Aachen - Ein Erfolgspilot in ungewohnter Rolle

Ein Erfolgspilot in ungewohnter Rolle

Von: Klaus Schmidt
Letzte Aktualisierung:
Sascha Maaßen in seinem Porsc
Sascha Maaßen in seinem Porsche 911 GT3 RSR: In einem reinen Privatteam fuhr der Aachener 2011 an der Seite von Bryce Miller. In der Gesamtwertung landete das Duo auf Platz 13. Foto: Bob Chapman

Aachen. Beim Blick auf den finalen Punktestand musste er diesmal die Augen ein paar Zeilen tiefer richten. „Ungewohnt”, sagt Sascha Maaßen, „wenn du sonst immer oben gestanden hast.”

Ein Jahrzehnt lang war der Aachener in der American Le Mans Series (ALMS) als Erfolgspilot unterwegs, als Porsche-Werksfahrer gewann er zwei Mal (2002, 2003) den Titel in der GT-Klasse und ein Mal (2006) in der LMP 2.

Die abgelaufene Saison geht als neue Erfahrung in die Vita ein: Erstmals startete Maaßen für ein Privat-Team durch den kompletten Rennkalender, mit dem Porsche 911 GT3 RSR von Paul Miller Racing und dem Sohn des Rennstall-Eigners, Bryce, an der Seite belegte der Routinier in der Gesamtwertung den 13. Platz. „Und das”, sagt Maaßen, „war am Ende gar nicht so schlecht.”

Das Engagement schien bereits nach dem Saisonauftakt, den „12 Stunden von Sebring”, beendet. Sascha Maaßen war erst zum Rennwochenende zum Team gestoßen, „einem neuen Team mit altem Auto Baujahr 2009 - andersrum ist besser”. Der Auftritt geriet fast erwartungsgemäß zu einer „mittelgroßen Katastrophe”, mit einem Kupplungsschaden fiel der Wagen aus. Was aber noch schwerer wog: „Wir waren viel zu langsam”, die Reifen von Yokohama brachten den Porsche nicht auf Speed. „Ich wollte damals eigentlich Schluss machen. Doch vor dem zweiten Lauf in Long Beach meldete sich das Team noch mal.” Maaßen sagte zu. „Wenn du zuhause bleibst und nichts tust, dann passiert auch nichts. Es gab keine Alternativen.”

Unterschied wie Tag und Nacht

Die Geschichte wendete sich zum Besseren. „Es war eine ganz andere Konstellation, ein Unterschied wie Tag und Nacht. Die Reifen funktionierten plötzlich, wir führten die Klasse sogar zwischenzeitlich an.” Zwar endete auch dieser Lauf wegen eines Unfalls mit dem Aus, doch Maaßen konnte sich nun für eine komplette Saison im Team aus der Nähe von Atlanta erwärmen. Ein neuer Sponsor sicherte dem Rennstall das Jahr finanziell ab, der Reifenlieferant machte zur Bedingung, dass Maaßen fährt.

Der 42-Jährige als Aufbauhelfer: In seiner ALMS-Karriere hatte er zur Genüge bewiesen, dass er ein Auto sicher und schnell bewegen kann. Mit seiner Erfahrung sollte Sascha Maaßen auch dazu beitragen, vernünftige Strukturen ins Team einzuziehen. Und Bryce Miller, 29, bekam einen gestandenen Lehrmeister an die Seite gestellt.

In den folgenden sieben Rennen bis zum Saisonfinale in Road Atlanta fuhren Maaßen/Miller immer in die Punkte. „Unsere besten Läufe hatten wir auf den Stadtkursen. Da konnten wir richtig mitkämpfen”, sagt der Aachener. Platz vier in Baltimore war das herausragende Resultat, in Lime Rock belegte die deutsch-amerikanische Kombination den sechsten Rang. Maaßens Motivation, die früher darin bestand, für ein Werksteam Siege zu holen, sieht nun so aus: „Ich habe jetzt mehr zu tun als in einem guten Auto und in einem erfahrenen Team. Bei Paul Miller Racing hören sie das sehr gerne, was ich zu sagen habe. Die Fortschritte sind erkennbar - sonst wäre dieses Jahr unbefriedigend gewesen.”

Sascha Maaßen hat bereits das Angebot, für die Saison 2012 „blanko zu unterschreiben”. Geplant ist der Einsatz eines nagelneuen GT3 RSR, „die Voraussetzungen sind von daher optimal”. Noch hat Maaßen allerdings nicht verlängert. „Die Sache könnte noch am Reifenpartner scheitern.”
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