Brauchles Pech bringt ihm den Marathon-Sieg

Von: Wilhelm Peters
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In der Gesamt-Einzelwertung nicht zu schlagen: Mit zwei zweiten und einem vierten Platz sicherte sich der Australier Boyd Exell Platz 1 in der kombinierten Wertung aus drei Wettbewerben. Foto: Michael von Fisenne

Aachen. Der Nationenpreis der Gespannfahrer endete so, wie Bundestrainer Karl-Heinz Geiger es zu Beginn der CHIO-Woche prophezeit hatte: Die Niederländer Ijsbrand Chardon, Koos de Ronde und Theo Timmerman lagen nach dem abschließenden Hindernisfahren am Sonntag mit knapp acht Punkten vor der deutschen Mannschaft mit Michael Brauchle, Christoph Sandmann und Georg von Stein, Platz 3 ging an Schweden.

„Es hat mich schon etwas überrascht, dass es so eng war wie noch nie“, freute sich Geiger über sein Team, und dass der Abstand zu den dominierenden Niederländern doch kleiner wird.

Das verdeutlicht auch und noch eher die Gesamt-Einzelwertung, die sich aus den Wettbewerben Dressur, Hindernisfahren und Marathon zusammensetzt. Erwartungsgemäß lenkte der Australier Boyd Exell sein Gespann mit zwei zweiten und einem vierten Platz zum Gesamtsieg vor de Ronde und dem Amerikaner Chester Weber. Aber schon auf Rang 4 setzte sich von Stein vor Timmerman. Und auf Rang sechs folgt Sandmann, der Chardon hinter sich ließ.

„Mareike Harm als Neuling und auch der junge Daniel Schneiders haben sich sehr gut präsentiert in Aachen“, war Geiger „sehr zufrieden“ und bescheinigte Brauchle bei dessen Sieg im Marathon am Samstag eine „Top-Leistung. Michael hat die Kräfte der Pferde unheimlich gut eingeteilt.“

Harm sprach am Ende von einem „traumhaften Erlebnis Aachen“, das sie am Sonntag mit einem guten sechsten Platz und damit als beste Deutsche dieser Prüfung im Hindernisfahren mit Stechen abschloss.

Eine Nacht im Krankenhaus

Die Schlagzeilen der Gespannfahrer aber schrieb in dieser Aachen-Woche der 23-jährige Brauchle. Nach der zweiten Dressurprüfung am Donnerstag litt er unter so extremen Magenschmerzen, dass er die folgende Nacht am Tropf hängend im Krankenhaus verbringen musste. Freitagmorgen dann in der zweiten Gespann-Dressur brach bei seinem rechten Vorderpferd die Gebissstange – Disqualifikation, aus der Traum von der Gesamt-Einzelwertung. Im Marathon setzte Brauchle dann alles auf eine Karte, musste als letztplatzierter Fahrer zuerst in den Parcours mit den acht technisch weniger schweren, aber „schnell“ gebauten Hindernissen.

Brauchle nutzte den Vorteil, als Erster auf dem vom Regen aufgeweichten, tiefen Boden den Kurs bewältigen zu müssen, legte in fünf Hindernissen die schnellste Zeit „in den Morast“, der von Fahrer zu Fahrer immer tiefer und damit langsamer und schwerer wurde. Im Ziel hatte Brauchle über drei Punkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten de Ronde. Dabei war der Sieger mit Rücksicht auf seine noch jungen Pferde „nicht einmal volles Risiko gefahren“, wie er sagte. „Aber es hat sicher ein paar Punkte gebracht, dass ich als Erster auf dem schweren Boden starten musste“, gestand er. „Den Rest haben meine Pferde gemacht, die 200 Prozent Leistung gezeigt haben.“

Der Sieg, siehe oben, brachte die deutsche Equipe vor der letzten Prüfung für den Nationenpreis am Sonntag zwischenzeitlich auf winzige fünf Zähler an die Niederlande heran. Bundestrainer Karl-Heinz Geiger: „Brauchle ist in diesem Jahr durch seine beiden neuen Pferde auch in der Dressur ganz stark. Wir sind auf einem guten Weg, haben junge Gespannfahrer mit Zukunft“, zog Geiger ein zufriedenes Fazit, denn auch Georg von Stein, Christoph Sandmann oder Christian Plücker lieferten in Aachen gute Leistungen ab, sind der „Vierspänner-Macht“ Niederlande eng auf den Fersen. Eines der künftigen Hauptziele des neuen Bundestrainers: „Wir wollen uns in der Dressur noch verbessern.“

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