Alemannia: Billige Mannschaft zum Punktesammeln gesucht!

Von: Klaus Schmidt
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Wie vor der Saison als Kaderplaner gefragt: Alemannia-Manager Uwe Scherr. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Um 12 Uhr mittags erzählte René van Eck ein paar Takte; dass Christian Weber nach Verletzung wieder in den Kader zurückkehren werde und dass „wir noch mal zeigen wollen, was wir gegen Bielefeld gezeigt haben“. Der Cheftrainer konnte da schon einigermaßen sicher sein, nur für die Galerie zu sprechen.

Eine Viertelstunde später kam der erwartete Anruf aus Dortmund: Auch die zum Jahresausklang angesetzte Partie von Alemannia Aachen bei Borussia II wurde abgesagt. Ohne einen weiteren Leistungsnachweis verabschieden sich die Profis nun in die Ferien, für den 3. Januar (9 Uhr) hat van Eck das erste Training 2013 angesetzt. Einen Weihnachtswunsch nimmt der Niederländer noch mit: „Dass ich genug Spieler auf dem Platz habe.“

Uwe Scherr hat in diesen Tagen Gespräche geführt, „die alles andere als angenehm waren“. Der Geschäftsführer Sport des Pleite-Klubs muss „persönliche Schicksale außer acht lassen, es geht jetzt nur noch darum, dass Alemannia Aachen erhalten bleibt“. Die Ansage: um 50 Prozent soll der Etat für die verbleibende Spielzeit gekappt werden. „Wir brauchen eine billige Mannschaft, die Punkte einfährt“, beschreibt Scherr den Spagat.

Der Manager hat inzwischen mit allen Spielern oder zumindest deren Beratern gesprochen. Im Einzelfall führte das zu Irritationen: Sascha Herröder wusste bis Donnerstag nur aus der Zeitung, dass er neben Torhüter Mark Flekken, Stürmer Robert Leipertz und Mittelfeldspieler Armand Drevina weiterhin fest eingeplant ist – der Berater hatte die Info noch nicht an seinen Klienten weitergegeben. Herröder fällt in ein Gehaltsraster, in dem sich auch Spieler wie Marcel Heller, Timmy Thiele, Florian Müller oder Kristoffer Andersen befinden. Diese Kaste bereitet Alemannia nicht die heftigsten Bauchschmerzen. „Wir haben einen Großteil an Spielern, die in einem Gehaltsgefüge stehen, das man stemmen kann“, sagt Scherr.

„Sehr gerne halten“ will der ehemalige Bundesliga-Profi auch Kai Schwertfeger. Mit der SpVgg Greuther Fürth, von der Fabian Baumgärtel ausgeliehen ist, spricht Scherr über eine Beteiligung am Gehalt. Während weiterhin die Idee verfolgt wird, sich junge Spieler anderer Klubs zu borgen, die am Tivoli Einsatzpraxis erhalten sollen, werden derzeit verletzte Alemannen wie Sascha Rösler, Aimen Demai, Thomas Stehle „nicht weggeschickt. Aber bei einer Handvoll ist es unrealistisch, hier zu bleiben.“

Als da sind: Freddy Borg, Michael Melka, Seyi Olajengbesi und Albert Streit. Die finanziellen Zugeständnisse des Kapitäns sollen bislang keine Größenordnung erreicht haben, mit der sich die Verwalter des Mangels an der Krefelder Straße anfreunden können.

„Das Transferfenster im Januar ist Segen, aber auch Fluch“, sagt Uwe Scherr. Segen, weil der Markt grundsätzlich die Chance eröffnet, Spieler abzugeben und so das Einsparziel zu erreichen. Fluch, weil René van Eck beim ersten Training des neuen Jahres sicher nicht den Kader begrüßen wird, der am 18. Mai den sportlichen Klassenerhalt vermelden soll. Scherr: „Das Gezerre wird bis Ende Januar gehen.“

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