Aachen - Ein Späteinsteiger und Exot: Robin Taborsky

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Ein Späteinsteiger und Exot: Robin Taborsky

Von: Klaus Schmidt
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Motorrad-Sportler in der Region essen ein hartes Brot. Kreuzau und Münsterbusch sind zwei Standorte für Gelände-Freaks, im Straßenrennsport sieht es jedoch mau aus - Nachwuchsförderung durch die Klubs gleich null.

Robin Taborsky ist fast schon ein Exot, die Leidenschaft seines Vaters Hartmut für motorisierte Zweiräder und der Zufall haben mitgespielt bei der Entwicklung einer Karriere, die in der abgelaufenen Saison ihren vorläufigen Höhepunkt fand.

„Zum ersten Mal konnte ich ein Jahr kostenneutral und unter professionellen Voraussetzungen fahren”, sagt Robin Taborsky. Im Rahmen der „Sportbike Masters”, einer Serie direkt unter der offiziellen IDM, wurde der bald 24-Jährige aus Aachen-Kornelimünster Gesamtdritter der „Pro Bears”, für die europäische und US-amerikanische Motorräder zugelassen sind, aber keine Japaner.

Schon mit dreieinhalb Jahren bekam Taborsky sein erstes Motorrad, „bis 14, 15 war ich im Offroad-Sport unterwegs”. Erst mit 17, ausgesprochen spät, wurde Robin vom Straßenrennsport „infiziert”, als er auf einer kleinen Strecke in Nordfrankreich zum ersten Mal an einem freien Renntraining teilnahm - auf einer vom Vater getunten Moto Guzzi (Hartmut Taborsky hat sich bundesweit als Spezialist für die italienische Legende einen Namen gemacht).

Das Feuer war entfacht: 2006 heuerte Robin zunächst als „Schrauber” im ADAC Junior Cup an, „auf dem Fahrrad habe ich mir die Strecken eingeprägt”. 2007 fuhr Taborsky dann seine erste Saison, 2008 belegte er mit einer Moto Guzzi Baujahr 1978 („mehr Eisenhaufen als Rennmotorrad”) in der Classics-Wertung den vierten Platz.

„Ich bin ein Späteinsteiger”, sagt Robin. Gleichwohl machte er Eindruck bei einem Gaststart in der Deutschen Supermono-Meisterschaft auf dem Nürburgring, wo er auf Anhieb Zweiter wurde. Für 2009 bekam Taborsky dann eine Maschine für die komplette Saison. Ralf Risters, Bekannter des Vaters aus Übach-Palenberg, wollte ursprünglich selber in der Europameisterschaft fahren, hatte sich aber übel verletzt und musste passen. Der „Ersatzmann” schlug sich prächtig: fünf Mal auf dem Podium, ein Sieg, Dritter in der Endabrechnung. Die Maschine wurde unentgeltlich zur Verfügung gestellt, Schäden mussten allerdings selbst beglichen werden. „Und für die Reifen hatte ich mir 2500 Euro angespart”, ein Volumen, das in der abgelaufenen Saison „an einem Wochenende draufging”. Aber nun vom Team getragen wurde.

Dabei hatte das Jahr höchst frustrierend begonnen: kapitaler Motorschaden in Assen, zwei Runden vor Schluss deutlich in Führung liegend. Die Laune stieg schon am Tag danach, als Jens Krüper anrief. Der Teamchef von „Pegasus” hatte den Aachener schon länger beobachtet - und verpflichtete ihn für die „Pro Bears”-Serie. Robin Taborsky gewöhnte sich schnell an doppelte Leistung der Buell XBR (rund 100 PS) und doppeltes Gewicht (180 kg) der 1200-ccm-Maschine und fuhr auf dem Lausitzring zwei Mal als Sechster über die Ziellinie. In Most holte Taborsky die ersten beiden Podiumsplätze - auch fürs Team. „Mit drei Fingern habe ich gekuppelt” - nach einem Schneide-Malheur beim Spülen mit lädierter Kapsel und Sehne. „Wenn Valentino Rossi mit einem 30 Zentimeter langen Nagel im Bein fahren kann...”

Robin Taborsky hat „mehr als erwartet” erreicht und erhält für die nächste Saison ein 170 PS starkes Motorrad (1125 RR-B) von ErikBuellRacing, einer US-Marke, die seit 2010 ausschließlich Rennmaschinen produziert. Das steht dem avisierten Aufstieg in die IDM entgegen, für die der Nachweis von Straßenzulassungen vorgeschrieben ist. „Ganz klar, die IDM ist die nächste Stufe”, sagt Robin, „aber es hängt natürlich auch am Geld.” Persönliche Sponsoren sind immer willkommen, „national als Motorrad-Rennfahrer Geld zu verdienen, ist eine schwierige Sache”. Deshalb lässt der Industriemechaniker die Ausbildung nicht schleifen und absolviert ein Abendstudium zum Maschinenbautechniker.
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