Berlin/Kienbaum - Bayers nicht ganz perfekte Vorbereitung

Bayers nicht ganz perfekte Vorbereitung

Von: Wolfgang Birkenstock
Letzte Aktualisierung:
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Nimmt er Anlauf zu einem ganz weiten Sprung? Sebastian Bayer ist einer der Hoffnungsträger im deutschen WM-Team. Foto: imago/Camera 4

Berlin/Kienbaum. Die Stimmung von Sebastian Bayer ist gut, seine letzten Wettkämpfe vor den am Samstag im Berliner Olympiastadion beginnenden Leichtathletik-Weltmeisterschaften waren es eher nicht.

Seinen Trainer Joachim Schulz macht das jedoch nur wenig nervös. Etwas beunruhigender ist für ihn die Verletzung seines Schützlings. Vor drei Wochen wurde bei Bayer eine Knochenabsplitterung im Sprungfuß diagnostiziert. „Sprinteinheiten können wir nicht wie gewollt durchführen. Das ist nicht ganz perfekt”, räumt der Coach ein.

Natürlich waren und sind die Erwartungen an den Weitspringer aus Stolberg nach seinem Europarekord-Sprung auf 8,71 Meter bei der Hallen-EM in Turin enorm. Mit den 8,49 Metern bei den Deutschen Meisterschaften Anfang Juli in Ulm konnte er zunächst einmal die Zweifel ausräumen, dass der Rekordsprung im Winter nur Zufall war. „In Ulm ist der Knoten geplatzt”, sagt Sebastian Bayer.

Der bisher beste Sprung

Vorher war die weltmeisterliche Saison, vor allem verletzungs- und krankheitsbedingt, eher zähflüssig angelaufen. Auch die Einsätze nach den nationalen Titelkämpfen überzeugten nicht so recht, er konnte der guten Ulmer Leistung keinen Sprung auch nur in die Nähe von acht Meter folgen lassen. Nach der DM sei die Spannung weg gewesen, erklärt Bayer, der für das Bremer Team Leichtathletik startet. Und für Schulz waren die Wettkämpfe gar nicht so übel: „In Lausanne gelang ihm der technisch beste Sprung seines Lebens.” Der ging auf 7,70 Meter - allerdings regnete es so stark, dass Bayer kaum die Grube sah...

Nun, eine knappe Woche vor der Weitsprung-Qualifikation im Olympiastadion, bereitet sich Sebastian Bayer mit den anderen Mitgliedern der deutsche Nationalmannschaft im Bundesleistungszentrum in Kienbaum, östlich von Berlin gelegen, auf die Heim-WM vor, wird an den letzten Details gefeilt.

„Was man sich bis jetzt nicht erarbeitet hat, kommt in den letzten Tagen auch nicht mehr”, stellt Schulz klar, während er das Netz festhält, damit Bayer am Fußballtor ein paar Übungen machen kann. Heute steht „Stabilisierung” auf dem Trainingsprogramm, Stärkung der Rumpfmuskulatur. „Er soll ja in ein paar Jahren noch springen können.” Zweimal pro Woche steht ein derartiges Training auf Bayers Plan, auch unmittelbar vor der WM.

Montag Umzug ins Hotel

Ansonsten ist wegen der Verletzung die Kreativität des Trainers gefragt. „Der Fuß soll nicht unnötig belastet werden.” Die letzten Technikeinheiten werden auf weichem Untergrund durchgeführt, eine Sprinteinheit schon einmal durch ein Training auf dem Fahrrad ersetzt. Am letzten Tag vor dem Wettkampf absolviert Bayer in der Regel noch ein leichtes Krafttraining. Das habe sich bei ihm bewährt, erläutert sein Aachener Trainer.

Schulz hat durchgesetzt, dass Bayer bereits am Montag im Berliner Mannschafts-Hotel Quartier nehmen darf. Eigentlich hat der DLV vorgesehen, dass die Sportler erst zwei Tage vor ihrem Einsatz nach Berlin fahren sollten. Für Schulz zu kurzfristig. „Die Athleten sollen vorher mal ins Stadion, die Atmosphäre aufsaugen, sollen merken, dass das eine WM ist.” Hinzu kommt, dass Bayers Freundin, die Hürdensprinterin Carolin Nytra, am Dienstag ihren Vorlauf bestreitet - da will der 23-Jährige natürlich im Stadion sitzen.

Am Donnerstag, den 20. August, muss er selbst ran, zunächst in der Qualifikation. „Wenn alles ideal läuft, hoffe ich, 8,30 Meter zu springen”, gibt er den Rahmen vor. Joachim Schulz zeigt sich trotz der Verletzungssorgen zuversichtlich: „Das Techniktraining am Dienstag hat gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.”
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