Zugspitzkreuz soll auf Deutschlands höchsten Berg zurückkehren

Von: Antje Pöhner und Ursula Quass, ddp
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Zugspitze Kreuz
Der Metallrestaurator Gerhard Eiblmeier poliert in einer Werkstatt das fast fünf Meter hohe Gipfelkreuz der Zugspitze, während seine Assistentin Juliane Vorbrodt den mittleren Teil mit Blattgold vergoldet. Foto: ddp

Garmisch-Partenkirchen. Deutschlands höchsten Berg wird bald wieder sein Wahrzeichen schmücken - wenn das Wetter mitspielt. Nach knapp dreimonatiger Renovierungsarbeit soll am Freitag das goldene Gipfelkreuz auf die Zugspitze zurückkehren.

Am Donnerstagmorgen wurde das etwa 300 Kilogramm schwere, 4,88 Meter hohe und aus Stahl gearbeitete Kreuz mit der Zahnradbahn auf den Gletscher gebracht. Ist die Sicht gut genug, soll es von dort per Helikopter zum Gipfel transportiert werden.

Die Chancen, dass das Wetter mitspielt, stünden zwar „allenfalls fifty-fifty”, sagt die Sprecherin der Bayerischen Zugspitz Bergbahn AG, Eva-Maria Greimel. „Wir werden alles versuchen und gehen davon aus, dass es klappt.” Gebe es „arg viele Wolken” oder gar Nebel, müsse der Flug verschoben werden.

Einen Ausweichtermin gibt es noch nicht. „Sollte es nicht klappen, werden wir am Montag entscheiden, wann wir das Kreuz hinauffliegen werden. Wir wollen das Kreuz natürlich zeitnah setzen. Jeder Tag, den es nicht auf der Zugspitze ist, ist schade für die Gäste.” Am 26. Januar wurde das 16 Jahre alte Kreuz, das stark unter Witterungseinflüssen gelitten hatte, auf der Zugspitze abgebaut. „Der Lack war einfach ab.” Auch viele Zugspitztouristen hatten dem Kreuz zu schaffen gemacht. Viele Wanderer hätten ihren Namen in das Kreuz geritzt oder Aufkleber angebracht.

Der Lenggrieser Metallrestaurator Gerhard Eiblmeier machte sich schließlich daran, dem Gipfelkreuz wieder zu Glanz zu verhelfen und unterzog das Wahrzeichen einer kompletten Restaurierung. Das Kreuz wurde von ihm abgeschliffen und mit etwa zehn Lackschichten versehen, berichtet Greimel. Anschließend wurde es mit rund 150 Gramm Blattgold belegt.

Wie genau er das Kreuz renovierte, will Eiblmeier nicht verraten: „Die Vergoldungstechnik ist Jahrtausende alt und wurde schon bei den Ägyptern angewendet, aber der Rest ist mein Geheimnis.” Eiblmeier hat die Technik mit Hilfe von Wissenschaftlern und Spezialisten für Edelmetalle weiterentwickelt und den speziellen Erfordernissen des Standorts in fast 3000 Metern Höhe angepasst.

Das Kreuz ist bereits das zweite seiner Art auf der 2962 Meter hohen Zugspitze. Es war am 16. Oktober 1993 mit der Zahnradbahn bis zum Zugspitzplatt gebracht und von dort aus mit dem Hubschrauber auf dem Gipfel verankert worden. Das originale Eisen-Zylinder-Kreuz war im Jahre 1851 von 29 Männern auf die Zugspitze getragen worden und wurde gegen Kriegsende 1945 durch Freudenschüsse amerikanischer Soldaten stark beschädigt, blieb aber dennoch bis 1993 stehen.

Gesegnet werde das renovierte Kreuz am Freitag „auf jeden Fall”, sagte Greimel. Die Segnung nehmen der frühere Erzbischof von München und Freising, Kardinal Friedrich Wetter, und die evangelische Regionalbischöfin Susanne Breit-Kessler vor.

Eiblmeier geht davon aus, dass das Kreuz diesmal deutlich länger als 16 Jahre stehen kann, bevor es erneut restauriert werden muss. Und Greimel hofft, dass die rund 500.000 Touristen, die die Zugspitze jährlich per Bahn oder auch zu Fuß erklimmen, das frisch erstrahlte Kreuz künftig mit noch mehr Respekt behandeln - und nicht sofort wieder mit eingeritzten Namen und Aufklebern verunstalten.
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