Mönchengladbach mit starkem Start und Schluss beim 2:1 über Düsseldorf

Von: Bernd Schneiders
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Deutsch-niederländische Freundschaft: Patrick Herrmann bedankt sich bei Luuk de Jong für dessen perfekte Vorarbeit zum 2:0. Foto: imago/Kraft

Mönchengladbach. Ein Eilantrag an die DFL drängt sich auf: Borussia Mönchengladbach benötigt eine weitere Winterpause, um sich weiterzuentwickeln. Beim 2:1-Sieg im „kleinen Derby“ gegen Fortuna Düsseldorf langte es – je nach Sichtweise – nur oder bereits zu 20 Minuten überzeugendem Aktiv-Fußball.

Die kommenden Wochen mit Ligaspielen plus Einsätzen in der Europa League bieten für Entwicklungschef Lucien Favre weniger Raum als in Dubai, diese attraktive Phase weiter auszubauen.

Der Start in das Spiel gegen den allgemein als unangenehm geltenden Gegner aus der Landeshauptstadt war ein überraschendes Versprechen für das, was mit dieser Mannschaft möglich ist. Zum ersten Mal in dieser Saison kreierte Borussia von der ersten Sekunde an Heimspiel-Atmosphäre – auf dem Platz. Die Favre-Elf stand hoch, die Fortunen-Abwehrspieler wurden früh gepresst und zu Fehlern gezwungen. Der Lohn: Das 1:0 durch ein von Oscar Wendt (nach genialem Steckpass von Juan Arango) erzwungenes Eigentor des Düsseldorfers Juanan (6.), und das 2:0, bei dem Torjäger Luuk de Jong selbstlos zum besser postierten Patrick Herrmann passte (14.).

„Man konnte nach 15 Minuten nicht davon ausgehen, dass es noch einmal spannend wird“, blickte Fortunas Trainer Norbert Meier auf diese Phase der Extrem-Dominanz zurück. Zumal Arango noch die perfekte Möglichkeit besaß und verschluderte, die Überlegenheit mit dem 3:0 zu versüßen (33.). Doch der Venezolaner ist halt nicht der Mann für die einfachen Tore. Und schon zuvor hatte sich seine Mannschaft peu a peu von der Aggressivität und Aktivität verabschiedet.

Die Suche nach dem Grund blieb erfolglos und endete sogar in Widersprüchen – „Nach dem 2:0 haben wir die Konzentration verloren“, lautete eine hochrangige Analyse. „Das hat nichts mit Konzentration zu tun, hören Sie auf! Das ist zu einfach“, wurde anschließend ein Journalist zurechtgewiesen, der Urteil Nummer eins übernommen hatte und sich trotz Plagiatskandalen nicht traute, die Quelle zu nennen. Beide Quellen – Lucien Favre, der sich nach seinem offiziellen Statement auf der Pressekonferenz im Nachgespräch widersprach und lieber erneut seine General-Skepsis ausdrückte: fehlende Qualität. „Wenn du die Bälle verlierst, kannst du nicht aktiv sein.“

Der Schweizer pflegt liebevoll seinen hohen Anspruch, der sein Personal unterschwellig zu allenfalls mittelmäßig begabten Kickern degradiert. Zumindest aber ist er auch der Stachel im Fleisch des Perfektionisten, der ihn dazu treibt, hartnäckig, akribisch und erfolgreich an seinen Schülern und seinem Team zu arbeiten. „Es gibt noch viel zu tun“, verkündet er nicht zum ersten Mal. Und findet Widerhall auch bei seinen Spielern. „Die ersten 20 Minuten und die Schlussphase müssen unser Anspruch sein“, bekräftigte Mike Hanke.

Der Sturm-Routinier musste von der Bank erleben, wie seine Kollegen zwar bis zur Halbzeit noch die Kontrolle behielten, sich aber mehr und mehr in Passivität verstrickten. Zum Stolperer wurde diese Nachlässigkeit unmittelbar nach der Pause, als Martin Latka im Borussen-Strafraum Luuk de Jong an den Arm köpfte (50.). Dani Schahin verwandelte den Strafstoß sicher, Borussia reagierte auf das 2:1 unsicher. Dass dies von den Gästen nicht noch zum Ausgleich genutzt wurde, hat nicht nur mit der Rest-Defensivstärke der Favre-Elf, sondern auch mit der Schwäche des fußballerisch limitierten Aufsteigers zu tun.

Eine starke Schlussphase mit hochkarätigen Chancen besonders für Arango sorgte zumindest dafür, dass Gladbachs Leistung nicht aus dem Rahmen fiel. Initiiert wurde diese durch den eingewechselten Mike Hanke, der mit seiner schlauen und abgeklärten Fußball-Art der Offensive neues Leben einhauchte und das Menetekel verhinderte, das sein Trainer beschrieb. „Wenn das 2:2 fällt, ist es eine Katastrophe für den Kopf.“ Lucien Favre kann also wieder verstärkt an den Beinen seiner Zöglinge arbeiten.

Und wenn Gladbachs Sportdirektor Max Eberl recht hat, besitzt sein Trainer auch kein (Trainings-)Zeitproblem. „Man kann nicht erwarten, dass du 45 Minuten lang aktiv nach vorne verteidigst. Das ist unmöglich im Fußball, da brauchst du Marathonläufer, die gleichzeitig schnell und fußballerisch stark sind. Die gibt es nicht.“

De Jong & Co. haben bis Mittwoch frei. Sollte Favre etwa mit der Manager-Analyse einverstanden sein?

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