Versorgungssicherheit im Urlaub: Die richtige Mischung der Reisekasse

Von: Berit Schmidt, dpa
Letzte Aktualisierung:
Kreditkarte für den Urlaub
Alles umsonst - das ist der Idealfall bei einer Kreditkarte. Er ist allerdings selten. Foto: dpa

Halle/Berlin. Mit der Bank- oder Kreditkarte im Gepäck lässt sich heute bequem reisen. Trotzdem gibt es immer noch Gegenden, in denen nicht an jeder Ecke ein Bargeldautomat steht. Und nicht in jedem Imbiss bringt Reisende die Kreditkarte weiter.

Je nach Reiseziel sind daher unterschiedliche Vorbereitungen für das Bestücken des Portemonnaies zu treffen. Auf die Mischung achten, rät Sven Kretzschmar von der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt in Halle. Ins Gepäck gehören ihm zufolge unter Umständen auch Reiseschecks.

BARGELD: Bargeld ist am unsichersten. „Wenn es gestohlen wird, ist es weg”, sagt Thomas Schlüter vom Bundesverband deutscher Banken in Berlin. Und es hat einen weiteren Nachteil: Liegt das Reiseziel nicht innerhalb der Euro-Zone, kommt der lästige Währungstausch dazu. „Ganz ohne Bargeld geht es aber auch nicht”, wendet Kretzschmar ein - „damit man den ersten Tag gestalten kann”. Für den Transfer vom Flughafen zum Hotel zum Beispiel braucht es Kleingeld.

PLASTIKKARTEN: „Karten sind durch die Verwendung der PIN ein sicheres Zahlungsmittel”, urteilt Dominik Lamminger vom Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) in Berlin. Sie böten den Vorteil, dass Reisende weltweit bargeldlos in zahlreichen Geschäften einkaufen können. Allerdings seien etwa Kreditkarten nicht unbedingt für den Geldautomaten gedacht. Dafür sollte eher die Girocard - früher Bank- oder EC-Karte genannt - ins Gepäck, erklärt Schlüter. In beiden Fällen gilt: Je nach Anbieter fallen unterschiedliche Gebühren an, warnt Kretzschmar. „Belastungsbelege sollten deshalb sorgfältig aufbewahrt und später bei der Abrechnung genau überprüft werden.”

REISESCHECKS: Sie sind sicherer als Bargeld. Bei Verlust werden sie am Urlaubsort kostenlos und in der Regel innerhalb von 24 Stunden ersetzt, erklärt Lamminger. Um Ersatz zu bekommen, bräuchten Reisende nur die entsprechenden Nummern der gestohlenen Schecks, fügt Schlüter hinzu. Wer mit Plastikgeld oder Reiseschecks reist, sollte vor Reiseantritt die Telefon-Nummer für eine möglicherweise notwendige Sperrung notieren und zu den Reiseunterlagen legen.

EUROPÄISCHE UNION: Innerhalb der EU ist es leicht: Das Abheben am Geldautomaten und das bargeldlose Zahlen in Geschäften ist über die Euro Alliance of Payment Schemes (EAPS) in Ländern wie Spanien, Italien, Portugal und Großbritannien vielerorts möglich, sagt Lamminger. „Die Girocard kann eingesetzt werden, wie man es in Deutschland gewohnt ist”, sagt auch Schlüter. Alternativ komme auch die Kreditkarte infrage, zum Beispiel für den Mietwagen.

NICHT-EU: „Im außereuropäischen Ausland ist das Bezahlen mit Karte und Reiseschecks in jedem Fall sicherer als das Mitführen großer Bargeldbeträge”, empfiehlt Lamminger. Allerdings ist es ein Unterschied, ob die Reise nach Südafrika oder in den Dschungel, nach Peking oder in den Himalaya geht. „In der Regel kann mit der Karte jederzeit der gewünschte Bargeldbetrag in der jeweiligen Landeswährung bequem am Geldautomaten abgehoben werden”, sagt Lamminger. Klassische Reiseländer bieten viele Möglichkeiten zum Bezahlen per Kreditkarte - in Südafrika zum Beispiel werde nahezu überall eine Kreditkarte akzeptiert, sagt Schlüter.

Für eine Trekking-Tour durch Afrika sollten sicherheitshalber Reiseschecks oder Bargeld eingesteckt werden, wenn keine größeren Städte auf dem Weg liegen. „Im Himalaya ist nicht damit zu rechnen, dass man überall an einem Geldautomaten vorbeikommt.” Auf solchen Routen, rät der VÖB, sollten sich Reisende vor Antritt ihres Urlaubs informieren, wo und wie sie an Geld kommen.

USA: Im Mutterland der Kreditkarte ist das bargeldlose Zahlen kein Problem. „In den USA sind ausreichend Geldautomaten und Kartenzahlungsmöglichkeiten vorhanden”, erläutert Lamminger. Wenn der Bankautomat die Girocard nicht akzeptiert, hilft die Kreditkarte weiter. „Sie ist zum Bezahlen von Waren und Dienstleistungen im Handel und zum Bargeldbezug unter Eingabe der PIN nahezu flächendeckend einsetzbar.”

Bargeld erst vor Ort tauschen

Auch in Ländern ohne Euro gehört immer ein wenig Bargeld ins Reiseportemonnaie. Der Tausch zu Hause ist dabei meist teurer. In der Regel ist ein Tausch vor Ort besser. Nur in sogenannten Hartwährungsländern wie den USA, Kanada oder der Schweiz ist der Währungstausch in Deutschland meist günstiger.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert