Pontviertel in Aachen: Autofahrer will Fußgänger umfahren

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„Schneise der Verwüstung“ im Pontviertel: Autofahrer will Fußgänger umfahren

Von: Robert Esser
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Symbol Blaulicht Polizei Feuerwehr Unfall Foto: Patrick Seeger/dpa
In der Nacht zum Sonntag hat ein Autofahrer im Aachener Pontviertel versucht, einen Fußgänger umzufahren. Smybolfoto: Patrick Seeger/dpa

Aachen. Eine „Schneise der Verwüstung“ hat ein 34-jähriger Autofahrer in der Nacht von Freitag auf Samstag im Aachener Pontviertel laut Staatsanwaltschaft hinterlassen. Er hatte offenbar gegen 3 Uhr morgens gezielt versucht, einen anderen Mann zu überfahren. Dann wurde er von Augenzeugen gestoppt, aus dem Fahrzeug gezogen und schwer verprügelt. Jetzt sitzt er in Untersuchungshaft.

„Es wurde Haftbefehl erlassen“, bestätigte Staatsanwalt Jost Schützeberg am Montag entsprechende Informationen unserer Zeitung. Die Tatvorwürfe: versuchter Totschlag, gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, gefährliche Körperverletzung, Sachbeschädigung.

Nach der Auto-Attacke entstanden Gerüchte, es habe sich um einen versuchten Terroranschlag gehandelt. Offensichtlich war dies aber nicht der Fall, es habe sich vielmehr um eine Privatfehde gehandelt, hieß es. Diese allerdings wurde nach Schilderungen der Staatsanwaltschaft vom Neujahrstag ohne Rücksicht auf Verluste mit höchster Brutalität auf offener Straße ausgetragen.

Nach ersten Erkenntnissen von Kriminalpolizei und Strafverfolgungsbehörde hat sich der Vorfall folgendermaßen zugetragen: Der 34-Jährige, der nun hinter Gittern sitzt, war in der Nacht von Freitag auf Samstag in diversen Kneipen und Diskotheken im Pontviertel unterwegs. Kurz vor 3 Uhr verließ er ein Lokal in der Pontstraße und geriet mit einem anderen jungen Mann aus nicht genannten Gründen in Streit. Hier mischte sich nun ein Dritter – zuvor unbeteiligter – Mann ein und schlug dem 34-Jährigen eine Bierflasche über den Kopf. Dies wirkte alles andere als deeskalierend.

Fuß überrollt

Der Verletzte rannte zu seinem Auto, stieg ein und fuhr – entgegengesetzt zur Einbahnstraße – die Pontstraße hinunter. Menschen stellten sich ihm entgegen. Der Fahrer, womöglich unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln, setzte zurück, da er den Flaschenschläger hinter seinem Auto erkannte. Der konnte sich mit einem Sprung vor dem nahenden Fahrzeug retten. Das Auto überrollte allerdings den Fuß eines weiteren Unbeteiligten und rammte diverse geparkte Fahrzeuge, Mülleimer und einen Baum.

„Das war ein Bild der Verwüstung, auch Außenmobiliar der dortigen Gastronomie ging zu Bruch“, erklärte Staatsanwalt Schützeberg. Als das Auto zum Stehen kam, nutzten mehrere Augenzeugen die „Gelegenheit“. Erst schlugen sie auf das Fahrzeug ein, dann rissen sie den Fahrer aus seinem Auto und malträtierten ihn mit Schlägen und Tritten.

Trotz seiner erheblichen Verletzungen schaffte es der 34-Jährige, zurück in seinen Pkw zu klettern. Er flüchtete. Die inzwischen alarmierte Polizei konnte den Mann aber im Fluchtfahrzeug ausfindig machen und nahm ihn fest. Ein Richter erließ später Haftbefehl.

„Die Aufarbeitung des genauen Tathergangs wird sicher noch einige Wochen in Anspruch nehmen“, sagte Schützeberg. Die brutale Rücksichtslosigkeit des Mannes, der sein Auto als Waffe nutzte, verbunden mit einer Art Selbstjustiz vor Ort, seien allerdings außergewöhnlich, hieß es. Es wurden mehrere Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Anmerkung der Redaktion: In Ihrer ersten Information hat die Polizei fälschlicherweise mitgeteilt, dass sich die Tat in der Nacht von Samstag auf Sonntag ereignet hat. Tatsächlich hat sie jedoch in der Nacht von Freitag auf Samstag stattgefunden. Wir haben den Fehler korrigiert.

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