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Alemannia: Eine Begegnung mit der Vergangenheit

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
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Heute und damals: Mario Erb hat eine ziemlich bayrische Vergangenheit. Foto: imago/Jereczek
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Heute und damals: Mario Erb hat eine ziemlich bayrische Vergangenheit. Foto: imago/Jereczek

Aachen. Ein paar Bekannte aus den guten alten Zeiten wird Mario Erb am Sonntag natürlich wiedersehen. Diego Contento wird wohl spielen, vielleicht kommt auch der ehemalige Kabinen-Nachbar Thomas Müller mit nach Aachen. Für Erb ist das Rettungsspiel am Tivoli eine Begegnung mit der Vergangenheit.

Bis zu seinem Wechsel vor anderthalb Jahren war der 22-Jährige der Kapitän der Amateure des FC Bayern. Nun reist der größte deutsche Klub nach Aachen, was Alemannia eine Netto-Einnahme von über 500.000 Euro einbringen wird.

Für Alemannia geht es um die Existenz, der Klub muss erst einmal durchkommen bis zum Sommer. Immer noch fehlen dafür 1,5 Millionen Euro, sagt der Sachwalter Rolf-Dieter Mönning. Er sagt aber auch: „Die Hilfsbereitschaft ist irre. Aber wir können den Verein nur mit Hilfe der Stadt und der Wirtschaft retten.“

Für den Sport sind andere zuständig. „Wir wollen den Abstieg mit allen Mitteln verhindern“, sagt Erb. Das ist die gewaltige Herausforderung für die Spieler. Der Verteidiger hat zugesagt bis zum Sommer, viele werden ihm folgen. Er hätte den Verein in Zeiten der größten Not verlassen können, wie es auch Funktionäre und andere Spieler gemacht haben. Die Alternativen waren da. „Natürlich habe ich mir die Zeit in Aachen ganz anders vorgestellt“, sagt er beim Blick zurück. Verletzungen, Abstieg, im Sommer akzeptierte er Lohneinbußen, jetzt erneut. „Für die Dinge, die ich hier erlebt habe, brauchen andere zehn Jahre“, sagt er.

Erb hat bei einem der unruhigsten Klubs angeheuert, den der Profi-Fußball derzeit bietet. Aber er will vorerst da bleiben, er mag diesen Verein, dieses Stadion. Vor anderthalb Jahren hat er Bayern mit seiner Freundin erstmals verlassen, hat sich selbstständig gemacht. Er hat viele Erfahrungen sammeln müssen, von denen er noch profitieren könne, vermutet er.

Der Trainer hat ihm eine Perspektive aufgemalt. Wenn er fit ist nach zweimonatiger Pause (Meniskusverletzung), soll er in der Innenverteidigung auflaufen. Kapitän Schwertfeger würde dann wieder ins defensive Mittelfeld rücken, so ist der Plan, der am Sonntag getestet wird. Erb könnte es dann mit Mario Gomez zu tun bekommen, die größte Kanone der letzten Saison. Das Duell hat es unter Louis van Gaal öfters im Training gegeben. Man wird sehen, wie lustvoll der Klassenprimus den Ausflug in den Westen angeht. „Für uns ist das kein Gaudi-, sondern unser letztes Testspiel“, sagt Erb. Bayern sorgt für den letzten Höhepunkt für lange Zeit.

Beim Klassenprimus hat Erb auch lange den Blick hinter die Fassaden geworfen. „Es ist nicht alles so weltklasse zum Beispiel im Jugendbereich, wie es dargestellt wird“, urteilt er. Der Ex-BayernSpieler weiß, wie solche Rettungsaktionen zustande kommen. „Dafür ist Uli Hoeneß zuständig. Der Verein denkt nicht nur an sich, sondern auch an andere, und hilft, wenn er kann.“

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