Judoka Sonja Wirth: „Ich fahre nach Rio“

Von: Heribert Förster
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„Spätestens im März will ich wieder im Wettkampf auf der Matte stehen“: Judoka Sonja Wirth. Foto: Thomas Radermacher

Aachen. Sonja Wirth. Der Weg. Rio 2016. Es war, es ist unsere Absicht, Judoka Sonja Wirth, 23, auf ihrem Weg zu den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro zu begleiten. Sonja Wirth kämpft für den Brander TV, studiert in Köln Psychologie und sagt jetzt, anderthalb Jahre vor den ersten Wettkämpfen in Brasilien: „Ich fahre nach Rio.“

Nicht, dass die Kämpferin in der Klasse bis 48 Kilogramm das Ticket für die Spiele schon in der Tasche hätte. Und nach derzeitigem Stand wäre es auch eine kleine Sensation, sollte sie Anfang August 2016 in der Olympic Hall im weißen oder blauen Judo-Anzug die Farben Deutschlands vertreten.

Ende März hat sie sich bei einem Turnier im türkischen Samsun das Kreuzband im linken Knie gerissen. Und während die Konkurrentinnen weltweit schon jetzt fleißig Punkte sammeln für einen Startplatz in Rio, muss sich Sonja Wirth in Geduld üben – was übrigens nicht ihre leichteste Aufgabe ist.

Und wieso wagt sie dann die klare Ansage: „Ich fahre nach Rio!“? Weil sie auf jeden Fall in den Flieger Richtung Südamerika steigen will, und sei es als Olympia-Touristin und/oder Urlauberin. Das ist der Stand im November 2014.

Ob sich daran im August 2015 etwas geändert hat? „Spätestens im März will ich wieder im Wettkampf auf der Matte stehen“, sagt die gebürtige Mechernicherin, deren Rehabilitation planmäßig verläuft. Zweimal in der Woche absolviert sie derzeit am Olympiastützpunkt in Köln ihre Reha-Maßnahmen, dazu dreimal auf Rezept. „Und vor kurzem habe ich mit dem Muskelaufbau angefangen.“

Judo ist immer noch ihr Leben, auch wenn Sonja Wirth die Matte nur von weitem sieht. Judo bestimmt immer noch ihr Leben, auch wenn sie in den Monaten ohne Wettkampf die (auch) sehr schönen Seiten eines Lebens ohne Judo kennengelernt hat. „Es ist auch mal ganz nett, Zeit zu haben.“ Flugmeilen hat sie in diesem Jahr kaum gesammelt, dafür „hab ich häufiger meine Eltern besucht, ich war in Heidelberg bei einer Freundin“, erzählt Sonja Wirth, „vier, fünf Jahre habe ich doch fast nur Judo gemacht“.

Die meiste Zeit investierte sie allerdings bei der Wohnungssuche mit ihrem Freund Thomas Radermacher. In Frechen-Buschbell ist das Paar fündig geworden, Anfang November fand der Umzug statt. Ach ja, das Studium kam (endlich) auch einmal nicht zu kurz - und das soll so bleiben. „Drei Hausarbeiten“ will die Studentin in ihrem siebten Semester noch schreiben.

Ambitioniert nennt man so etwas wohl, und wer Sonja Wirth ein bisschen kennt, weiß, dass ihre Ambitionen noch größer werden. Sobald sie wieder „richtig“ trainieren, raus auf die Matte darf, die ihr so viel bedeutet. Ihr Reha-Training und alle weiteren Maßnahmen wird Sonja Wirth weiterhin als Sportssoldatin absolvieren können, nach einem Sonderantrag läuft ihr Vertrag (er verlängert sich immer jährlich) zunächst bis Oktober 2015. Einer der größten Befürworter für eine Vertragsverlängerung war Bundestrainer Michael Bazynski, der ständig Kontakt mit seiner Athletin hält und nach wie vor von ihrem Vermögen überzeugt ist.

Am 28. März 2014 riss ihr das Kreuzband beim Turnier in Samsun, am 7./8. März 2015 will Sonja Wirth wieder zurück sein im Turniergeschehen. „Ich hab mir die Swiss Open in Zürich ausgeguckt“, sagt Wirth, die plant, in der kommenden Saison nicht nur als Einzelstarterin, sondern auch in der Liga wieder für den Brander TV zu starten. „Das ist meine sportliche Heimat“, sagt Wirth, die in den letzten Jahren in der Gruppe Süd der Bundesliga für die TSG Backnang aktiv war. Das Ziel ist klar: Rio 2016.

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