Alemannia: Zu Hause nicht so erfolgreich wie auswärts

Von: Klaus Schmidt
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Tivoli Aachen Alemannia Fußball Stadion Symbol Symbolfoto dpa
Das gab‘s noch nie in der Aachener Fußball-Historie. Aber Trainer Peter Schubert und Kapitän Peter Hackenberg widersprechen einem Tivoli-Komplex. Symbolbild: dpa

Aachen. Mannschaften dieses Vereins haben schon einiges fertiggebracht. Drei Mal stand Alemannia Aachen im DFB-Pokal-Finale, stieg zwei Mal in die Bundesliga auf, wurde Vizemeister 1969. Die Schwarz-Gelben tragen den Titel des erfolgreichsten Zweitligisten, der an einem europäischen Wettbewerb teilnahm.

Erstmals in der Viertklassigkeit angekommen, schreibt Aachen an einem neuen historischen Kapitel: Noch nie seit Einführung des so genannten „geregelten Punktspielbetriebs“ 1947 wurden auswärts mehr Punkte geholt als zu Hause. Aktueller Stand vor der Partie am Samstag gegen die Sportfreunde Siegen: 16 Zähler am Tivoli, 20 in der Fremde. Von den letzten fünf Heimspielen gewann Alemannia nur eins, blieb auf Reisen aber sechs Mal ungeschlagen.

In der Fremde defensiver

Das Etikett „Selbstbedienungsladen für Gäste“ hat der neue Tivoli schon seit seiner Eröffnung weg. Der Schrecken des Originals konnte nicht in dieses Stadion rübergerettet werden. Peter Hackenberg widerspricht allerdings der These, dass die Wucht der Arena gerade manchen jungen Spieler lähmt und nur die Gegner beflügelt, die meist vor ein paar hundert Zuschauern auf eher bescheidenen Anlagen unterwegs sind.

„Dieses Gefühl habe ich nicht“, sagt der Kapitän. „Gerade bei unseren Fans freut man sich auf jedes Spiel.“ Hackenberg vermutet als Grund für das bemerkenswerte Verhältnis in der Punktebilanz: „Auswärts stehen wir erst mal defensiver und machen immer unser Tor. Zu Hause will man sicher mehr Spektakel bieten. Da gestalten sich die Spiele offener.“

Die Erwartungshaltung

Auch Peter Schubert hat noch nicht erkannt, dass Freude in der Mannschaft nur dann aufkommt, wenn der Bus zur Abfahrt bereitsteht. „Grundsätzlich kann man zu Hause genau so spielen wie auswärts. Die Erwartungshaltung ist natürlich eine andere. Aber unsere Heimbilanz hat nichts mit dem Stadion zu tun.“

Das müsse im Gegenteil „für jeden Anreiz sein – sonst hört er besser damit auf, Fußball zu spielen. Wir sind bemüht, die Punktzahl der Auswärtsbilanz anzugleichen.“

Das gilt nicht als Aufforderung, sich nun außerhalb Aachens zurückzuhalten. „Wenn wir alle Spiele gewinnen und damit auch am Saisonende mehr Auswärts- als Heimpunkte haben sollten, wäre das auch in Ordnung . . .“

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