Mönchengladbach - Favres Duell mit Heynckes: „Wir müssen den Rasen fressen . . .“

Favres Duell mit Heynckes: „Wir müssen den Rasen fressen . . .“

Von: Bernd Schneiders
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Lucien Favre
Gladbach-Coach Lucien Favre lobt die Handschrift des Bayern-Kollegen Jupp Heynckes. Welche ist am Samstag seine? Foto: dpa

Mönchengladbach. Für Bayern-Coach Jupp Heynckes schließt sich am Samstag ein Kreis: Sein letztes Bundesligaspiel als Trainer bestreitet er ausgerechnet bei seinem Verein, da, wo alles begann. Auch wenn es nach dem Umzug vom Bökelberg zum Borussia-Park geographisch ein wenig daneben liegt.

„Eine Konstellation wie in einem Drehbuch. In Mönchengladbach, wo ich angefangen habe mit 19 Jahren als Profi und später als Trainer.“

Welcher Kreis aber schließt sich am Samstag für seinen Kollegen Lucien Favre? Nach einer durchwachsenen Saison allenfalls ein Halbkreis. Was als Bild auch wieder passt mit dem Annex: Ende offen. Nur theoretisch ist noch die Chance auf eine erneute Teilnahme an der Europa League. Aber der Schweizer kann das zeigen, was er seinem Kollegen hoch anrechnet: seine Handschrift.

Doch wie ist diese im Jahr eins nach Marco Reus? Favres Urteil über Heynckes Spuren bei den Bayern ist leichter zu fällen. „Die Ruhe am Ball ist sein Verdienst. Das habe ich so noch nie vorher gesehen“, lobt der Gladbacher Trainer. Und führt das Besondere dieser taktisch/technischen Qualität näher aus: „Wenn sie nur 40 oder 50 Prozent auf eine Torchance haben, machen sie es nicht.“ Würde seine Mannschaft so abschätzend vorgehen, hätte das entsetzliche Auswirkungen auf die Zuschauer.

Nach Greuther Fürth und Düsseldorf weist der Verein, der einst für Offensiv-Fußball pur stand, diese Saison die drittmickrigste Rate an Torchancen auf. Das wird sich auch am Samstag, ausgerechnet gegen die Bayern, nicht mehr grundlegend ändern. Was also hätte Lucien Favre gerne, das sein hoch dekorierter und erfahrener Kollege über ihn urteilt? Welche Handschrift kann Jupp Heynckes am 34. Spieltag der Saison 2012/2013 entziffern?

Vielleicht benötigt der Mönchengladbachs Rekord-Torschütze eine Lesebrille dazu. Nicht, weil er mit 68 Jahren der älteste Trainer der Bundesliga ist. Eher, weil in den letzten zehn Monaten nicht so recht erkennbar wurde, wohin der Schweizer die Mannschaft entwickeln möchte. Zu mehr Aktivität und Dominanz oder zurück zu „alter“ Konterstärke?

Ungeeigneter Prüfstein

Das Spiel gegen die Münchner wird dafür nur ein ungeeigneter Prüfstein sein. „Die Bayern sind eine komplette Mannschaft. Sie können alles machen“, schwärmt Favre. Hinten reinstellen, was seine Spieler schon überhäufig diese Saison gemacht haben, wird sie gegen die Übermannschaft der Liga nicht schützen. Mutig bis verwegen draufgehen, kommt auch einem Harakiri gleich, denn „sie schalten sofort nach Balleroberung in Halb-Konter-Situationen um. Und die sind tödlich gefährlich.“

Und so muss der Fußballlehrer, der so gerne in einem von Jupp Heynckes unterschriebenem Zeugnis das Prädikat „exzellente Ballan- und –mitnahme“ stehen sehen möchte, in den für einen Taktik-Fuchs unwürdigen Satz flüchten: „Wir müssen den Rasen fressen!“

Mögliche Aufstellung: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Brouwers (Dominguez), Wendt - Nordtveit, Xhaka - Herrmann, Arango - Hanke, Hrgota

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