Antibes - Von Bild zu Bild: Reisen auf dem Weg der Maler in Südfrankreich

Von Bild zu Bild: Reisen auf dem Weg der Maler in Südfrankreich

Von: Carina Frey, dpa
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Antibes
Stadtmauer und Burg gab es in Antibes schon 1868. Auf dem Bild von Jean-Louis Ernst Meissonier waren die Menschen aber noch zu Pferde unterwegs. Foto: von Jean-Louis Ernst Meissonier waren die Menschen aber noch zu Pferde unterwegs.

Antibes. Verständlich, dass sie diesen Blick liebten: rechterhand das tiefblaue Mittelmeer, links die wehrhafte Stadtmauer von Antibes, am Horizont zeichnen sich schemenhaft die Berge ab. Claude Monet malte diese Szenerie im Jahr 1888, Henri Edmond Cross hielt sie 20 Jahre später fest.

Heute können Besucher an der Promenade prüfen, ob sein Werk die Atmosphäre richtig einfängt. Eine Schautafel zeigt das Bild. Es ist eines von 50 ausgestellten Werken auf dem Chemin des Peintres, dem Weg der Maler, dem Urlauber an der Côte dAzur folgen können.

Die Bilder-Strecke „Côte dAzur der Maler” zieht sich von Menton bis Cannes und lässt auch das Hinterland mit Grasse, Mougins und Saint-Paul-de-Vence nicht aus. Die meisten Bilder - es sind 14 - sind in Cagnes-sur-Mer ausgestellt, darunter Werke von Derain und Renoir. Picasso malte in Antibes, Chagall hielt die Silhouette von Saint-Paul-de-Vence fest. Sie alle waren fasziniert vom gleißenden Licht und den prallen Farben der Côte dAzur.

Die Bilder sind an ihren Entstehungsorten aufgestellt. Manchmal muss man sie suchen, wahrscheinlich wollten die Künstler nicht immer mitten im Geschehen sitzen. Die Tafeln geben Besuchern aber nicht nur eine Idee davon, wo die Maler einst arbeiteten. Sie können so auch verfolgen, wie sich Landschaft und Stadtbild veränderten.

Cannes ist dafür ein besonders eindrucksvolles Beispiel: Auf der Croisette, wo sich heute die Schönen und Reichen tummeln und langbeinige Frauen in kurzen Kleidchen durch Edelboutiquen schlendern, flanierten auch Mitte des 19. Jahrhunderts schon elegant gekleidete Frauen. Adolphe Fioupou malte sie freilich züchtig gekleidet. Damals versperrte noch nicht das berühmte, aber schreiend hässliche Palais de Festival, Ort der alljährlichen Filmfestspiele, den Blick auf die Altstadt.

In Antibes, das sich so schmuck an das Mittelmeer schmiegt, standen am Boulevard du Cap einst Laubbäume - heute zieren Palmen den Grünstreifen zwischen Stadt und Strand. Der Marktplatz liegt noch immer in der Altstadt, die mit ihren engen Gassen, den Pétanque-Spielern und den vielen Bistros geradezu idealtypisch das Klischee einer französischen Stadt erfüllt. Das Bild von Emile Charles Dameron zeigt allerdings ein offenes Gelände mit Bäumen. Heute steht dort eine überdachte, schmiedeeiserne Markthalle.

Wenig geblieben ist dagegen von Eugène Boudins Blick auf die Stadt - die Schautafel wurde zerstört, so dass nur noch Teile des Bildes zu erkennen sind. Ein ähnliches Schicksal ereilte Picassos „Nächtlicher Fischfang in Antibes”, das auf der Stadtmauer stand.

Picasso ist Antibes großer Stolz. Der Meister malte 1946 für ein halbes Jahr im Schloss der Stadt. Ideen hatte er reichlich, aber das Material wurde knapp, und so malte er auf allem, was der Hafen bot: Holz und Leinen zum Beispiel. Als auch das nicht mehr reichte, übermalte er kurzerhand ältere Werke. Die Bilder aus dieser sehr produktiven Schaffenszeit schenkte er der Stadt - die quasi über Nacht ein Picasso-Museum bekam.

Auch das Fotografiemuseum in Mougins - Picassos letztem Wohnort knapp 13 Kilometer entfernt - widmet sich seinem Werk. Die Ausstellung zeigt Fotos seines Ateliers, des Künstlers bei der Arbeit und mit seinen Kindern. Mougins ist mit vier Bildern am Chemin des Peintres vertreten. Dass Kunst in dem mittelalterlichen Ort auch heute noch eine wichtige Rolle spielt, verdeutlicht ein ganz anderes Schild: Die Schautafel am Ortseingang weist auf 14 Restaurants - und 28 Galerien hin.

Informationen: Maison de la France, Zeppelinallee 37, 60325 Frankfurt (Tel.: 0900/157 00 25 für 49 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz).
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