Radarfallen Blitzen Freisteller

Davis-Cup-Team kämpft um den Klassenerhalt

Letzte Aktualisierung:
6204090.jpg
Stratege an der Seitenlinie: Carsten Arriens ist als Kapitän gegen Brasilien für das deutsche Davis-Cup-Team verantwortlich. Foto: sport/Hasenkopf

Aachen. Ab Freitag tritt das deutsche Davis-Cup-Team in Neu-Ulm zum Relegations-Duell gegen Brasilien an. Dem Sieger winkt der Verbleib in der Weltgruppe, der Verlierer muss absteigen. Vor der Partie sprach Roman Sobierajski mit Davis-Cup-Kapitän Carsten Arriens. Der 44-Jährige ist auch Trainer des fünffachen deutschen Meisters TK Kurhaus Aachen.

Ab Freitag haben Sie Ihren ersten Heimauftritt als Davis-Cup-Kapitän. Steigt schon die Nervosität?

Arriens: Nein, nervös bin ich nicht. Als Trainer habe ich da einen guten Abstand, die Spiele sind bei großen Turnieren oder wichtigen Partien wie jetzt am Wochenende gegen Brasilien wesentlich angespannter. Ab Freitag wird sicherlich ein Anstieg der Spannung zu spüren sein.

Verständlich, der Verlierer muss aus der Weltgruppe absteigen. Der Partie gegen Brasilien kommt also eine besondere Bedeutung zu.

Arriens: In unserem Meeting mit den Spielern habe ich noch einmal darauf hingewiesen, dass unser gemeinsames Ziel der Verbleib in der Weltgruppe sein muss. Es wäre nicht akzeptabel, müsste Deutschland als Tennisnation in der Zweiten Liga um den Aufstieg spielen. Mit der Spielerqualität, die Deutschland vorzuweisen hat, gehören wir klar in die Weltgruppe.

Sie haben Daniel Brands als Debütanten in das Team berufen, ein Spieler, den Sie als Aachener Trainer aus der Tennis-Bundesliga kennen. Waren seine Auftritte mit ausschlaggebend für die Nominierung?

Arriens: Die Bundesliga ist hier sicher kein großes Kriterium. Man bekommt höchstens Informationen zur Teamfähigkeit eines Spielers. Daniel Brands hat auf der Tour eine tolle Saison gespielt, war absolut top vom ersten Turnier in Doha an mit nur einem kleinen Durchhänger in den Wochen der Rasensaison. Er hat es verdient.

Der zweite Debütant ist der Doppelspezialist Martin Emmrich...

Arriens: ...auch Andre Begemann wäre eine Option für das Doppel gewesen. Schließlich handelt es sich bei den beiden um die deutschen Nummern eins und zwei in der Doppel-Weltrangliste. Ich wollte eine Verstärkung für die Vorteilseite des Spielfelds, deshalb habe ich mich für den Linkshänder Emmrich entschieden.

Stimmt es, dass Sie den beiden deutschen Spielern Tobias Kamke und Jan-Lennard Struff nach den US Open vorgeworfen haben, sie hätten nicht genügend Gier und mangelnden Durchsetzungswillen?

Arriens: Nein, aber das ist einer der Punkte, die ich seit meiner Berufung zum Davis-Cup-Kapitän noch lernen muss. Diese Kritik ist aus einem längeren Gespräch zugespitzt herausgezogen worden – mit dem Tenor, ich hätte den jungen Spielern ordentlich die Haare gewaschen. Aber das ist so nicht gesagt worden. Natürlich lief es nicht für alle optimal in New York, das stimmt. Den beiden Spielern, die sie ansprechen, habe ich schnell eine entsprechende Rückmeldung gegeben.

Warum wurde Cedrik-Marcel Stebe nicht berücksichtigt? Immerhin hat er im vergangenen Jahr den entscheidenden Punkt gegen Australien zum Klassenerhalt geholt.

Arriens: Stebe hat momentan eine schwierige Zeit, ihm steht wieder ein kleinerer Eingriff an der Leiste bevor. Zudem hat er ein wenig seine Unbekümmertheit verloren, wird sich aber bestimmt wieder nach oben spielen. Er hat von ganz hohen Regionen geträumt und gemerkt, dass das Projekt doch nicht so einfach ist.

Was braucht man, um ganz oben mitspielen zu können?

Arriens: Das ist komplex, das gesamte Umfeld muss stimmen. Es reicht sicher nicht, sich nur gegen eine Niederlage aufzubäumen. Ist man unter den Top 100, hat man ein gutes Auskommen. Aber will man weiterkommen, muss man raus aus den Wohlfühlregionen.

Sind die Rollen nach der Absage von Tommy Haas zwischen Philipp Kohlschreiber und Florian Mayer klar verteilt?

Arriens: Das ergibt sich aus der Rangliste, ist aber nicht entscheidend. Florian Mayer ist ein Stoiker und Mannschaftsspieler, die beiden ergänzen sich charakterlich.

Sollte der Klassenerhalt gelingen, wo sehen Sie Deutschland im internationalen Vergleich?

Arriens: Spanien und Serbien haben mit Nadal und Djokovic einen Punkt schon sicher. Deutschland hat zwar keinen Outstanding-Spieler, aber eine große Dichte. Unsere Akteure können aber immer einen Spieler aus den Top 10 schlagen.

Kleines Tennis-Quiz: Was war vor 25 Jahren?

Arriens: Das 5:0 über Brasilien?

Und am Ende stand?

Arriens: Der erste deutsche Davis-Cup-Sieg mit Becker, Steeb, Jehlen und Kühnen gegen Schweden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert