werden am 24. Januar in Dresden zwei Dürener und zwei Alemannia-Spielerinnen beim DVL-Allstar Day aktiv sein. Von den Fans gewählt wurden vor Dünnes schon Esther Stahl, Jana Franziska Poll und Jan Umlauft.

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