Aachen - 1:1 gegen Leverkusen: Alemannia beendet Vorbereitung ungeschlagen

1:1 gegen Leverkusen: Alemannia beendet Vorbereitung ungeschlagen

Von: Christoph Pauli
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„Schwerarbeiter“ Frederic Löhe klärt den Ball vor Leverkusens Karim Bellarabi, der vorsorglich von Jannik Stevens abgeschirmt wird. Foto: Steindl

Aachen. Am Ende brandete denn Beifall auf, als das Ergebnis feststand. „Die Zuschauer gehen zufrieden nach Hause und werden weitererzählen, dass hier eine Mannschaft bis zur letzten Sekunde fightet“, sprach Alemannias Trainer Peter Schubert. Seine Mannschaft spielte 1:1 gegen den hoch gehandelten Bundesligisten Bayer Leverkusen und überstand die Vorbereitung ungeschlagen.

Euphorie kam deswegen nicht auf. „Es war ein Test, mehr nicht, Wattenscheid in der nächsten Woche wird uns genauso fordern“, vermutet der neue Lenker im Mittelfeld, Tim Jerat.

Schubert hatte zunächst eine Mannschaft aufs Feld geschickt, die aus Spielern bestand, die bereits im letzten Jahr bei Alemannia angestellt waren. Alemannia zog einen dichten Sperrriegel auf. Der Trainer musste kurzfristig auf Sebastian Wirtz verzichten, der als Andenken der knüppelharten Partie in Kerkrade einen Bruch des Querfortsatzes an der Wirbelsäule mitgebracht hatte und mindestens zwei Monate ausfällt.

Schwerarbeiterzulage für Löhe

Viel taktischen Spielraum bot der übermächtige Gegner gestern nicht. In Leverkusens Startformation standen ausnahmslos Spieler mit großer Erstliga-Erfahrung. So nahm die Partie ihren Lauf. Frederic Löhe bekam an diesem sommerlichen Abend eine Schwerarbeiterzulage. Leverkusen will in der kommenden Saison sehr dominant auftreten, und so ein Test gegen eine viertklassige Mannschaft eignete sich gut zum Einspielen.

Eine scharfe Flanke von Wendell verpasste Josip Drmic (14.) zwei Meter vor dem Tor. Der Schweizer Angreifer war einer von drei Bayer-Profis, die den Sommer aus beruflichen Gründen in Brasilien verbracht hatten. Das Duell Drmic gegen Löhe nahm Fahrt auf. Der Sieger hatte jeweils Handschuhe an. Mal verkürzte Löhe geschickt den Winkel (16.) vor dem freistehenden Angreifer, dann konnte er den Ball noch um den Pfosten drehen, als Bayers Neuzugang eher lässig versuchte, die Führung zu erzielen. Trainer Roger Schmidt reagierte nicht amüsiert auf den fahrlässigen Umgang mit Großchancen. „Bei allem Verständnis für die Müdigkeit, müssen wir uns anders präsentieren.“

Die Hausherren bekamen die Räume besser abgedichtet, die Zweikampf-Intensität nahm zu, konzentriert verteidigte der Regionalligist das Ergebnis. Hakan Calhanoglus Fernschuss war keine große Herausforderung für Aachens Keeper in Frühform (29.). Aachens Defensive stand, und so ließ sich auch mal gelegentlich die andere Hälfte erkunden. Schöne Verlagerung auf den linken Flügel, die scharfe Hereingabe von Lejan vollendete Demai am letzten Tag seines Ramadans freistehend aus zehn Metern zum 1:0. Ein Schneesturm an diesem Tag wäre genauso eine Überraschung gewesen, und Leverkusen reagierte – irritiert.

Die Trainer wechselten munter durch, und vermutlich kam Alemannias Zweitbesetzung der Startformation vom anstehenden Wattenscheid-Spiel schon sehr nahe. Die Aachener betrieben vor 4700 Zuschauern Werbung in eigener Sache. Die Mannschaft ist gefährlicher geworden, sie kann auch prominente Gegner zumindest zeitweise ärgern. Vor allem Kevin Behrens hat mit seinem gradlinigen Spiel das Zeug zum Publikumsliebling. Der robuste Angreifer scheiterte gleich mehrfach an Leverkusens Keeper Bernd Leno.

Die Werksmannschaft hatte mehr Probleme als erwartet. Wollscheid köpfte an den Außenpfosten (68.), ehe Seung-Woo Ryu eine der raren Gelegenheiten doch noch zum Ausgleich nutzte (81.). Der Treffer bekam dem Südkoreaner nicht gut, bei nächster Gelegenheit flogen die Sicherungen raus. Kopfstoß gegen Abel, Rote Karte (83.). Damit wollte sich Bayers Manager Rudi Völler nicht anfreunden. „Dann hätte er (Schiedsrichter Guido Winkmann) vorher Kevin Behrens auch die Rote Karte nach einem Foul, das einer vorsätzlichen Körperverletzung gleichkam, zeigen müssen.“

Peter Schubert umkurvte die verbale Vorlage, sprach lieber die vielen sonnigen Momente des Tages an. „Die Mannschaft hat den Gegner sehr laufstark attackiert und immer das Spiel nach vorne gesucht.“ Das Spiel war ein kleines Versprechen: Seht her, das könnte eine gute Saison werden.

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