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Domspringen: Mark Hollis‘ Jagd endet bei 5,80 Metern

Von: Lukas Weinberger
Letzte Aktualisierung:
Mark Hollis Domspringen
Der Jubel des Siegers: Der US-Amerikaner Mark Hollis gewinnt das Domspringen. Foto: Wolfgang Birkenstock
Rens Blom Domspringen
Tränen zum Abschied: Rens Blom beendet seine Karriere emotional unter tosendem Beifall. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Die Domuhr zeigt 19.04 Uhr, da greift Rens Blom, 36, zum letzten Mal seinen Stab. 5,10 Meter liegen auf, um 19.05 Uhr läuft der Weltmeister von 2005 zum letzten Mal an. Nein, diese kleine Geschichte hat kein klassisches Happy-End, Blom schlängelt sich beim letzten Sprung seiner erfolgreichen Karriere nicht über die Latte. Und trotzdem ist dieser Moment wohl der emotionalste beim 10. NetAachen-Domspringen am Mittwoch auf dem Katschhof.

Mit dem Ausgang des Wettbewerbs hatte der Altmeister und frischgebackene Vater mit übersprungenen 5,00 Metern natürlich nichts zu tun, für die großen Sprünge waren Mittwochabend andere zuständig. Allen voran Mark Hollis – mit 5,80 Metern Sieger des Jubiläumsspringens. Ein Favoritensieg, leichtes Spiel hatte der Amerikaner aber nicht: In einem hochklassigen Wettkampf kratzten viele Springer an ihren persönlichen Bestleistungen.

Hollis, Changrui Xue aus China und der Pole Pawel Wojciechowski – hinter Weltrekordler Renaud Lavillenie die Nummern 2, 3 und 4 der Weltjahresbestenliste – hatten den Gewinner unter sich ausgemacht, sie alle waren über 5,70 Meter gesprungen. Nachdem der US-Boy auch die 5,80 Meter im ersten Versuch gemeistert hatte, ließen seine beiden Konkurrenten, die im ersten Anlauf gescheitert waren, die Latte fünf Zentimeter höher legen. Doch die 5,85 Meter sollten sowohl Xue als auch Wojciechowski nicht schaffen, Hollis stand als Sieger des 10. Domspringens fest. Ein bisschen Show für die vielen Zuschauer durfte es noch sein, der Amerikaner wollte die 5,85 Meter auf dem Katschhof knacken und seine persönliche Bestleistung um zwei Zentimeter nach oben schrauben. Es klappte nicht, die Freude über den Sieg bei seiner ersten Teilnahme am Domspringen war dennoch riesig.

Kein Wunder, schließlich war fast die gesamte Weltspitze am Start. Es war generell einer der besten Stabhochsprung-Wettbewerbe in diesem Jahr. Karsten Dilla hatte darin lange die deutschen Fahnen hochgehalten, nachdem Tobias Scherbarth kurzfristig verletzt hatte passen müssen, war er der einzige schwarz-rot-goldene Hoffnungsträger. Nach zwei Fehlversuchen bei seiner Einstiegshöhe von 5,40 Metern fand Dilla in den Wettbewerb, übersprang 5,60 Meter als erster Springer. Eine Höhe später war dann aber Schluss. Er wurde zwar „nur“ Fünfter, der Applaus des euphorischen Publikums zwischen Dom und Rathaus war trotzdem riesig. 

Ein kleines bisschen lauter bejubelt worden war zuvor Rens Blom nach seinem letzten missglückten Versuch über 5,10 Meter. Er war angeschlagen in den Wettkampf gegangen, vor fünf Wochen hatte er sich einen Muskelfaserriss in der Wade zugezogen. Aber ein letztes Domspringen, das wollte Blom sich nicht nehmen lassen. Mit Tränen in den Augen, die Faust geballt, verabschiedete sich der Niederländer von Kollegen und Trainern. Er wurde von allen Seiten geherzt, begleitet vom Beifall der 5000 Zuschauer auf dem Katschhof. „Das Publikum in Aachen ist unglaublich“, sagte er. 

Ein Urteil, das auch Sieger Mark Hollis unterstrich, der bei der Siegerehrung euphorisch gefeiert wurde. „Diese Atmosphäre, einzigartig, mein Herz hat immer schneller geschlagen“, sagte der Sieger, der rundum zufrieden mit seiner Leistung war. Allein: „Ich wäre gerne noch ein paar Zentimeter höher gesprungen.“  Den Einlagewettbewerb der Frauen hat Femke Pluim gewonnen, die Niederländerin meisterte 4,21 Meter und sprang damit nationale Jahresbestleistung. 

Die Ergebnisse:

1. Mark Hollis (USA) 5,80 Meter, 2. Pawel Wojciechowski (Polen) 5,70, 3. Changrui Xue (China) 5,70 4. Piotr Lisek (Polen) 5,60, 5. Karsten Dilla (Leverkusen) 5,60, 6. Augusto Dutra (Brasilien), Marvin Caspari beide 5,30, 8. Hendrik Gruber (beide Leverkusen) 5,20, 9. Rens Blom (Niederlande), Tom Konrad beide 5,00, 11. Michel Frauen (beide Leverkusen), Yansheng Yang (China) beide ohne gültigen Versuch.

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