Zum Schnuppern und Trinken: Auf den Spuren des Wassers durch Köln

Von: Bernd F. Meier, dpa
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Zum Schnuppern und Trinken: Auf den Spuren des Wassers durch Köln
Noch mal eine ganz andere Sicht auf Köln - bei Schiffstouren auf dem Rhein lassen die Passagiere an Deck das Panorama der Domstadt an sich vorbeiziehen. Foto: dpa

Köln. Zwischen Rathaus und Rhein, Gülichplatz und Glockengasse sind Kölns Besucher jeden zweiten Sonntagmorgen auf „Wassertour”. Bei dem zweistündigen Themenrundgang „Köln - Stadt des Wassers” tauchen die Gäste ein in die vielfältige Geschichte römischer Wasserleitungen, mittelalterlicher Brunnen und des Eau de Cologne.

„Dat Wasser vun Kölle es jot”, sang die Kölner Mundartgruppe Bläck Fööss bereits 1983. Was wie ein Werbesong für die Stadtwerke der Domstadt klang, können die Kölner jedoch mit ihrer Jahrhunderte langen Wassergeschichte belegen. Geschichten rund ums Wasser haben so viele Facetten auf wie in kaum einer anderen Großstadt Deutschlands. „Ab dem Jahr 80 nach Christus war die römische Wasserleitung fast 200 Jahre lang in Betrieb”, erläutert Stadtführerin Ute Fendel an einem Mauerrest unweit des Museums für angewandte Kunst (MAK).

Über eine Länge von 95 Kilometern leitete das Aquädukt von Nettersheim in der Eifel kühles Nass zur Residenz der Römer am Rhein, nach Colonia Claudia Ara Agrippinensium. Bei dem Fußweg schlendern die Besucher von der Römerzeit ins Mittelalter. In der Parkgarage am Dom ist Staunen angesagt: Mehr als 15 Meter geht der Blick in die Tiefe des historischen Brunnens hinunter zum Grundwasserspiegel.

Treppauf zurück ins gleißende Sonnenlicht des Roncalliplatzes, wo der Petrus-Springbrunnen „Drüjje Pitter” (trockener Peter) aus dem Jahr 1870 plätschert: Von oben schauen die in Stein gemeißelten Wasserspeier des Domes auf die Touristen herab. „Wir könnten uns auch Bad Köln nennen”, erklärt Fendel der verblüfften Besuchergruppe: „Im Rheinpark auf der anderen Flussseite wurde 1967 etwa einen Kilometer in die Tiefe gebohrt. Dabei stieß man auf eine Thermal-Mineralquelle mit einer Wassertemperatur von 28,5 Grad.” Heute lädt dort die Claudius-Therme zum Entspannen ein.

Und was wäre das beliebte Kölsch ohne reines Wasser? Ute Fendel erzählt von den Forschungen des Londoner Arztes John Snow aus dem Jahre 1854: Der Mediziner fand im Verlauf einer Typhus-Epedemie heraus, dass die Bewohner rund um die Kölsch-Brauhäuser von der Krankheit zumeist verschont blieben. Das lag an den sauberen Hausbrunnen der Brauereien und wohl auch am Brauprozess, bei dem das Wasser mehrfach erhitzt werden musste.

Ein anderes Wasser aus Köln machte schon früher Furore: 1709 komponierte Parfumeur Johann Marina Farina das erste Eau de Cologne - kölnisches Duftwasser für die feine Damenwelt. Im Duftmuseum des Traditionshauses werden die Besucher in die Zeit des Rokoko entführt. Warum wird Johann Maria Farina der Vater der modernen Parfümerie genannt? Welche Essenzen sind im Kölnisch Wasser enthalten? Solche Fragen werden beim Besuch der Sammlung am Gülichplatz beantwortet.

„Schaffe Deinen eigenen Duft”, lautet das Motto bei den Duftseminaren von „4711 Echt Kölnisch Wasser”, die jeden Donnerstag nach vorheriger Anmeldung im Stammhaus in der Glockengasse angeboten werden. „Wir erläutern, wie sich Düfte auf der Haut entwickeln. Wie im Chemieunterricht gehts dabei ein wenig experimentell zu”, erklärt Chefparfümeurin Alexandra Kalle.

Und noch einmal von einer ganz anderen Seite zeigt sich Köln bei einem Ausflug aufs Wasser: Beispielsweise von den Schiffen der Weißen Flotte aus bei einer Tour auf dem Rhein zieht die Silhouette der Domstadt an den Passagieren an Bord vorbei. Und die brauchen dann nichts weiter zu tun, als entspannt ans Ufer zu schauen.
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