Aachen - Alemannia: „Eine Frechheit den Spielern gegenüber“

Alemannia: „Eine Frechheit den Spielern gegenüber“

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
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Noch ist Alemannia ein Sorgenkind der 3. Liga. Der insolvente Klub macht sich wieder Hoffnung, die Klasse noch halten zu können. Foto: imago/Dünhölter

Aachen. René van Eck macht aus seinem Herzen keine Mördergrube. „Wie sich Klubs wie Arminia Bielefeld oder Viktoria Köln gegenüber meiner Mannschaft verhalten, ist respektlos. Das geht mir mal richtig auf den Wecker.“ Was Alemannias Trainer auf die Palme bringt, ist der sehr durchschaubare Versuch von Konkurrenten, aus der finanziellen Misere Alemannias Kapital zu schlagen.

Bielefeld, heute zum Rückrundenauftakt Gegner am Tivoli, hatte schon öffentlich von „Wettbewerbsverzerrung“ gesprochen und deswegen ebenfalls laut über eine Verlegung der Partie nachgedacht. Alemannia ist zwar nur Tabellenvorletzter, aber dennoch würde Bielefeld zum Beispiel dem Verein lieber erst im Januar begegnen, wenn das Team ausgedünnt und somit vermutlich leistungsschwächer sein wird. Das Spitzenteam aus Westfalen hat wegen Aussichtslosigkeit auf den angekündigten DFB-Antrag verzichtet. Die Bielefelder sind nicht alleine mit ihrem Unbehagen, auch der VfL Osnabrück hat seine Bedenken bereits artikuliert.

Alemannia liegt am Boden, die Geier kreisen – und Solidarität kommt dann eher von Bundesligisten wie Bayern München, Schalke 04 und vielleicht auch noch Borussia Dortmund. Viktoria Köln zum Beispiel will nach eigener Auskunft zwar „unbedingt“ das Pokalspiel gegen Alemannia noch in diesem Jahr austragen. Doch die Strategie des Regionalligisten ist leicht durchschaubar. Wegen Sicherheitsbedenken der Polizei soll die Partie bei Tageslicht beendet sein. Einen frühen Anstoß mittags findet der Klub aus wirtschaftlichen Gründen ebensowenig interessant wie die angebotene Verlegung des Spiels zum Tivoli.

Einen eher dreisten Vorschlag hat Helmut Waldhaus, freier Mitarbeiter der Geschäftsleitung bei Viktoria, Alemannia unterbreitet. Die Partie könnte am Samstag, 15. Dezember, um 13 Uhr in Köln stattfinden. Zum Meisterschaftsspiel einen Tag später bei Dortmund II hat Waldhaus gleich einen schönen Vorschlag für die Aufstellung ausgearbeitet.

Es könnte eine durch die „U23 verstärkte Auswahl“ auflaufen. „Ich will mich mit diesem Vorschlag nicht in Ihre internen Vereinsangelegenheiten einmischen, habe jedoch die Medien und ihre Zukunftspläne verfolgt und erachte diesen Vorschlag als ernsthafte Alternative“, schreibt Waldhaus. So wird es nicht kommen, vermutlich wird nun der Verband eine Entscheidung treffen. Es zeichnet sich ab, dass die Partie erst im nächsten Jahr wie von Viktoria gewünscht stattfinden kann. Dann könnte Albert Streit schon im neuen Trikot auf seinen alten Klub treffen...

René van Eck ärgern solche Ränkespiele. „Das ist eine Frechheit den Spielern gegenüber.“ Das letzte Heimspiel des unfassbar erfolglosen Jahres steht an. Gegen Bielefeld wird wieder der Silberstreif am Horizont gesucht. „Unsere Aufgabe ist es, am Saisonende auf einem Nicht-Abstiegsplatz zu stehen“, sagt der Trainer. Das klingt aktuell zwar so wahrscheinlich wie ein schlagzeilenloser Monat rund um dem Tivoli, aber dieser Herausforderung stellt sich die Gruppe.

„Es ist nicht erst seit gestern eine schwierige Situation für uns. Seit Wochen stimmt der Einsatz. Wir müssen jetzt nur endlich mal zuschlagen“, sagt van Eck. Der Coach wird auch ohne nützliche Tipps aus Köln sein Team kaum verändern. Stehle, Weber und Erb fallen weiter aus, Armand Drevina wird wieder einen Startplatz erhalten. Thimmy Thiele könnte in die Mannschaft rutschen, und auch in der Defensive zeichnet sich eine Mini-Rotation ab.

So könnten sie spielen: Melka – Wilschrey, Schwertfeger, Herröder, Baumgärtel – Drevina, Streit, Leipertz – Heller, Thiele, Müller

Schiedsrichter: Marcel Unger (Halle an der Saale)

Bilanz: 45 Spiele, 20 Siege, 10 Remis, 15 Niederlagen; 75:55 Tore

TV: Ausschnitte ab 16.50 bei Sport im Westen

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