Alemannia kann auch Unentschieden

Von: Klaus Schmidt
Letzte Aktualisierung:
Abedin Krasniqi
Erst verdaddelt er frei stehend eine Riesenchance, dann trifft er frei stehend zum 2:2: Alemannias Stürmer Abedin Krasniqi. Foto: samla.de

Krefeld. Satte 31 Jahre war es her, dass Alemannia Aachen letztmals in der Krefelder Grotenburg um Punkte gespielt hatte. Die Schwarz-Gelben kamen mit nur zwei Zählern Rückstand auf Zweitliga-Spitzenreiter Uerdingen, der damals noch Bayer hieß, sie verloren 1:3, und der Klub war um eine legendäre Episode reicher.

Noch in der Kabine entließ Präsident Egon Münzenberg an diesem Freitagabend des 5. November 1982 den Trainer – mit einer bis heute einmaligen Begründung: „Mit Horst Buhtz wären wir vielleicht Meister geworden, hätten zum Saisonende aber eine Million Mark Schulden gehabt“ – weil der Coach mit seiner Raumdeckung die Zuschauer vom Tivoli getrieben hätte. Die Lage ist inzwischen dramatisch schlechter, finanziell und sportlich, beim KFC Uerdingen war am Dienstagabend Abstiegskampf in der Vierten Liga angesagt. Der ordentlich erkältete Trainer Peter Schubert quittierte im Duell gegen den Ex-Aachener Eric van der Luer ein 2:2, Aachens erstes Unentschieden. Doch da war mehr drin.

Mit vier Änderungen nach dem 0:2 gegen Oberhausen (Schumacher, Marquet, Krasniqi und Garcia für Drevina, Duspara, Sangaré und den verletzten Abel) startete Alemannia in den nasskalten Abend. Zur Begrüßung packte Uerdingen gleich mal den Säbel aus, Lamidi und Touré holten Lejan und Schumacher innerhalb weniger Sekunden von den Beinen. Wenn Aachen noch einen Hinweis gebraucht hatte, dass Fußball-Maloche auf dem Stundenplan stand – hier kam er. Der Abend wurde schnell noch ungemütlicher, in der 17. Minute lagen die Gäste zurück. Mit einer simplen Quervorlage brachte Issa Issa Lamidi in Position, Flachschuss aus 18 Metern, 1:0. Aachens linke Abwehrseite wurde wenig später erneut zur Einflugschneise, Kuta verzog knapp.

Krasniqi und Garcia drehen auf

Mitte der ersten Halbzeit entschied sich Alemannia, den Spuk zu beenden. Das Spiel nach vorne nahm Fahrt auf, und an nahezu jeder Offensiv-Aktion war das Sturm-Duo Krasniqi/Garcia, das beim Sieg zum Saisonstart bei Fortuna Köln prächtig aufgedreht hatte, beteiligt. Während Uerdingen aus der Führung kein Selbstvertrauen zog, kreierte Alemannia Chancen nahezu im Minutentakt. Dowidat spielte Garcia frei, dessen Schuss zur Ecke abgefälscht wurde. Dann legte Garcia für Krasniqi auf, der in dieser Szene wie in Ballettschuhen wirkte, als er den Ball frei stehend nur streichelte statt ihn entschlossen über die Linie zu drücken (29.).

Doch vier Minuten später war die zweitschwächste Offensive der Liga erfolgreich. Mit einem Kopfball nach Flanke von Neppe glich Marquet zum überfälligen Ausgleich ein. Aachen gab das Heft bis zur Pause nicht mehr aus der Hand. Garcia auf Krasniqi – der Ball ging am Pfosten vorbei. Krasniqi auf Dowidat – der Distanzschuss zischte über die Latte. „Wir hätten auch drei, vier, fünf Stück machen können“, bilanzierte Krasniqi, „Uerdingen kann froh sein, dass sie den Punkt mitgenommen haben.“

Alemannia hatte auch nach der Pause einen guten Zugriff auf den Gegner, gewann viele Zweikämpfe, behielt die Ordnung und suchte mit schnellem Spiel nach vorne die Entscheidung. Nach knapp einer Stunde bereitete Krasniqi den Weg für Dowidat, die nächste Chance auf dem Servierteller – auch sie verendete über der Latte. Ein Blackout genügte, um den Spielverlauf zu karikieren. Voorjans mit einem Volleyschuss nach weitem Flankenwechsel von Issa Issa brachte Uerdingen wieder in Führung (61.).

Doch erneut kam Aachen zurück, mit einem langen Ball von Marquet auf Garcia. Der passte quer auf Krasniqi, der seit dem ersten Spieltag nicht mehr getroffen hatte und nun ausglich (67.). Am Ende fühlte sich das eher an wie zwei verlorene Punkte. Aber es gibt auch eine positive Sichtweise: „Wir haben heute als Mannschaft aufgespielt“, sagte Sascha Marquet, „wir haben eine kämpferisch gute Leistung gezeigt.“

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert