Berlin/Aachen - Aachener ist bei der Leichtathletik-EM als Stadionsprecher im Einsatz

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Aachener ist bei der Leichtathletik-EM als Stadionsprecher im Einsatz

Von: Wolfgang Birkenstock
Letzte Aktualisierung:
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Als Stadionsprecher im Einsatz: Dirk Bartholomy aus Aachen.

Berlin/Aachen. Die Europameisterschaften 2002 in München, die Weltmeisterschaften 2009 in Berlin, ungezählte Meetings und Deutsche Meisterschaften – die Stimme von Dirk Bartholomy kennt man in den Leichtathletik-Stadien des Landes.

Seit Anfang der Woche ist der Aachener wieder in Berlin im Einsatz, als einer von vier Stadionsprechern bei der Heim-EM. Er hat einen Arbeitsplatz mit viel Übersicht. Im Oberrang des Olympiastadions, in der Höhe der Ziellinie. Und im Schatten. Bei den Temperaturen der vergangenen Tage ist das ein nicht zu unterschätzender Aspekt. Das Team, vier Sprecher und zwei Präsentatoren unten im Stadion, die Wettkämpfe ankündigen oder kurze Interviwes führen, ist im Kern das gleiche, was schon bei der WM 2009 im Einsatz war.

Trotz seiner Erfahrung, trotz der viele Sprecherjobs, Routine will Dirk Bartholomy nicht aufkommen lassen. „Dafür ist es viel zu aufregend“, sagt der 47-Jährige. „Es ist auf jeden Fall etwas Besonderes.“ Und es sei im auch eine Ehre, diese Aufgabe übernehmen zu dürfen. „Das Berliner Olympiastadion ist immer eine Ehre.

Ein modernes Stadion und historisches Bauwerk in einem.“ Die größte Herausforderung sei „die Frequenz, mit der das abläuft“. Parallel durchgeführte Wettkämpfe hat man häufig in der Leichtathletik. Doch bei einer EM gebe es mehr Mitspieler wie das TV oder das Weltbild, die berücksichtigt werden müssen. Da muss das Timing stimmen. TV-Regie und Wettkampfleitung sitzen mit der „Event Presentation“, wozu auch die Sprecher zählen, zusammen, um alles zu koordinieren. „Wir wollen die Leute durch das Programm führen“, so Bartholomy.

Zusammen mit den Videowänden und der größeren Anzahl von Ergebnisboards sollen die Zuschauer im Stadion immer gut über das Geschehen in den üblicherweise parallel laufenden Disziplinen informiert sein. „Die Alternative ist, dass die Leute auf dem Smartphone daddeln.“ Um sich die Infos aus dem Internet zu besorgen, die sie im Stadion nicht präsentiert bekommen. Das sollte nicht passieren. „Läuft gut bisher“, so sein Zwischenfazit nach ein paar Tagen EM aus Sprechersicht.

„In Englisch kommentieren“

Recherche über die Athleten, deren Vorleistungen und Entwicklung, gehörten für ihn zur Vorbereitung auf die europäischen Titelkämpfe. „Ich habe die Meetings im Auge gehabt“, so Bartholomy. Im Gegensatz zur WM 2009, als vom Weltverband IAAF Sprecher für Englisch und Französisch gestellt wurden, müssen Bartholomy und Co bei der EM „auch in Englisch kommentieren, um das internationale Publikum abzuholen.“

So ganz sattelfest fühlte sich Bartholomy in dieser Hinsicht nicht. „Ich habe mir vorher viele Livestreams mit englischen Kommentaren von Native Speakern angeschaut. Es gibt viele Begriffe, die man bei Übersetzern nicht findet.“ Jeder Sprecher hat seine Vorlieben. „Natürlich macht es besonders viel Spaß“, so Bartholomy, „wenn das Publikum richtig mitgeht.“ Unter diesem Gesichtspunkt hatte er bei der Wahl seiner Disziplinen bisher ein gutes Händchen. Am ersten Abend war er für den 100 Meter-Sprint der Frauen zuständig, am Donnerstag für das spektakuläre Speerwurf-Finale der Männer.

Im letzten der drei Workshops des Event-Presentation-Teams im Vorfeld der EM wurden die Disziplinen unter den vier Sprechern verteilt. „Die 100 Meter der Frauen habe ich schon gerne genommen“, sagt der Aachener und lacht. Pro Wettkampfblock sind immer zwei Sprecher im Einsatz. Schwierig, so Bartholomy, werde es schon mal bei typischen Meisterschaftsrennen über 10000 Meter, bei denen lange nichts passiert – da fehlen selbst ihm schon einmal die Worte. 

 

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