Aachen - Das Jahresziel ist schon beinahe erreicht

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Das Jahresziel ist schon beinahe erreicht

Von: Roman Sobierajski
Letzte Aktualisierung:
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In einem Jahr 50 Plätze in der Weltrangliste gutgemacht: Vorjahresfinalist Ruben Bemelmans. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Dass sein Gegner beim Stand von 1:0 im zweiten Satz krankheitsbedingt das Racket strecken musste, das war für Ruben Bemelmans wirklich zu wenig an körperlicher Herausforderung. Also ging es für den 22-Jährigen direkt im Anschluss an das Match auf den Trainingsplatz, um sich gegen Simon Stadler auszupowern und im Rhythmus zu bleiben.

Dass die Lambertz Open in diesem Jahr aus dem Rhythmus sind - das Turnier ist im Jahresplan der ATP eine Woche nach hinten gerutscht - hat den Vorjahresfinalisten sämtliche in Aachen gewonnenen Punkte gekostet, da er sie nicht innerhalb eines Jahres verteidigen konnte.

Das ist für die Nummer sechs der belgischen Rangliste zwar ärgerlich, aber nicht der große Beinbruch, denn schon mit dem Finaleinzug kann Bemelmans sein Jahresziel erreichen: „Ich bin auf Weltranglisten-Position 270 in das Jahr gestartet, jetzt stehe ich 50 Plätze weiter vorn und habe nichts mehr zu verteidigen. Sollte ich ins Finale kommen, dann habe ich den Sprung unter die Top 200 geschafft, dann war es für mich ein glückliches Jahr”, meint der Belgier, der mit dem kommenden Challenger in Helsinki sein Turnierpensum erfüllt haben wird. „Alles, was jetzt noch kommt, ist für mich eine Zugabe”, meint der 22-Jährige.

Weniger Glück hatte Bemelmans mit seiner Premiere in der Tennisbundesliga. „Jedes Jahr sagen mir die Verantwortlichen, dass ich spielen werde, jedes Jahr fliege ich aus dem Team, weil im letzten Moment noch jemand verpflichtet wurde, der in der Weltrangliste weiter vorne steht.” Dass er vor Beginn der Saison ein Angebot aus Neuss ausschlug und dann für Philipp Kohlschreiber den Platz räumen musste - Bemelmans erzählt es ohne Groll. Wohl auch, weil er am Rande des ATP-Turniers den Manager des Kurhaus-Teams Alex Legsding treffen wird.

Etwas im Schatten zu stehen, das ist für einen männlichen belgischen Tennisspieler keine neue Erfahrung. Das Frauentennis mit den Namen Kim Clijsters, Justine Henin oder auch Yanina Wickmayer genießt im Nachbarland einen wesentlich höheren Stellenwert. Ein Phänomen, dem der Linkshänder zwei Vorteile abgewinnen kann: „Dann macht sich die Presse nicht die Mühe, schlecht über mich zu schreiben und ich kann mich auf Tennis konzentrieren”, ist der naheliegende Aspekt. Der andere ist eher dem „Zickenkrieg” geschuldet: „Wir belgischen Spieler verstehen uns alle blendend”, meint Ruben Bemelmans und schiebt grinsend die Einschränkung hinterher: „Zumindest wir Männer.”

Da wäre der Favorit beinahe raus gewesen

Die Überraschung blieb aus, wenn auch denkbar knapp: Sebastian Rieschick, mit einer Wildcard ins Feld gerutscht und ehemaliger Erster der Junioren-Weltrangliste, hatte den in Aachen topgesetzten US-Amerikaner Rajeev Ram am Rande einer Niederlage.

Rieschick hatte im dritten Satz schon Breakball zum 6:5, doch Ram machte die entscheidenden Punkte und entschied auch den Tiebreak zu seinen Gunsten. Das Topspiel am Donnerstag bestreiten der Belgier Nils Desein und der an Nr. 3 gesetzte Daniel Brands.
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