München - Stressfrei in den Urlaub: Auch bei Staus die Ruhe bewahren

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Stressfrei in den Urlaub: Auch bei Staus die Ruhe bewahren

Von: Katrin Stabenow, ddp
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Wer sich im Winter auf längere Autobahnfahrten begibt, sollte für den Fall eines lang anhaltenden Staus auf jeden Fall Decken und eine Thermoskanne mit Tee im Gepäck haben. Foto: zva

München. Es soll ja die schönste Zeit des Jahres sein, die Urlaubszeit. Aber allzu oft beginnen die Ferien mit Stress, ganz getreu der Devise: Es ist Stau, und alle fahren hin.

Doch wie lässt sich eine Urlaubsfahrt im Stop-and-Go-Modus von vornherein umgehen? Was tun, wenn es einen doch erwischt - in Form einer unbeweglichen Blechlawine auf der Autobahn?

„Anders starten, lautet die erste Regel für eine stressfreie Fahrt”, rät Heidi Atzler von TÜV Süd in München. Nicht mit der Masse der Urlauber losfahren. Aber das ist leichter gesagt als getan.

„Wer Ferienstarttermine abgleicht, Stauprognosen aufmerksam verfolgt und eine eher ungewöhnliche Reisezeit wählt, kann es trotzdem schaffen”, meint die TÜV-Fachfrau.

Also lieber am Dienstag losfahren als am letzten Schultag vor den Ferien. Wer mit Nachtfahrten kein Problem hat, kann hier antizyklisch noch eins draufpacken.

„Eine Garantie, ohne Stau durchzukommen, gibt es aber natürlich nicht. Wir sollten uns schon vor dem Start mental darauf einstellen, dass es uns treffen kann. Dann bleiben wir im Falle eines Falles ruhiger”, empfiehlt deshalb Gerhard Laub. Er ist Verkehrspsychologe beim TÜV Süd und warnt vor einem weiteren klassischen Fehler.

Raus aus dem Büro, schnell das Urlaubsgepäck ins Auto und los geht es. Da sind Stress und Hektik vorprogrammiert. „Lieber noch einen Tag daheim verbringen, gemütlich packen und schon mal Pläne für den Urlaubsort schmieden”, legt Laub Autourlaubern ans Herz.

Zum stressfreien Vorwärtskommen gehört seiner Meinung nach auch eine defensive Fahrweise. Wer auf der Schnellstraße so fährt, kommt erfahrungsgemäß schneller an. Wer immer wieder Gas gibt und abbremst, zwingt nachfolgende Fahrzeuge ebenfalls zum Abbremsen - ein Dominoeffekt, der so manchen Spontanstau auslöst. Deshalb lieber bei einem niedrigen Tempo einpendeln, das sich kontinuierlich durchhalten lässt.

Zudem schont solche Fahrweise die Urlaubskasse. Kommt es doch zum zähflüssigen Kolonnenfahren, sollten Autofahrer folgende Grundsätze beherzigen: Versetzt zum Vordermann fahren, um die Unfallgefahr bei spontanen Bremsmanövern zu reduzieren. Natürlich eine Fahrgasse für Rettungswagen freilassen. Und unbedingt den Verkehrsfunk im Radio anhören. Auch das Navigationsgerät kann hilfreich sein.

Der Weg runter von der Autobahn über ruhigere Landstraßen ist nicht immer der bessere. Weil es immer mehr Navigationsgeräte gibt, mithin Autofahrer häufiger Ausweichrouten fahren, kann es auf diesen schnell zum Stau kommen, und ein Stau auf einer Landstraße ist meist zäher als auf der Autobahn.

Und wenn nichts mehr geht, die Autobahn dicht ist? Dann werden viele Menschen wütend, aggressiv und frustriert. Stau muss aber nicht unbedingt Stress bedeuten. „Auch die Stauzeit kann man als wertvolle Lebenszeit nutzen”, merkt Verkehrspsychologe Laub an. „Wenn man nicht weiterfahren kann, hat man es selbst in der Hand, was man aus der Zeit macht.” Die Lieblingsmusik oder ein Hörbuch einlegen oder Podcasts abrufen, die man gespeichert hatte. So lässt sich die Zeit in der Kolonne sinnvoll nutzen.

Entspannt bleiben, lautet eine weitere Empfehlung. Wer den längeren Stopp auf der Straße für körperliche Übungen - zum Beispiel An- und Entspannen der Muskeln - nutzt, bleibt physisch und damit psychisch locker.

Auch Kaugummi kauen hilft übrigens dabei, sich zu beruhigen. „In Stress-Situationen reagiert der Körper mit verstärktem Bewegungsdrang”, hellt Lebensmittelchemiker Udo Pollmer den Hintergrund dieser Empfehlung auf. Hinter dem Steuer angeschnallt gibt es jedoch wenig Spielraum.

„Einzig die Kaumuskeln können sich ungehemmt bewegen, und so trägt Kauen eben zum Stressabbau bei”.

Ruhe bewahren ist besonders wichtig, wenn mehrere Passagiere im Stau-Auto sitzen. „Wenn es zwischen Fahrer und Beifahrer zu aggressiver Stimmung kommt, handelt es sich meist um Übersprungshandlungen”, erläutert Laub. Um dies zu vermeiden, mache man sich am besten bewusst, dass letztlich keiner etwas für den Stau kann.

Ist ein Stau schon für Erwachsene eine Herausforderung, gilt das für Kinder erst recht. Was hier hilft: Kinder lassen sich mit Wortspielen oder mit Gesellschaftsspielen, die extra für die Reise konzipiert sind, bei Laune halten. Weitere Möglichkeit sind Pläne schmieden für die ersten Unternehmungen am Reiseziel.

Zu den Selbstverständlichkeiten bei der Fahrtvorbereitung zählt für TÜV-Fachfrau Atzler schließlich noch, an Verpflegung zu denken.

Entsprechend sollten ein Imbiss und ausreichend Getränke für unterwegs eingepackt werden. Heidi Atzler: „Denn bei Stau kommt man schlecht an Raststätten und wenn, sind diese meist überfüllt.”
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