100-Kilometer-WM in Doha: André Collets Vorbereitungen laufen

Von: fö
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Waldläufe in ansprechender Umgebung: André Collet auf Mallorca.

Aachen. Nicht weniger als ein 100-Kilometer-Höllenlauf wartet auf André Collet. Zurzeit befindet sich der Ultra-Marathon-Läufer in der Vorbereitung auf die anspruchsvolle Disziplin in Doha. Unser Redakteur Heribert Förster hat mit ihm gesprochen.

Ende letzten Jahres drohte Ihnen eine zweijährige Pause oder gar das Ende der Laufkarriere nach einer Operation an der Ferse, jetzt sind Sie im Trainingslager auf Mallorca. Die wichtigste Frage: Wie geht es Ihnen und speziell Ihrem Fuß?

Collet: Dem operierten Fuß geht es ganz gut, der bereitet mir keine Probleme. Aber alles hat eben zwei Seiten, und jetzt meldet sich der andere Fuß. Es ist halt ein schmaler Grat, aber ich bin zuversichtlich, dass ich mein Programm abspulen kann, im Moment bin ich bei gefühlten 95 Prozent Leistungsfähigkeit.

Zumal ein großes Ereignis ansteht. Durch Ihre Operation haben Sie 2013 die WM im 100-km-Laufen in Durban verpasst, mit der Zeit von 2:39,09 beim Monschau-Marathon haben Sie sich für die WM Ende November in Doha qualifiziert. Wie läuft die Vorbereitung?

Collet: Gut. Bis zum 2. Oktober bin ich noch auf Mallorca, habe die Umfänge gesteigert und laufe jetzt so 160 Kilometer in der Woche, rund 25 Kilometer am Tag mit dem Höhepunkt eines Trainingsmarathons. Wenn ich wieder zu Hause bin, wird‘s richtig hart, dann beginnen die Reizeinheiten.

Was sind Reizeinheiten?

Collet: Das sind Trainingseinheiten, in denen man die Maximalbelastung auch kurz überschreitet, zum Beispiel ein Dreiklang aus Intervalltraining, Stufenläufen und langen Ausdauereinheiten. Das ist dann mein Programm für die folgenden sechs Wochen.

Klingt sehr aufwendig.

Collet: Es sind so zwischen anderthalb und in der Spitze vier Stunden am Tag.

Ihr Comeback gelang mit dem „traditionellen“ Sieg in Monschau eindrucksvoll. Hatten Sie mit dieser erfolgreichen Rückkehr gerechnet?

Collet: Es war alles andere als geplant. Eigentlich wollte ich in diesem Jahr eine Pause machen, aber dann hat der Arzt mir nach der OP gesagt, ich könne in drei Wochen wieder joggen...

...und Ihr Entschluss stand fest, wieder anzugreifen.

Collet: Nein, nicht sofort. Der Entschluss reifte im Frühjahr, als wir auch auf Mallorca in Urlaub waren. Ich fühlte mich gut, und eines Abends habe ich gesagt: Ich greife noch einmal an, nachdem ich zuvor bei der Reha im Medaix Aachen meine Grundlagen erhalten habe und mir der Teammanager des Nationalteams in Gesprächen immer wieder Mut gemacht hat. So habe ich mich Stück für Stück wieder hochgekämpft.

Der Angriff endet in Doha bei der 100-Kilometer-WM am 21. November, anderthalb Jahre nach ihrem letzten Ultralauf und dem Gewinn des DM-Titels im April 2013?

Collet: Das ist richtig. Ich bin seitdem die 100-km-Distanz nicht mehr gelaufen, was aber auch nicht wichtig ist, da man einen 100-km-Lauf nicht mit gleicher Distanz trainieren kann. Neben der körperlichen spielt auch die mentale Verfassung eine große Rolle an diesem einen Tag: Schaff‘ ich‘s, oder schaff‘ ich‘s nicht.

Was war schwieriger: Sich mental wieder für diese Strecke zu begeistern oder der körperliche Aspekt?

Collet: Das war eher eine körperliche Frage. Der Fuß muss mitmachen, sonst geht es nicht. Und auch wenn ich momentan etwas weniger trainiere als in den vergangenen Jahren bin ich zuversichtlich, mich in Topform zu bringen bis Doha. (fö)

Wir werden André Collet auf dem Weg nach Doha redaktionell begleiten und über seine Vorbereitung berichten.

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